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Auslaufmodell Supercup

Vier-Nationen-Turnier Auslaufmodell Supercup

Der seit 1979 ausgetragene Handball-Supercup der Männer steht vor dem Aus. Für die am Freitag startende diesjährige Auflage des Vier-Länder-Turniers wurden an den drei Standorten Flensburg, Hamburg und Kiel nur jeweils 3000 bis 4000 Karten verkauft.

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Bundestrainer Sigurdsson will beim Supercup noch einmal neues Personal testen.

Quelle: Sascha Klahn

Kiel. „Den Supercup wird es in dieser Form nicht mehr geben. Das System ist überholt, nicht mehr zeitgemäß, das Turnier lockt keinen mehr hinterm Ofen hervor“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Mittwochmorgen in Kiel.

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hatte ins Kieler Hotel Atlantic geladen. Bundestrainer Dagur Sigurdsson referierte über die Mannschaft, Uwe Gensheimer und Lone Fischer führten als Models die neuen Nationaltrikots vor. Plötzlich trug DHB-Präsident Andreas Michelmann vor, was wie eine Bankrotterklärung klang: „Wir erwarten nur 3000 (Flensburg, Hamburg, d. Red.) bis 4000 (Kiel, d. Red.) Zuschauer. Allen war klar, dass an diesen Standorten mit Champions-League-Handball bessere Zahlen kaum zu erreichen sein würden.“

Mangelnde Interesse dank schwacher Gegner

„Neu durchdenken“ (Michelmann) wolle man das Konzept. Der Freundschaftsspiel-Charakter werde „nicht mehr angenommen“ (Hanning). Den Vorwurf, die mangelnde Attraktivität der Gegner bedinge das mangelnde Interesse, ließen die Verantwortlichen nicht gelten. Brasilien (Freitag), Serbien (Sonnbend) und Slowenien (Sonntag) seien nicht zu unterschätzen. Bundestrainer Sigurdsson redete Auftaktgegner Brasilien sogar regelrecht stark: „Die bereiten sich schon lange auf Olympia vor, haben bei der WM nur knapp gegen Spanien, Slowenien und Kroatien verloren.“

Kiels Linksaußen Rune Dahmke wunderte sich am Mittwoch über das geringe Interesse in der Handballstadt Kiel. Und auch Rückraum-Spieler Steffen Weinhold konnte sich noch gar nicht vorstellen, in eine nicht einmal halbvolle Sparkassen-Arena einzulaufen. „Komisch, das kann ich mir nicht erklären. Andererseits macht es einem bewusst, wie schön es ist, sonst in Kiel nur vor vollen Rängen zu spielen. Das ist sicher keine Selbstverständlichkeit“, so Weinhold. Über ein Nachfolge-Format machte Bob Hanning keine konkreten Angaben. „Alles ist offen, alles ist möglich. Vielleicht funktioniert ein Turnier im Süden in München besser. Vielleicht wäre auch ein Länderkampf mit Jugendteams und abschließendem Männer-Länderspiel eine gute Idee.“

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