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Laufen, Essen, Schlafen

Steffen Uliczka Laufen, Essen, Schlafen

Statt Hürden haben Höhen für ihn jetzt eine ganz andere Bedeutung. Wie der Kieler Neu-Marathonläufer Steffen Uliczka sich im Höhentrainingslager in Kenia fit für Olympia gemacht hat.

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Kilometer auf dem Laufband schrubben: Steffen Uliczka läuft an diesem Vormittag insgesamt 16 Kilometer auf dem Laufband, hinzu kommen noch mal etwa sechs bis sieben Kilometer für das Ein- und Auslaufen.

Quelle: Jennifer Zornig

Kiel. 8.30 Uhr Sportforum Uni Kiel. Unter den wenigen Studenten, die es kurz vor Weihnachten noch über den Campus treibt, befindet sich an diesem Morgen auch Olympiahoffnung Steffen Uliczka. Mit Laufschuhen bewaffnet, bringt der Leichtathlet bereits seine ersten Laufkilometer hinter sich. 3,5 Kilometer einlaufen. Danach geht es hoch ins vierte Stockwerk des Instituts für Sport und Sportwissenschaften.

Vier Wochen Trainingslager in Kenia liegen hinter dem ehemaligen Hindernisläufer, vor ihm der nächste sportmedizinische Check mit Leistungsdiagnostik. Der Check soll Aufschluss darüber geben, inwieweit das intensive Training der letzten Wochen gefruchtet hat. „Ein gutes Gefühl“ bringt Neu-Marathoni Uliczka schon mal aus Kenia mit. „Es ging mehr und auf einem besseren Niveau als erwartet“, erzählt er froh, und man merkt deutlich, wie erleichtert Trainer und Athlet darüber sind.

Vor wenigen Monaten sah das alles nämlich noch ganz anders aus. Der rechte Fuß wollte kurz vor dem Marathondebüt nicht mehr so recht mitlaufen. Schmerzen in der Ferse machten die letzten Vorbereitungswochen zur Qual, mit 2:20:19 Std. blieb Uliczka bei seinem Debüt im April in Hamburg deutlich hinter seinem Anspruch zurück. Um schmerzfrei und fokussiert auf sein großes Ziel, die zweite Teilnahme an Olympischen Spielen, hinarbeiten zu können, war eine Fuß-OP unumgänglich.

Seit August kann das Aushängeschild der SG TSV Kronshagen/Kieler TB nun wieder seine Laufschuhe schnüren, bereits Ende Oktober stand er wieder an der Startlinie eines Marathons. Als Tempomacher für die ebenfalls auf Olympia hoffende Schwarzwälderin Lisa Hahner absolvierte Uliczka die volle Renndistanz von 42,195 Kilometern.

Im Läuferland Kenia , genauer: in der Hochburg Iten schaffte Uliczka nun die Grundlage für kommende Rennen und absolvierte dabei bei angenehmen Temperaturen 160 bis180 Laufkilometer pro Woche plus einige Stunden Ergometertraining.

Ein hartes Programm, bei dem wenig Zeit für andere Dinge bleibt. „Im Grunde genommen bestand mein Tagesablauf aus: Training, Essen, Schlafen, Training, Essen, Schlafen“, berichtet der Profisportler und gesteht schmunzelnd: „Manchmal fragt man sich schon, warum man sich das antut“.

Zurück im Sportinstitut der Uni Kiel nimmt Uliczka gegen 9 Uhr seinen ersten von vier Vier-Kilometer-Läufen auf dem Laufband in Angriff. Motiviert mit Musik der eigenen Playlist, wird von Lauf zu Lauf die Geschwindigkeit von anfänglich 3:30 Minuten pro Kilometer bis hin zu 3:01 Minuten pro Kilometer gesteigert, dazwischen ist genau eine Minute Pause, um für die Laktatmessung einen kleinen Bluttropfen aus dem Ohrläppchen zu entnehmen.

Der dritte Lauf entspricht bereits beinahe dem durchschnittlichen Marathontempo, welches für eine Zielzeit von 2:12:15 Std. benötigt wird. Diese Zeit fordert der deutsche Leichtathletikverband für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio, für die sich Uliczka am 21. Februar in Sevilla (Spanien) qualifizieren möchte.

Nach vier Läufen steigt das Nordlicht erschöpft vom Laufband und wartet auf die Auswertung von Prof. Dr. Burkhard Weisser und Christine Voigt-Landsiedel. Kurz darauf die erfreuliche Nachricht: „Steffen hat erstaunliche Fortschritte vor allem im Bereich des geplanten Renntempos gemacht“, sagt Prof. Weisser. „Die Laktatwerte stimmen uns zuversichtlich, dass der Aufbau stimmt und wir Steffen im August vorm Fernseher die Daumen drücken können.“

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