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Ein schwerer Kampf für das Leben

Stefan Moik Ein schwerer Kampf für das Leben

Stefan Moik ist ein Kämpfer, auf und neben dem Fußballplatz. Dabei ist der Neumünsteraner seit rund sechs Jahren unheilbar an der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erkrankt. Der 49-Jährige verfolgt weiter seine Ziele der Gesundung und sagt: „Erst mit dem Abpfiff ist das Spiel zu Ende.“

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Stefan Moik hatte auf seiner Weltreise auch eine besondere Begegnung mit einem Delfin auf Jamaika: „Ich kann nicht ausschließen, dass ich das in zehn Jahren noch einmal erleben werde.“

Quelle: hfr

Neumünster.  Deshalb macht sich Moik aus dem Krankenbett heraus auf die Suche nach Gönnern und Sponsoren für ein Fußballturnier, bei dem Kinder und Erwachsene dabei sein dürfen. Am Sonnabend, 11. Juni 2016, soll in einem Soccer-Court im Rahmen des Kinderfestes auf der Holstenköste im Rencks Park in Neumünster nach Herzenslust gekickt werden. Die Namensrechte zum SWN-ALS-Cup haben die Stadtwerke Neumünster erworben. Alle Erlöse gehen zugunsten der Krzysztof-Nowak-Stiftung.

 Die Stiftung hat der Bundesligaklub VfL Wolfsburg aufgrund der ALS-Diagnose seines Bundesligaspielers Spielers Krzysztof Nowak gegründet, der vor zehn Jahren im Alter von nur 29 Jahren an ALS verstarb. Die Stiftung hilft ALS-Erkrankten, die sich in wirtschaftlicher Not befinden. Seit drei Jahren wird Stefan Moik über eine Magensonde ernährt. Seit zwei Jahren muss er beatmet werden. „Ich bin nahezu vollständig gelähmt“, sagt er. Seine Verbindung zur Außenwelt ist der Computer, den er mittels Augensteuerung benutzen kann.

 Es sind zwei Schlüsselbeinbrüche, die das Leben ganz plötzlich verändern. Innerhalb von wenigen Wochen gelingt es nicht, sich bei einem Sturz über die Muskulatur abzufangen. Total ungewöhnlich für einen Kerl, der wie ein Baum die Defensive seiner Mannschaften stabilisiert und an dem in Zweikämpfen auf dem grünen Rasen nur ganz schwer vorbeizukommen ist. Die Ärzte stellen die Muskel- und Nervenkrankheit ALS fast.

Stefan Moik: Viel Glück gehabt im Leben

 Der Fußballer, der dreimal Landesmeister wird, 48 Mal in der Landesauswahl spielt und in der Jugend als norddeutscher Vizemeister sogar das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft erreicht, soll nie wieder die Stiefel schnüren können. Unvorstellbar. Dennoch gibt er sein Lächeln nie auf und sagt schon zu Beginn der Krankheit, dass er in seinem Leben ganz viel Glück gehabt habe. „Glück, das andere in 80 Jahren nicht haben.“

 Er nimmt seine gesamte Kraft zusammen. „Ich will trotz meiner eigenen Erkrankung anderen Menschen helfen und nach der hohen Aufmerksamkeit für ALS im vergangenen Jahr dank Ice Bucket Challenge dafür sorgen, dass die Krankheit, die Erkrankten und ihre Angehörigen nicht wieder vergessen werden. ALS führt zu vollständiger Lähmung – und das bei vollem Bewusstsein des Erkrankten. Was das für die Erkrankten und ihr Umfeld bedeutet, ist kaum vorstellbar.“ Diese bewegenden Zeilen übermittelt Moik ebenfalls in Schriftform.

Gutachter fiel fast vom Hocker

 Als Siebenjähriger hatte Stefan Moik beim TSV Gadeland das Einmaleins des Fußballs gelernt. Er wechselt später zum VfR Neumünster, schafft den Sprung in die erste Herrenmannschaft und spielt dort bis 1989 sogar fünf Jahre in der Verbandsliga – damals die höchste Landesklasse. Weitere Vereine sind anschließend noch die SG Padenstedt und der FC Torpedo. Viele Weggefährten aus dieser gemeinsamen Zeit unterstützen ihren „Moiki“ in den vergangenen Jahren und im kommenden Sommer wie selbstverständlich vor Ort.

 Entgegen der schulmedizinischen Meinung hat er nicht nur seit über zwei Jahren einen Stillstand der Krankheit erreicht, sondern baut minimal in den Beinen Muskeln auf. Ein vom Sozialgericht bestellter Gutachter kommentiert das folgendermaßen: „Ich falle hier fast vom Hocker.“

 Auf dem ersten Turnier um den Children’s Cup 2010 hat Moik mit erheblichen Anstrengungen den Anstoß noch selbst ausführen können. „Im kommenden Jahr geht es für mich darum, überhaupt vor Ort zu sein. Zu diesem Zweck muss ich hart trainieren, um möglichst lange im Rollstuhl zu sitzen, hart trainieren wie früher im Fußball.“

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