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THW Kiel will mit den Fans feiern

20. Meistertitel THW Kiel will mit den Fans feiern

60 Minuten trennen die Bundesliga-Handballer des THW Kiel noch von der 20. deutschen Meisterschaft. Mit einem Sieg am Freitag (20 Uhr) im Heimspiel gegen den TBV Lemgo können die „Zebras“ den vierten Titel in Serie unter Dach und Fach bringen. Verfolgen Sie das Spiel und die anschließende Feier auf dem Rathausplatz im KN-Liveticker.

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Filip Jicha hatte in dieser Saison nach seiner OP lange dara arbeiten müssen, um zu solchen Jubelposen zurückzufinden. Jetzt will er auch zum Abschluss einen Sieg.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Wohl selten hat ein Team so sehr nach einer Mannschaftssitzung verlangt wie der THW Kiel am Mittwochabend in Hannover. Immer wieder schmetterten nach dem Kampfsieg im vorletzten Spiel der Handball-Bundesliga gegen die TSV Hannover-Burgdorf (28:26) die Rufe nach dem Trainer durch den Kabinengang der Swiss Life Hall.

Endlich kam Alfred Gislason, wagte sich zögerlich in die Höhle der nach schweißtreibender Arbeit und Bierduschen riechenden Spieler. Und dann war er gefangen. Die Tür flog zu, wurde von den Betreuern verrammelt, und drinnen gab es die feucht-fröhliche Abreibung für den Chef. Nach draußen drangen nur noch wildes Freudengetrommel auf Bänken und an die Tür und das gebrüllte Stakkato des Teams: „Deutscher Meister! Deutscher Meister!“

 Es war der Moment für die erfolgserprobten Spieler, als nach einer Saison mit einer holprigen Startphase, dem Ausscheiden im Viertelfinale im DHB-Pokal und dem verpatzten Auftritt im Final4 der Champions League am vergangenen Wochenende die Erlösung herausplatzte.

 Nur pure Zahlenmenschen mögen angesichts des noch ausstehenden Spiels (heute, 20 Uhr, Sparkassen-Arena) gegen den TBV Lemgo die Theorie bemühen, dass die Meisterschaft noch nicht offiziell besiegelt ist. Doch Theorie fand in diesem Kabinengang nicht statt. Hier regierte die Praxis der puren Freude, des Glückstaumels über den Gewinn der 20. deutschen Meisterschaft in der Geschichte des Vereins. Und Trainer, Betreuer und Medizinstab beobachteten mit sichtlichem Genuss, wie die Spieler hüpften und feierten – auch Dominik Klein, der sich noch von seinem Kreuzbandriss erholt, und Johan Sjöstrand, dessen Körper der Gewichtsverlust nach seiner Erkrankung mit Malta-Fieber noch deutlich anzusehen ist.

 THW-Kapitän Filip Jicha brauchte im Kabinen-Tumult einige Minuten, bis er ein kurzes Statement abgeben konnte. Nicht etwa, weil er den Titelgewinn noch nicht realisiert hatte. Das hatte er bereits in der Halle, als er sich in der Schluss-Sekunde einen Abpraller schnappte und den Ball am Boden sitzend zum 28:26 ins Tor beförderte. Mit geballten Fäusten feierte er den Sieg, der die Kieler mit zwei Punkten und 25 Toren Vorsprung vor den Rhein-Neckar Löwen ins Finale ziehen lässt. Ein Vorsprung, den sich das Team nicht nehmen lassen wird, um heute die Meisterschale nach dem Spiel gegen Lemgo in die Höhe zu stemmen und später auf dem Rathausplatz zu präsentieren. Um 19 Uhr beginnt das Musikprogramm auf dem Platz, um 20 Uhr die Live-Übertragung des Spiels. Und morgen ab 10 Uhr feiert die Mannschaft mit Freibier in der Forstbaumschule.

 Aber für den nach Worten suchenden Jicha schloss sich am Mittwoch der Kreis eines Jahres. In der Schlussphase der Saison 2013/14 hatte er die Mannschaft zum kaum mehr für möglich gehaltenen Titelgewinn geführt, die Energieleistung mit einer OP des überlasteten Fußgelenks bezahlt und sich dann mühsam zurück gearbeitet. Erst in der entscheidenden Phase der aktuellen Saison hatte er wieder zu alter Form gefunden. Und in Hannover hatte er ab der 18. Minute das Zepter auf dem Feld in die Hand nehmen müssen, obwohl er wegen einer Schambeinentzündung nur unter Schmerzen spielen konnte. Doch seine Präsenz führte die nervösen Kieler zurück in die Spur. Und heute will der Kapitän nicht nur die Meisterschale in Empfang nehmen, sondern der Saison die Krone aufsetzen: „Ich will den Titel mit einem Sieg zum Abschluss gewinnen. Dafür werden wir alles geben. Das sind wir auch unseren Fans schuldig.“

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Ein Artikel von
Ralf Abratis
Sportredaktion

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