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Speedway-Bundesliga In Grund und Boden gefahren

Der einzige Sturz des Wettkampftages von Przemyslaw Pawlicki war symptomatisch. Als der vom Speedway-Bundesligisten MSC Brokstedt für das Duell gegen den AC Landshut verpflichtete Pole in der letzten Runde des zehnten Vorlaufs auf dem Holsteinring von seinem Motorrad rutschte, war die Niederlage perfekt.

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Mit parallelen Vorderrädern dicht an dicht durch die Kurve: Der Brokstedter Kai Huckenbeck (2. v. re.) greift den führenden Krystian Pieszczek an. Dahinter folgen Przemyslaw Pawlicki (MSC) und der Landshuter Eric Riss.

Quelle: Uwe Paesler

Brokstedt. Der Rekordmeister aus Bayern ließ auch im Restprogramm nicht nach, und so stand am Ende ein 28:58-Debakel für die Wikinger, die eigentlich mit einem Sieg in die Finalläufe um die deutsche Meisterschaft hatten einziehen wollen. Soll diese Chance noch gewahrt werden, müssen die Brokstedter ihren letzten Punktelauf am 30. Juli beim deutschen Meister MC Nordstern Stralsund gewinnen.

Doch der Glaube daran wird so manchem MSC-Fan unter den 1047 Zuschauern schwerfallen. Gegenüber dem souveränen 57:30-Auswärtserfolg vor einer Woche bei den DMV White Tigers Diedenbergen waren die Wikinger am Sonntag nicht wiederzuerkennen. Die ersten vier Läufe konnte das Team von Kapitän Tobias Kroner zum 12:12-Zwischenstand noch ausgeglichen gestalten, doch nach dem doppelten Doppelsieg der Gäste in den Durchgängen fünf und sechs ging beim Tabellenzweiten nichts mehr. Den beiden frühen und noch Hoffnung machenden Siegen von Kroner und Youngster Lukas Fienhage im zweiten bzw. dritten Lauf folgte kein einziger „Dreier“ mehr, während die Devils in den insgesamt 14 Durchgängen nicht weniger als achtmal auf den Rängen eins und zwei einfuhren – eine Demütigung für die Hausherren.

Kein MSC-Pilot erreichte Normalform

Die Defizite waren für alle Zuschauer offenkundig. Nahezu durchgehend schwache Starts, zu wenig Speed auf den Geraden und zeitraubende Wackler in den Kurven führten gegen die stabil und selbstbewusst auftretenden Landshuter zu der bitteren, gleichwohl auch in der Höhe verdienten Niederlage. Kein MSC-Pilot erreichte Normalform, wobei Speedway-Idol Matthias Kröger (2 Punkte) sowie die beiden eigentlich als Leistungsträger verpflichteten Ausländer Pawlicki (4) und Mikkel Bech (4) aus Dänemark besonders enttäuschten.

Brokstedts Bürgermeister Clemens Preine hatte das Rennen noch optimistisch eröffnet: „Das EM-Finale findet ohne Deutschland statt, Angelique Kerber hat das Endspiel in Wimbledon verloren, aber der einzig wahre Sport in Brokstedt ist ohnehin Speedway.“ Nachdem die MSC-Fahrer wesentlich nachdrücklicher als Jogis Jungs und Angie verloren hatten, herrschte fast flächendeckende Ratlosigkeit. „Wir kamen einfach nicht aus den Startbändern und konnten nicht kontern. Vielleicht waren wir nach dem dem 54:33-Sieg in unserem ersten Heimrennen am 1. Mai gegen Wolfslake zu voreingenommen. Jeder von uns muss sich heute an die eigene Nase fassen, ich besonders“, sagte Kroner, der mit fünf Punkten ebenfalls weit unter seinen Möglichkeiten blieb. „Bis zum nächsten Rennen müssen wir hart an uns arbeiten. Auch in Stralsund ist nichts unmöglich“, übte sich der 30-jährige Kapitän abschließend in trotziger Zuversicht. Die Kieler Bahnsport-Legende Egon Müller (67) war da skeptischer. „Der nun entstandene Erfolgsdruck, beim Meister gewinnen zu müssen, ist gar nicht gut“, meinte Deutschlands einziger Speedway-Weltmeister, der für die Brokstedter Jungs noch einen simplen, aber vielleicht zielführenden Rat hatte: „Die Einstellung im Kopf und am Motorrad muss stimmen.“

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Foto: Auf der Grasnarbe: Mikkel Bech (vorn) und MSC-Kapitän Tobias Kroner müssen am Sonntag gegen den deutschen Rekordmeister AC Landshut ihr gesamtes Potenzial abrufen, wenn der Finaleinzug vorzeitig gesichert werden soll.

Es geht noch nicht um alles, aber immerhin um die Voraussetzung, um alles erreichen zu können. Mit einem Sieg im Traditionsduell mit dem AC Landshut kann sich Speedway-Bundesligist MSC Brokstedt am Sonntag vorzeitig das Ticket für die zwei Finalläufe um die deutsche Meisterschaft sichern.

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