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Deutschland liegt 0:2 zurück

Fed-Cup-Halbfinale Deutschland liegt 0:2 zurück

Noch nie hat eine deutsche Fed-Cup-Auswahl einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Im Halbfinale in Russland verloren Julia Görges und Sabine Lisicki ihre Einzel. Der erneute Final-Einzug ist damit wohl Utopie.

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Julia Görges verlor am Samstag in Sotschi gegen Swetlana Kusnezowa mit 4:6, 4:6.

Quelle: dpa

Sotschi. Sabine Lisicki kämpfte schon beim Seitenwechsel mit den Tränen und stürmte nach ihrer bitteren Fed-Cup-Pleite sofort in die Kabine. Nach einem vergebenen Matchball verlor die ehemalige Wimbledon-Finalistin am Samstag 6:4, 6:7 (4:7), 3:6 gegen Anastasia Pawljutschenkowa und verpasste beim Halbfinale in Russland den fest eingeplanten Ausgleich. „Ich bin sehr enttäuscht. Aber wir müssen jetzt positiv bleiben. Es sind noch drei Matches, und es gibt immer eine Chance, zurückzukommen“, sagte Lisicki in der Pressekonferenz.

Mit 0:2 liegen die deutschen Tennis-Damen nach dem ersten Tag zurück und dürften kaum noch Chancen auf den Einzug in das Endspiel am 14. und 15. November haben. Dabei galt die Auswahl von Bundestrainerin Barbara Rittner nach den Absagen von Maria Scharapowa und Jekaterina Makarowa auf dem Sandplatz in der Adler-Arena von Sotschi als favorisiert. Doch an der Stätte der Eisschnelllauf-Entscheidungen bei den Olympischen Winterspielen 2014 erwies sich die Rolle als Bürde.

„Wir werden versuchen, das ganze Ding noch zu drehen“, sagte Rittner und malträtierte auf dem Podium den schwarzen Filzstift in ihrer Hand. Ihre Auswahl muss jetzt am Sonntag (ab 12.00 Uhr MESZ/live bei Sat.1 Gold und www.tennis.de) beide Einzel und das abschließende Doppel gewinnen, um doch noch wie im Vorjahr das Finale zu erreichen.

Allerdings macht nicht nur die Statistik wenig Mut: Noch nie hat eine deutsche Fed-Cup-Auswahl seit Einführung des Best-of-Five-Formats vor 20 Jahren einen 0:2-Rückstand noch gedreht. Zudem konnten sich weder Lisicki noch Görges nachhaltig für einen weiteren Einsatz empfehlen. Görges unterlag im ersten Match des Tages der zweimaligen Grand-Slam-Turniersiegerin Swetlana Kusnezowa mit 4:6, 4:6.

„Es gibt immer ein erstes Mal. Wir werden versuchen, das, was noch nie passiert ist, zu schaffen“, sagte Rittner. Ihre Entscheidung, die müden und Jetlag-geplagten Spitzenspielerinnen Andrea Petkovic und Angelique Kerber zu schonen, verteidigte sie. „Ich übernehme die volle Verantwortung dafür. Ich habe auch die Aufgabe, meine Spielerinnen zu schützen. Wir hatten einen Matchball. Wenn es 1:1 stehen würde, müssten wir darüber nicht diskutieren“, sagte Rittner.

Ob am Sonntag nun Petkovic und Kerber zum Einsatz kommen oder nur eine der beiden, ließ die Teamchefin zunächst offen. „Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen und auch mit den Mädels reden und dann eine Entscheidung treffen“, kündigte Rittner an.

Mit dem Druck des Rückstandes konnte Lisicki nicht umgehen. Die Wimbledon-Finalistin von 2013 präsentierte sich trotz ihrer zuletzt wieder ansteigenden Formkurve am Ende als zu unkonstant. In einem zerfahrenen Duell unterliefen ihr 63 unerzwungene Fehler. Nach 2:29 Stunden verwandelte Pawljutschenkowa ihren dritten Matchball.

Beim Stand von 6:5 im zweiten Satz hatte Lisicki ihrerseits einen Matchball vergeben und verschwand nach dem im Tiebreak verlorenen Durchgang erst einmal mit Rittner und ihrem persönlichen Trainer Christopher Kas in der Kabine. Doch anstatt mental frisch zurückzukommen und die alles andere als überragend aufspielende Weltranglisten-38. unter Druck zu setzen, flatterten ihr die Nerven.

Die überraschend für das Einzel nominierte Görges hatte sich gegen Kusnezowa zwar tapfer gewehrt, war insgesamt aber auch chancenlos und musste sich nach 1:43 Stunden in zwei Sätzen geschlagen geben.

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