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Estredo fliegt zum siebten WM-Titel

Windsurf World Cup Estredo fliegt zum siebten WM-Titel

Bibbernd vor Kälte reckte Jose „Gollito“ Estredo am Brandenburger Strand den Arm in den Sylter Himmel. Die Siegerpose und seine Erleichterung machten deutlich, wie wichtig dem Windsurf-Ass aus Venezuela sein soeben errungener Erfolg war.

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Jose „Gollito“ Estredo aus Venezuela holte sich am Sonntag seinen siebten Weltmeistertitel in der Disziplin Freestyle.

Quelle: Frank Molter

Westerland. Zum Abschluss des Windsurf World Cup hatte Estredo ein eindrucksvolles Comeback gegeben und seinen siebten WM-Titel in der Disziplin Freestyle errungen. Während die Weltmeister im Slalom und Waveriding erst nach deren letzten Tourstops in der Bretagne (Ende Oktober) und auf Maui, Hawaii, (November) gekürt werden, durfte der Mann von der Isla Margarita schon am Sonntag den Champagnerkorken auf dem Siegerpodest knallen lassen. „Es war unglaublich knapp, Amado hätte den Sieg auch verdient. Ich bin total happy“, meinte der Südamerikaner. Am Ende der Double Elimination setzte sich der 27-Jährige gegen Amado Vrieswijk durch und bot dabei in buchstäblich letzter Minute eine eindrucksvolle Show. Bei eiskalten Bedingungen brannte Estredo sein akrobatisches Feuerwerk an Kunststücken in teils atemberaubender Höhe über der Nordsee ab. Dritter wurde der Franzose Adrien Bosson, als bester Deutscher schloss Adrian Beholz aus Radolfzell auf Rang 17 ab.

Wenn auch kurz, gestattete der auf Nord gedrehte Wind am Sonntag auch den Slalom-Spezialisten zumindest noch einen bisschen Vergnügen. Während der fünften Ausscheidung schlief der Wind jedoch komplett ein. Mit während der Woche drei gewonnenen Regatten wiederholte der Italiener Matteo Iachino seinen Sylt-Triumph aus dem Vorjahr und steuert als Weltranglistenerster auf seinen ersten WM-Titel zu. Vincent Langer durfte seine Lieblingsinsel ebenfalls mehr als zufrieden verlassen. Am Mittwoch war der Kieler zweimal souverän ins Finale gefahren, wurde einmal Siebter und einmal Zweiter. „Es war unglaublich kalt und anstrengend. Für mich ist es ein toller Erfolg, in diesem starken Feld unter die Top Ten gefahren zu sein“, sagte Langer, für den im Gesamtklassement Platz acht heraussprang.

Die vermeintliche Königsdisziplin Wellenreiten war nur an einem einzigen Tag zu bestaunen. Schon am ersten Freitag schossen die Profis durch die tosende Nordsee. In Abwesenheit des am Kreuzband verletzten Titelverteidigers Philip Köster holte sich der Spanier Alex Mussolini vor Thomas Traversa (Frankreich) und dem Australier Jaeger Stone seinen zweiten Erfolg in Westerland. Den spanischen Doppelerfolg machte im Waveriding der Frauen Abonnementsiegerin Iballa Moreno gegen ihre Zwillingsschwester Daida perfekt. Beste Deutsche waren Steffi Wahl aus Kiel und Lina Erpenstein (Aschaffenburg) mit einem geteilten fünften Platz. Bei den Herren teilten sich Dany Bruch und der Hamburger Klaas Voget ebenfalls Rang fünf. Der Kieler Leon Jamaer wurde Neunter. Für viel Aufsehen hatte zudem die Demonstrations-Sportart Wind-Foil gesorgt. Hier ging der aktuelle Slalom-Weltmeister Antoine Albeau aus Frankreich als Sieger nach Haus.

Zum Abschluss des zehntägigen Mega-Events, das traditionell immer ab 18 Uhr auf den Tanzflächen in die Verlängerung geht, vermeldete der Veranstalter einen neuen Besucherrekord. 225000 Besucher sollen sich laut Geschäftsführer Matthias Neumann neben den Windsurf-Legenden Robby Naish und Jürgen Hönscheid während der 34. Auflage auf dem Gelände am Brandenburger Strand getummelt haben.

Besonders stolz war Neumann auf den professionellen Livestream, durch den die Regatten auf großen Videowalls an Land zu verfolgen waren. „Uns ist der Sprung in die komplette Digitalisierung des Windsurfens gelungen. Niemals war das Publikumsinteresse vor Ort und in den Medien größer als dieses Mal“, erklärte der Hamburger, der zur World Cup-Premiere 1983 selbst noch als Aktiver auf dem Wasser am Start war.

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