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THW bezwingt Orlen Wisla Plock

Handball THW bezwingt Orlen Wisla Plock

Nicht schön, aber zwei Punkte. Mit dieser simplen Formel fasst THW-Torhüter Niklas Landin den Abend nach 60 Minuten zusammen. Ein Mittwochabend in der Handball-Champions-League, den der THW Kiel mit einem überaus glücklichen 26:24 (14:14) gegen Orlen Wisla beendet und dabei wahrlich keinen Schönheitspreis verdient hat.

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Kiels Domagoj Duvnjak (rechts) erzielte den Volltreffer in den letzten Sekunden.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Der Sieg vor 9100 Zuschauern in der Sparkassen-Arena zementiert den vierten Platz in Gruppe A, verschafft Luft, macht aber auch Sorgen für die kommenden Aufgaben. Niklas Landin, Domagoj Duvnjak und Dominik Klein sind die Matchwinner. Alle drei auf ihre ganz eigene Weise.

Gerade einmal sieben Minuten sind vergangen, als THW-Coach Alfred Gislason die erste Auszeit nimmt. Die Polen spielen eine unangenehme 6:0-Deckung, offensiv, schmutzig stoßen Dan Emil Racotea, Tiago Rocha und Co. in die Lauf- und Passwege der Kieler. Plock führt 5:2 (7.), Gislason stellt seine Deckung um, lässt jetzt in der offensiven 3:2:1-Variante verteidigen, mit Domagoj Duvnjak an der Spitze. Genau, Duvnjak, dieser kroatische Alleskönner und Allesmüsser, der hinten rotiert und im Angriff längst zur schwarz-weißen Lebensversicherung gewachsen ist. Nach der Umstellung läuft es besser im Kieler Spiel. Nur vier Gegentore in der zweiten Viertelstunde bis zur Pause sprechen eine deutliche Sprache. Aber im Angriff? Es gibt Lichtblicke: Ilija Brozovic ist so einer. Nach einer halben Stunde stehen drei Tore und vier erarbeitete Siebenmeter auf dem Konto des kroatischen Kreisläufers. Er profitiert von sehenswerten Anspielen (Ekberg, Cañellas). Doch reihenweise finden die Kieler in Torwart Rodrigo Corrales Rodal ihren Meister. Marko Vujin bleibt das große Rückraumrätsel, für drei Treffer aus dem Feld benötigt der Serbe neun Versuche. Dennoch bleibt Linkshänder Dener Jaanimaa an diesem Abend ohne eine einzige Einsatzminute

Also kommt es wieder einmal auf Duvnjak an. Der 27-Jährige – man muss es wiederholen – rackert sich ab, macht die wichtigen Tore, wenn es drauf ankommt. Zehn sind es am Ende. Zum Beispiel das 22:23 (55.) oder das 24:24 in der Schlussphase (59.). Zu diesem Zeitpunkt hat endlich auch Niklas Landin ins Spiel gefunden, pariert zwei Tempogegenstöße in Folge, bringt Michal Daszek beim Siebenmeter aus dem Konzept (56.) und pariert den entscheidenden Strafwurf von Rocha (60.), ehe Dominik Klein das Matchwinner-Trio komplettiert, diesen Schlagabtausch nach 59:47 Minuten mit einem brachialen Schlagwurf aus zehn Metern genau in den Winkel entscheidet. „Von diesem Wurf habe ich geträumt“, sagt „Mini“ Klein anschließend. Der Linksaußen, der in der Schlussphase auch in der Rückraum-Mitte die Fäden zieht, strahlt: „Wenn man so etwas bildlich durchspielt, dann klappt es auch.“

Jetzt wirft Plock-Trainer Manolo Cadenas alles in die Waagschale, nimmt den Torhüter vom Feld. Das Finale gebührt Domagoj Duvnjak: Er trifft das verwaiste Tor, sein zehnter Treffer zum 26:24. Nicht schön, aber noch einmal gutgegangen. „Ich bin glücklich über den Sieg“, sagt Alfred Gislason. „Bei unserem momentanen Verletzungspech war das sehr wichtig.“

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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