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Zebras feiern 20. Titel

+++ Mit Video +++ Zebras feiern 20. Titel

Es ist vollbracht: Mit einem souveränen 33:29 (18:12)-Heimsieg gegen den TBV Lemgo machte der THW Kiel am Freitagabend seine 20. Meisterschaft in der Handball-Bundesliga perfekt - und startete in eine lange Partynacht. Am Samstagmorgen traf sich der THW-Tross dann zum Frühstück in der Forstbaumschule.

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Torhüter Andreas Palicka gab am Freitag seine Abschlussvorstellung auf Kieler Parkett.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die 20 hing an der Decke, im Foyer warteten 20 Luftballons darauf, mitfeiern zu dürfen. Weiße, die in schwarzen Zahlen jene Jahre auflisteten, in denen die Zebras Hallenmeister geworden sind. Von 1957 bis heute. Auf dem Rathausplatz hatten sich schon eine Stunde vor dem Anpfiff die Ersten beim Public Viewing eingefunden. Auch Dominik Klein stattete dem natürlichen Lebensraum für feiernde Zebras einen Besuch an, um ein erstes Mal „Humba tätärä“ anzustimmen. Dann machte sich der verletzte Linksaußen im Wissen auf dem Weg zur Halle, dass sein operiertes Kreuzband den einen oder anderen Tanzschritt aushalten würde.

In der mit 10285 Zuschauern ausverkauften Arena machte sich schon lange vor dem Anpfiff Partystimmung breit, obwohl die endgültige Entscheidung noch gar nicht gefallen war. Sicher, die Zebras hatten zwei Punkte und 25 Tore Vorsprung auf die Löwen. In die Wehrhaftigkeit seines Ex-Klubs SC Magdeburg hatte Alfred Gislason aber wenig Vertrauen. „Für den SCM ist dieses Spiel nur eine Saisonabschlussparty“, sagte der Trainer, den seine Kollegen und die Manager der 19 Bundesligisten zum Trainer des Jahres gewählt hatten.

Der THW Kiel feiert am Freitagabend seine 20. deutsche Meisterschaft mit den Fans auf dem Rathausplatz in Kiel.

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Tatsächlich hatte der SC Magdeburg den vierten Platz längst in der Tasche, die Qualifikation für den EHF-Cup stand nach Jahren der Tristesse damit fest – der wiederbelebte Traditionsverein aus Sachsen-Anhalt, das war klar, hatte kein großes Interesse an einer Löwenjagd. Mit einem klaren Auswärtssieg der Badener war zu rechnen, doch den Gang auf den Rathausbalkon hätte nur eine Niederlage der Kieler verhindern können. Eine deutliche. In den Annalen findet sich in einem von der Zeit vergessenen Ordner ein Ergebnis, das sich Freitagabend hätte wiederholen müssen, um den Löwen den ersten Meistertitel zu bescheren. Wann? Wie hoch? Am 6. Mai 1979 unterlag der THW dem TV Großwallstadt 17:26. Eine Niederlage mit neun Toren, höher hatten die Zebras in eigener Halle seit knapp vier Jahrzehnten nicht verloren. An eine Wiederholung glaubte niemand. Auch gegen den TBV Lemgo nicht, der die Kieler zu Saisonbeginn mit 27:21 besiegt und in einen Tabellenletzten verwandelt hatte.

Bevor die letzten 60 Minuten begannen, verabschiedete der THW Jugendkoordinator Raul Alonso (wird Trainer des österreichischen Erstligisten Schwaz) und Kreisläufer Fynn Ranke (wechselt mit Rückkehroption zum VfL Bad Schwartau), Klein überreichte die Geschenke an die sichtlich Gerührten. Auch für Holger Fleisch und Jürgen Rieber sollte es ein besonderer Abend werden, eines der besten deutschen Gespanne pfiff sein letztes Spiel.

Die Bald-Meister liefen einzeln ein. Angeführt von Filip Jicha, der wegen einer Schambeinentzündung geschont wurde. Die Zuschauer erhoben sich und feierten jeden THW-Spieler, auch Klein, der im Trikot auflief. Als das letzte Saisonspiel dann endlich starten durfte, wurde schnell klar, dass es wenig Sinn hatte, sich über Zwischenstände aus Magdeburg zu informieren. Angeführt von Domagoj Duvnjak, an dem laut spanischer Medien der FC Barcelona großes Interesse hat, stand die Deckung sicher. Und im Angriff nistete sich der Spielwitz ein – nach 20 Minuten lag der THW bereits mit 11:6 vorne. Der TBV, der sich am vorletzten Spieltag mit einem 45:26-Kantersieg gegen den HSV vor dem Abstieg rettete, mühte sich. Doch die Gelegenheit, zum Spielverderber zu werden, gab ihm der Gastgeber bis zum Ende nicht. Der Auftakt für eine lange Partynacht ...

Fan-Frühstück in der Forstbaumschule

Als Patrick Wiencek am Samstagvormittag mit Frau und Kind um die Ecke bog, gab es artig Beifall der ersten Fans, die sich in der Kieler Forstbaumschule versammelt hatten. Eine halbe Stunde später, als Joan Canellas und Johan Sjöstrand - getarnt mit einer riesigen Sonnenbrille - folgten, ließen die Zebra-Anhänger den Spielern gar keine Chance, ungehindert ans Frühstücksbuffet zu schleichen. Der Deutsche Meister zum Anfassen, das wollten sich zahlreiche Handballfans nicht entgehen lassen. Binnen Sekunden waren die THW-Akteure von Fans umringt, und gaben geduldig Autogramme, posierten für Selfies und nahmen viele Glückwünsche entgegen. Mit guter Laune und viel Geduld trotteten auch die übrigen Spieler nach und nach ein. Genau wie ihre Fans waren sie noch ein wenig von der langen Party-Nacht gezeichnet, genossen aber das gemeinsame Familienfrühstück zum Saisonende.

Die Spieler des THW Kiel zum Anfassen: Das wollten sich zahlreiche Handballfans nicht entgehen lassen.

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Von Ralf Abratis, Wolf Paarmann, Niklas Wieczorek, Sonja Paar (Text), Uwe Paesler, Sascha Klahn und Sonja Paar (Fotos)

 

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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+++ KN live vor Ort +++
Foto: Die Zebras haben es geschafft - jetzt geht es auf zur Meisterfeier mit den Fans auf dem Rathausplatz.

THW Kiel besiegt den TBV Lemgo mit 33:29 und wird zum 20. Mal deutscher Meister. Jetzt geht es für die Spieler auf den Rathausplatz in Kiel, um den Erfolg gemeinsam mit den Fans zu feiern. Verfolgen Sie hier die Outdoor-Party im Ticker.

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