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Höllenritte auf schwerem Sand

Tensfeld Höllenritte auf schwerem Sand

Die tollkühnen Männer auf ihren fliegenden Kisten bleiben für die Motorradsportfreunde in Schleswig-Holstein ungebrochen attraktiv. Insgesamt rund 10000 Zuschauer strömten am Wochenende zum traditionellen ADAC MX Masters auf der Motocross-Anlage in Tensfeld.

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Immer wieder der schwierigste Moment für die Piloten: die erste Kurve nach dem Start auf dem anspruchsvollen 1850-Meter-Kurs in Tensfeld.

Quelle: Uwe Paesler

Tensfeld. Auf dem anspruchsvollen 1850-Meter-Kurs mussten auch die zahlreichen Weltklasse-Piloten ganz viel Können und Konzentration aufbieten, um gute Platzierungen zu erreichen und Stürze zu vermeiden.

 „Absteiger“ gab es in der Tat nur wenige, und alle gingen glimpflich aus. Das galt auch für den Nachwuchs, der beim MX Youngster Cup (Jahrgänge 95-02) und beim MX Junior Cup (Jahrgänge 01-06) seine schon beachtlichen Fähigkeiten auf dem tiefen, schwer zu fahrenden Sandboden demonstrierte. Nach dem fünften von insgesamt sieben Läufen der bundesweiten Masters-Serie gab es auch einen Führungswechsel in der engen Gesamtwertung: Der zuvor noch führende KTM-Pilot Dennis Ullrich aus Kämpfelbach (Sarholz Racing Team) musste nach seinem neunten Rang in der Tageswertung den „Thron“ seinem Teamkollegen und bisherigen Zweiten Harri Kullas aus Finnland überlassen, der am Sonntag den vierten Platz erreichte. Den Tagessieg holte sich der Däne Thomas Kjer Olsen auf Husqvarna vor Kevin Strijbos (Belgien, Suzuki) und Arminas Jasikonis aus Litauen (Suzuki).

 Lokalmatador Mike Stender war mit seiner Performance nur bedingt zufrieden. Der Eutiner erreichte in den beiden Wertungsläufen die Ränge 12 und 16 und beendete den Renntag als Zwölfter. In der Gesamtwertung rangiert der Suzuki-Pilot auf dem achten Rang.

 Schon in der Qualifikation am Sonnabend war der 25-Jährige einmal gestürzt. „Die Strecke ist ganz anders beschaffen als sonst: viele kleine Löcher und Kanten statt langer Wellen wie in den vergangenen Jahren. Außerdem ist sie extrem schnell, und man will ja nicht stürzen. Ich finde einfach keinen Rhythmus“, haderte Stender schon vor den Rennen am Sonntag mit der Bahnstruktur. Auch das Fahrwerk seiner Maschine zickte. „Ich habe kein Vertrauen in das Motorrad.“

 Vertrauen in ihren Freund hatte immerhin Stenders Lebensgefährten Kim Irmgartz, selbst erfolgreiche WM-Fahrerin bei den MX-Frauen. Die 26-Jährige hatte am Wochenende rennfrei und konnte so als psychologische Unterstützung wirken – mit (Teil-)Erfolg.

 „Nach Rang zwölf im ersten Lauf war ich zufrieden. Im zweiten Durchgang bin ich dann gestürzt, außerdem zeigte ich am Ende körperliche Defizite“, sagte der Ostholsteiner. „Die Strecke war sehr ausgefahren, damit hatte ich Probleme. Aber Rang zwölf in der Tages-Gesamtwertung ist okay“, war Stender am Ende doch versöhnlich gestimmt.

 Dass die Strecke „unglaublich schwierig ist“ und damit ihrem europaweiten Ruf wieder einmal gerecht wurde, bestätigte auch Tagessieger Thomas Kjer Olsen. Der Däne fuhr zweimal auf Rang zwei ein und bot damit die mit Abstand konstanteste Leistung. Den größten Eindruck hinterließ indes der Drittplatzierte Arminas Jasikonis. Der Litauer startete im ersten Durchgang zum ersten Mal auf einer Suzuki, nachdem er vor kurzem von Kawasaki zum Team des Motocross-Rekordweltmeisters (zehn Titel) Stefan Everts aus Belgien gewechselt war. Als wenn er mit der fremden Maschine schon seit langem vertraut wäre, dominierte er die Konkurrenz souverän.

 „Den Sieg habe ich im ersten Wettkampf auf der Suzuki natürlich nicht erwartet. Zwischendurch habe ich mal Gas rausgenommen, aber in den letzten zehn Minuten wieder volle Power gegeben“, erklärte der Balte lässig seinen Höllenritt.

 Von so viel Energie ließ sich auch das Stromnetz auf der Tensfelder Anlage inspirieren, das nach einem Ausfall zu Beginn der Siegerehrung zurückkehrte, als Jasikonis und Co. an der Reihe waren.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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