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Tennis-Abenteuer beginnt am 17. Juli

Suchsdorf in 2. BL Tennis-Abenteuer beginnt am 17. Juli

Am 21. Juni 2015 war es Markus Eriksson vorbehalten, der Tennisabteilung des Suchsdorfer SV den größten Erfolg der Klubgeschichte zu bescheren, den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Knapp zwei Monate vor dem Saisonstart (17. Juli) ist die Vorfreude auf das Abenteuer Liga zwei beim SSV ungebrochen.

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Schmerzhafter Verlust für den Suchsdorfer SV: Der Schwede Markus Eriksson (Mitte), hier beglückwünscht von Florian Barth und Matthias Bähre (re.), wechselte zum SSC Berlin.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Beim krönenden Regionalliga-Saisonfinale in Bremen hatte im Spitzeneinzel die Extraklasse des Schwedens für den entscheidenen Punkt gesorgt und den SSV als erste Kieler Herrenmannschaft überhaupt in die Zweite Bundesliga katapultiert.

Wenn Christoph Schrabisch und Jörg Moritz dieser Tage über die Tennis-Anlage am Alten Steenbeker Weg schlendern, haben der Teamkapitän und der Abteilungsleiter der Suchsdorfer Tennissparte die Köpfe voll. Voll mit unzähligen Dingen, die in den verbleibenden acht Wochen noch erledigt werden müssen, um den Anforderungen des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) gerecht zu werden. Neben der Kader- und Terminplanung sind die Suchsdorfer vor allem mit dem Aufhübschen ihrer Anlage beschäftigt. Zweifelsohne zählt diese zu Deutschlands kleinsten Bundesliga-Stätten. Gestandene Klubs, wie beispielsweise Auftaktgegner Bremerhaven, werden sich ob der familiären Atmosphäre und Enge erst einmal akklimatisieren müssen.

Schiedsrichterstühle fehlten noch

Auch die zunächst fehlenden Schiedsrichterstühle bereiteten dem SSV lange Zeit Kopfzerbrechen. Für die vier Unparteiischen, die der DTB neben dem Oberschiedsrichter pro Heimspiel nach Suchsdorf entsendet. Bis in die 1990er-Jahre zählte das Referee-Mobilar auf nahezu jedem ambitionierten Klubgelände zum Inventar. Bis sein schleichendes Verschwinden einher ging mit dem Mitgliederschwund in den deutschen Vereinen. Unkraut jäten, Platzpflege oder die Ränge auf der kleinen „Osttribüne“ säubern – es sind die kleinen Dinge, die die vielen Helfer auf Trab halten.

Mehr organisatorisches Geschick verlangt auf der anderen Seite tatsächlich die Verköstigung der Spieler. Wer sich mit Tennis-Medenspielen auskennt, weiß: Nach dem Punktspiel treffen sich beide Teams zum vom Gastgeber gesponserten Essen. Dieses Ritual gehört in Liga zwei der Vergangenheit an. Angesichts der weiten Anfahrtswege der Gäste werden die Spieler nun rund um die Uhr verpflegt. Dafür muss der SSV ein Ganztagesbüffet vorhalten. Die benachbarte SSV-Halle wird demnach zur Spielerlounge umfunktioniert. Und auch den Zuschauern will der SSV bei freiem Eintritt in der höheren Spielklasse einen verbesserten kulinarischen Service bieten. Neben dem üppigen Frühstücks- und Kuchenbüffet gibt es zukünftig Heißes vom Rost.

Eriksson hat den Klub verlassen

Die Zweite Tennis-Bundesliga der Herren geht in diesem Jahr in ihre 16. Runde. Von 2010 bis 2013 noch eingleisig, wird die Spielklasse seit 2014 wieder in einer Nord- und einer Süd-Gruppe durchgeführt. Für den SSV ist der Aufstieg eine riesige Sache. Oder wie es Christoph Schrabisch formuliert: „Ein großes Geschenk, dass wir auf so einem hohen sportlichen Niveau dabei sein können.“ Nur ein Jahr nach dem Sprung in die Dritte Liga war dem SSV mit der Meisterschaft das Husarenstück gelungen. „Das stellt die außergewöhnliche Leistung unserer Jungs noch einmal besonders heraus“, meint der 49-jährige Ex-Zweitligaspieler, für den das Saisonziel nur „Klassenerhalt“ lauten kann. „Angesichts unserer begrenzten finanziellen Möglichkeiten können und wollen wir nicht auf hoch dotierte Profis, sondern unsere mannschaftliche Geschlossenheit setzen.“

Knapp 30000 Euro beträgt dank des Nachwuchs-Förderkreises (30 Sponsoren) der SSV-Etat – für Sommer- und Hallensaison. Noch ein Vergleich mit Bremerhaven: Der Titelfavorit erhält allein schon von der Stadt Bremerhaven 34000 Euro und verfügt in der Summe über rund das Dreifache wie der SSV. Markus Eriksson schlägt im übrigen nicht mehr für den SSV auf. Wie Suchsdorfs Tscheche Erik Chvojka nahm auch der Schwede ein besseres Angebot an – in Liga drei.

„Das ist sehr traurig, aber wir konnten und wollten da nicht mithalten“, erklärt Schrabisch, der auf der Suche nach Ersatz schnell fündig wurde. Als neue Nummer eins wird beim Suchsdorfer SV nun der Brite Lloyd Glasspool (ATP 403) aufschlagen. Zudem wechselt Leon Schütt (ATP 878) aus Itzehoe nach Kiel. Und noch ein Fund konnte noch rechtzeitig vermeldet werden: Schiedsrichterstühle! Entdeckt bei einem Klub im Kieler Umland.

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Zweite Tennis-Bundesliga
Foto: Ein Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt: Andre Göransson siegte vor 220 Zuschauern auf der Suchsdorfer Anlage gegen den Berliner Friedrich Klasen mit 6:4 und 6:4.

Dank eines fulminanten Endspurts am letzten Doppelspieltag schlägt Aufsteiger Suchsdorfer SV auch in der Sommersaison 2017 in der Zweiten Tennis-Bundesliga auf. Nach dem 7:2-Auswärtssieg am Freitag in Hamburg beseitigte der SSV Sonntag die letzten Zweifel am Klassenerhalt.

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