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Die Überflieger von Jagel

Wakeboard-Park Die Überflieger von Jagel

Wakeboarding – selbst absolute Anfänger dürfen dieses Erlebnis spüren, schwerelos übers Wasser zu gleiten und mal richtig abzuheben. Im Wasserski Wakeboard Park Jagel, der vor 25 Jahren in Betrieb ging, drehen auch Weltmeister ihre Trainingsrunden.

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Richtig ausgerüstet mit Neoprenanzug, Schwimmweste und Helm, kann der Wasserski-Spaß beginnen. Anfänger brauchen beim "ersten Mal" etwas Überwindung.

Quelle: Joachim Welding

Jagel. Vor allem das angeblich starke Geschlecht staunt nicht schlecht, wenn sich diese schlanke Frau mit der blonden Mähne unterm Helm mit Mehrfachsaltos der Zuschauerterrasse nähert. „Sophia ist absolut weltklasse: In einer Männerdomäne zeigt sie allen, wie unser Sport geht“, erzählt Nick Lutkat, Juniorchef des Wasserski Wakeboard Parks über eine der weltweit besten Sportsfreundinnen: Sophia Reimers. Der 22-Jährige weiß, wovon er spricht, denn auf Wasserskiern steht er seit er sieben Jahre alt ist. Gefördert vom Vater und Anlagenbetreiber Cengizhan Ögretici, reifte Nick zu den besten Wakeboardern Deutschlands heran.

 Sophia allerdings driftet in einer ganz eigenen Klasse: 2010 wurde sie Weltmeisterin bei den Junior Ladys, zwei Jahre später wiederholte sie den Triumph bei den Frauen. Sie trainiert als einer der ganz wenigen Profis in diesem Sport fast täglich auf der Anlage in Jagel. Auch heute schaut die 23-Jährige vorbei, um sich auf die nächsten Wettkämpfe vorzubereiten. „Ich mag das Extreme. Dass man auf dem Wasser abheben und einfach so durch die Luft fliegen kann“, erzählt Sophia Reimers von dem außergewöhnlichen Gefühl, das seit einigen Jahren immer mehr Menschen spüren wollen. Es geht ihr darum, die Backroles, Frontflips und viele andere Wasserskifiguren zu perfektionieren, die die Zuschauer begeistern. „Am schönsten ist es, wenn Du über Wochen neue Tricks einübst und irgendwann alles ganz flüssig abläuft“, ergänzt Nick Lutkat, der dem Wettkampfzirkus inzwischen „tschüs“ gesagt hat und sich nun auf den Betrieb der Anlage konzentriert.

 „In diesem Jahr feiern wir vom 21. bis 23. August unser 25-jähriges Jubiläum“, sagt Ögretici. 1990 hat der Wasserski-Pionier den großen Trend erkannt und die Anlage in Jagel aufgebaut.Wasserfontänen spritzen. Wie ein Motorradfahrer legt sich die Frau auf dem Brett in die Seite und schießt plötzlich haushoch aus dem Wasser heraus, dreht sich in der Luft, um dann gekonnt wieder auf dem Wakeboard zu landen. Die hohe Kunst des Wasserskis beherrscht Sophia Reimers, als hätte sie nie etwas anderes getan. „Ich habe erst mit 14 angefangen und dann unheimlich viel Ehrgeiz entwickelt, auch die schwersten Tricks zu beherrschen“, erzählt die Schleswigerin, die sich als Sportsoldatin der Bundeswehr ganz auf ihre Wettkämpfe – unter anderem mit der deutschen Nationalmannschaft – konzentrieren kann. Derzeit belegt Sophia Reimers Platz fünf der Weltrangliste. Und wer weiß, was da noch so an Medaillen auf sie zukommt: Die Trendsportarten Wasserski und Wakeboarding haben beste Chancen, als olympische Disziplinen anerkannt zu werden.

 Wie schnell auch Anfänger eine saubere Kurvenlinie hinlegen, weiß Seniorchef Ögretici. „Auf den Brettern bleiben Kinder schon nach einer Stunde Anfängertraining. Die Jüngeren haben meist ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl.“ Erwachsene nehmen bei den ersten Fahrversuchen dagegen öfter mal Tuchfühlung mit dem feuchten Element auf. Halb so wild: Wer den Dreh raus hat, gleitet schon am ersten Tag federleicht über die Wasseroberfläche. Dabei geht es mit Tempo 30 über den See, in den Kurven beschleunigen Könner auf die doppelte Geschwindigkeit. Auch die Zuschauer auf der Terrasse haben ihren Spaß: Zum Kaffee gibt’s meist weltmeisterliche Luftsprünge und Saltos gratis dazu.

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