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TSV Lütjenburg im Fadenkreuz

Fußballverein stellte Strafanzeige TSV Lütjenburg im Fadenkreuz

Dass rivalisierende Fußballfans von Profiklubs zu Mitteln greifen, die nicht legal sind, um den Gegner – oder in deren Augen Feind – zu diskreditieren, ist nicht neu. Das geht über Fahnendiebstahl bis hin zur öffentlichen Verbrennung von Vereinssymbolen des Rivalen oder anderen sinnfreien Übungen. Eine ähnliche Aktion geschah nun im beschaulichen Lütjenburg, und sie könnte ein juristisches Nachspiel haben.

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Diese Aufkleber wurden in Lütjenburg auf dem Sportplatz des TSV verkauft und auf das Ortseingangsschild an der Plöner Straße geklebt.

Quelle: Andreas Zimmermann

Lütjenburg/Wentorf. Was ist vorgefallen? Anlässlich des Kreispokalspiels des TSV Lütjenburg gegen den TSV Wentorf (3:5 nach Verlängerung) am 1. August wurden Aufkleber zumindest von einer dem TSV Wentorf nahestehenden Person für zwei Euro verkauft. Ob es mehrere Verkäufer gab, steht nicht fest. „Der Erlös sollte in die Mannschaftskasse der Wentorfer fließen“, so die Aussage von Lütjenburgs Obmann Rolf Scheff. Allerdings sind diese professionell hergestellten Aufkleber alles andere als dazu geeignet, die Mannschaftskasse einer Fußballmannschaft aufzufüllen. Das Gewaltpotenzial ist unübersehbar: „Gruppo Anti“ steht darauf, dazu gibt es das Gesicht eines halb vermummten Mannes und das Fadenkreuz gerichtet auf das Logo des TSV Lütjenburg. Die „Gruppo Anti“ existiert bereits im Internet unter anderem mit gleichartigen Aufklebern und den Logos von Werder Bremen, RB Leipzig und Rapid Wien. Veröffentlicht wurden diese von Ultras der Klubs.

 Vermutlich hat ein Anhänger des TSV Wentorf diese Vorlagen aus dem Netz kopiert und sie dann auf den TSV Lütjenburg projiziert. Die Lütjenburger beurteilen diese Aufkleber als inakzeptabel. Für Rolf Scheff, seit Jahren Fußballobmann und Polizeibeamter, ist das Fass nun übergelaufen. Scheff entschied mit seinem Vorstand, Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Diese ist der Staatsanwaltschaft in Kiel zugegangen mit der Bitte zu prüfen, inwieweit der Tatbestand § 131 Strafgesetzbuch (Gewaltdarstellung) erfüllt ist.

 „Wir haben die Aufkleber im Original gesichert und die Anzeige an die Staatsanwaltschaft nach Kiel geschickt, mit der Bitte um Entscheidung, ob weitere Ermittlungen getätigt werden sollen“, sagt Scheff, der mit dieser Maßnahme auch den Verein schützen will. „Das hat überhaupt nichts mit dem Ausgang des Pokalspieles zu tun, das die Wentorfer verdient gewonnen haben“, will er gleich möglichen Spekulationen, dass dies nun eine weniger sportliche Retourkutsche sei, entgegentreten. Auch der Kreisfußballverband Plön und der Schleswig-Holsteinische Fußball Verband erhielten davon Kenntnis.

 Der Vorsitzende und Trainer des TSV Wentorf, Christof Witt, distanzierte sich bereits von dieser Aktion. „Wir haben mit dieser Geschichte nichts zu tun. Es handelt sich hier offenbar um eine oder mehrere Personen, die dem TSV nahe stehen.“ Und als Wentorfer Trainer fügte Christof Witt hinzu: „Dass der Erlös dieser Aufkleber in die Mannschaftskasse fließen sollte oder geflossen ist, ist eine glatte Lüge. Außerdem hätte ich es besser gefunden, man wäre auf uns zugekommen, bevor man etwas schreibt oder Anzeige erstattet“, so Witt, der bereit ist, an der Aufklärung mitzuwirken, denn dem Produzenten bescheinigt er, nicht gewusst zu haben, welche Tragweite diese Aktion haben könnte.

Von Andreas Zimmermann

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