18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Aufbaujahr endete am Alpenrand

Canes Aufbaujahr endete am Alpenrand

Es sollte für die Baltic Hurricanes ein Aufbaujahr in der German Football League (GFL) werden. Furios jedoch der Start. Nach einer knappen Niederlage beim deutschen Meister in Braunschweig folgte eine Serie von sechs Siegen in der GFL.

Voriger Artikel
Falk Horn ist wieder ein Hurricane
Nächster Artikel
Speckman sucht Herausforderung

Andreas Hofbauer (hier beim Leistungstest der Baltic Hurricanes) musste seine Karriere wegen einer Schulterverletzung beenden., sein Ausfall konnte nicht kompensiert werden.

Quelle: Anneke Swegat

Kiel. Höhepunkt war zweifelsfrei die Titelverteidigung im Eurobowl gegen die Allgäu Comets im Kilia-Stadion mit einem 49:28. Dies war in Juni. Drei Monate später schieden die Canes gegen die Bayern in Kempten in der Play-Off-Runde um den German Bowl im Viertelfinale aus. Voraus gingen nach der Sommerpause recht unterschiedliche Leistungen der Kieler. Der erst zum Saisonstart verpflichtete Headcoach Stephen Parker wurde nach Unstimmigkeiten nach dem Play-Off-Aus kurzfristig entlassen. Sein neues System mit sehr viel Offensivdrang war erfrischend, aber gegen die Topteams aus Braunschweig und Dresden in der Rückrunde ohne Wirkung. Neuer Cheftrainer wurde Dan Disch, der bislang Hauptverantwortlicher für die Defense war und auch bleiben wird. Hier eine Einschätzung der einzelnen Mannschaftsteile der Baltic Hurricanes der abgelaufenen Saison.

DEFENSE

Defenseline: Dieser Mannschaftsteil ist das Aushängeschild der Canes gewesen. Nur selten konnten sich die gegnerischen Angriffsformationen gegen beispielsweise Aaron Boadu, Paco Varol, Philipp Knoth, Max R. Grewe, Heinz Riemer oder Carlo Plaumann in unterschiedlichen Zusammensetzungen durchsetzen. Bewertung: hohes GFL-Niveau.

Linebacker: Auch hier hatte Coach Disch so manche Überraschung für den Gegner bereit. In den GFL-Statistiken taucht Ryan Newell an zwölfter Stelle mit 77 Tackles auf. Er führt die interne Liste der Canes klar an, als Abwehrchef trat er nie so richtig in Erscheinung. Seine Nebenleute wie beispielsweise Jaques Huke und Thiadric Hansen zeigten die von ihnen erwarteten Leistungen.

Bewertung: ordentliche GFL-Leistung.

Hintere Abwehrreihe: Häufig sahen sich Henner Clodius, Jan Abrahamsen oder weitere Spieler aus der Kategorie „Jugend forscht" in den Spielen gegen die „Großen" wie die Lions aus Braunschweig oder den Monarchs aus Dresden als zweite Sieger. Gegen gut organisierte Passspiele erhielten sie so mache Lehrstunde. Allein Tyler Davis konnte sich, obwohl auch nicht immer auf der Höhe, mit sechs Interceptions (abgefangene Pässe) gut in Szene setzen.

Bewertung: Achillesferse der Canes.

OFFENSE

Offenseline: Das Team um Center Kjell Rieck mache das Beste daraus, was auflaufen konnte. Bollwerke waren zweifellos Henning Knuth und Oliver Beeck. Hier fehlte es an der Tiefe.

Bewertung: Baustelle.

Quarterback: Blake Bolles war häufig auf der Flucht. Der Spielmacher hatte dadurch jedoch berauschende Szenen, da er selbst laufen musste und nach Alternativen suchte. Zumeist fand er sie im Zusammenspiel mit Tyler Davis, der dann als Widereceiver auftauchte. In 13 Begegnungen kam der US-Import auf 53 Touchdown-Pässe. In der GFL-Statistik rangiert Bolles ganz oben. Sein Ausraster im Viertelfinale in Kempten trübt seine sonst hervorragende Saison-Leistung. Der Platzverweis kostete die Canes wohl den Einzug in die nächste Runde.

Bewertung: stark, aber Ende im Tal der Tränen.

Runningbacks: Fünf Spiele lief Andreas Hofbauer für die Canes auf. In der Zeit verbuchte der österreichische Nationalspieler 505 Yards. Eine Schulterverletzung warf ihn aus dem Rennen, die zu seinem Karriereende führte. Sein Wert wurde in den weiteren Spielen auch nicht annäherungsweise erreicht. Der Nachwuchs konnte diese Lücke nicht schließen; eine Alternative konnte die Canes-Führung nicht verpflichten.

Bewertung: so gewinnt man nicht den German Bowl.

Wide Receiver: Ein Lichtblick war Tyler Davis. Der US-Boy wurde schnell zum Publikumsliebling in Kiel. 24 Touchdowns zieren seine Bilanz. Auch Benedikt Englmann, sein Ex-Kollege der Munich Cowboys, überzeugte mit zwölf Sechspunkte-Erfolgen. Der Gewinner der Saison war mit Jonas Brix (8) ein „Kieler Jung".

Bewertung: hohes GFL-Niveau.

Fazit: Auch wenn das Spezialteam durchaus überzeugen konnte, die Baltic Hurricanes müssen in der Tat die abgelaufene Saison als Aufbaujahr abhaken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Baltic Hurricanes
Ist offensichtlich zufrieden in Kiel: Abwehrrecke Joseph LeBeau.

Die Baltic Hurricanes vermelden weitere Vertragsverlängerungen mit zwei Leistungsträgern. Abwehrrecke Joseph LeBeau und der routinierte Offenseliner Henning Knuth bleiben beim Kieler Football-Erstligisten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Baltic Hurricanes 2/3