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Der Geist von Malente im Rampenlicht

Uwe-Seeler-Fußballpark Der Geist von Malente im Rampenlicht

Der Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente verwandelt sich in ein Fernsehstudio: In den kommenden Tagen sollen dort Sendungen aufgezeichnet werden, die den legendären Geist von Malente beschreiben. Dafür werden auch schon einmal Zimmer auf den Stand von 1974 zurückgesetzt.

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Geschäftsführer Tobias Kruse (re.) und Koch Andreas Gülzow wissen, es kommt während der Produktionstage viel Arbeit auf sie zu. Trotzdem freuen sie sich auf den Trubel im Uwe-Seeler-Fußballpark.

Quelle: sp

Malente. Große Lkw parken vor dem Sporthotel am Uwe-Seeler-Fußballpark in Malente. Gut zwei Dutzend Männer, mit Arbeitshosen, derben Handschuhen und Akuschraubern ausgerüstet, laden Boxen, Scheinwerfer und Kabeltrommeln aus. Gut 70 Redakteure, Kamera- und Tonleute, Beleuchter und Cutter werden am Sonnabend in Malente einziehen und den Fußballpark in ein Fernsehstudio verwandeln.

 Am Rande steht Tobias Kruse, der Hausherr. Der Geschäftsführer der Anlage des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes ist gerade sehr beschäftigt. „Als die Produktionsfirma von Beckmann im Januar anrief und uns die Idee von der Sendung unterbreitete, haben wir gerne zugesagt, und bis jetzt war die Zusammenarbeit super“, versichert er. Die Herausforderung wird sein, den Hotel- und Sportbetrieb aufrecht zu erhalten und gleichzeitig das Fernsehabenteuer zu meistern. Parallel zu den Fernsehleuten sind die U19-Nationalmannschaft aus dem Iran und die deutsche U16-Mädchennationalmannschaft zu Gast.

 Für den Koch Andreas Gülzow bedeutet die Medienpräsenz zur Europameisterschaft eine Doppelbelastung – auf die er sich freut. „Wir werden für etwa 50 Hotelgäste und zusätzlich bis in die späten Abendstunden ein Catering für die Mediencrew vorhalten“, erzählt er. „Freizeit ist da erst mal klein geschrieben. Aber dafür treffen wir sicher viele interessante Leute und den einen oder anderen Promi.“ Hausmeister Andre Schäfer ahnt, dass die kommenden Tage hektisch werden. „Schon jetzt kommt alle paar Minuten jemand vorbei, der ganz dringend irgendetwas braucht“, erzählt er lachend und bringt Plissees in einem Konferenzraum an.

 An der Rezeption sitzt Sebastian König. Er ist für die Organisation zuständig. „Alle, die etwas vom Fernsehen kennen, haben gesagt: Ihr wisst ja gar nicht, worauf ihr euch da einlasst. So langsam ahne ich, was sie meinten“, stöhnt er, noch gut gelaunt. Das Fernsehteam rückt hier und ändert dort. In den Sendungen soll es um den legendären Geist von Malente gehen. Dazu wird die modernisierte Anlage kräftig umgebaut: Das sagenumwobene Doppelzimmer von Paul Breitner und Uli Hoeneß, in dem 1974 das eine oder andere Bier gekippt wurde, die Umkleidekabinen, Krafträume und Fußballplätze von 1974 sollen auferstehen.

Um den Retrolook zu realisieren, hat die Produktionsfirma eine vier Meter große Fensterfront entfernt und auf dem Balkon dahinter die Kulisse von 1974 nachgebaut. „Die Umkleideräume, die wir vor vier Jahren erneuert haben, sind nun wieder auf den Stand von 1974 zurückgesetzt, aber die Verantwortlichen haben versprochen, alles wieder im modernen Zustand zu verlassen“, so die Hoffnung von König. Derweil stehen die Männer in den Arbeitshosen auf dem Dach des Sporthotels und reichen Kabel durchs Fenster.

 „Wir haben theoretisch alles durchgeplant, aber wahrscheinlich wird die Praxis eine ganz andere Sprache sprechen“, ist sich Tobias Kruse sicher. Er freut sich auf den Rummel – und darauf, dass der Uwe-Seeler-Fußballpark in ganz Deutschland zu sehen sein wird.

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