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Canes: Der Traum vom Titel lebt

Gunnar Peter im Interview Canes: Der Traum vom Titel lebt

Die Saison 2016 in der German Football League (GFL) haben die Baltic Hurricanes mit der 21:38-Niederlage im DM-Halbfinale beim amtierenden Meister Lions Braunschweig abgeschlossen. Canes-Geschäftsführer Gunnar Peter (38) sprach über Erfolge und Fehler der abgelaufenen Spielzeit sowie Visionen für die Zukunft.

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Canes-Boss Gunnar Peter auf der Tribüne, von der aus die Football-Fans so viel Begeisterung ins Kilia-Stadion tragen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Herr Peter, wie anstrengend war die Saison 2016 für den Geschäftsführer der Canes?

Gunnar Peter: Der Beginn der Saison war durch den Trainerwechsel von Dan Disch zu Marcus Herford eine große Herausforderung. Phasenweise musste ich selbst das Training leiten. Aber danach hat Herford seine erste Station als Headcoach gut gemeistert.

Wie fällt Ihre sportliche Bilanz aus?

Ich bin froh, dass wir in dieser Saison das Halbfinale erreicht haben. Ich glaube aber, dass in der Mannschaft das Potenzial schlummert, deutscher Meister zu werden. Solange wir den Titel nicht holen, bin ich grundsätzlich nicht zufrieden.

Wenn das Potenzial im Team vorhanden ist, warum hat es dann zumindest mit der Teilnahme am German Bowl nicht geklappt?

Durch den Trainerwechsel im März sind wir einen Tick zu schlecht präpariert in die Saison gestartet und haben uns dann mit Platz drei in der GFL-Nordgruppe selbst um eine bessere Ausgangsposition für die Playoffs gebracht. Dass wir im Halbfinale nach Braunschweig mussten, war natürlich nicht optimal.

Was hätte der Klub in der Saisonvorbereitung bzw. im -verlauf besser machen können?

Die beiden Trainerwechsel in der Vorbereitung (neben Herford kam noch Neil Harrell als Defense Coordinator für Troy Shaffer, d. Red.) sind das Kriterium, das wir nicht gut gelöst haben. Finanziell müssen wir uns noch in eine bessere Position bringen, um den einen oder anderen Spieler auch während der Saison noch verpflichten zu können.

Wie ist der Stand der Personalplanung für das nächste Spieljahr?

Wir stecken noch in der Entscheidungsfindung. Wir müssen evaluieren, mit welchen Akteuren wir in die nächste Saison gehen wollen. Danach erst ergibt sich der Bedarf an Neuverpflichtungen. Bei den Coaches achte ich natürlich darauf, dass so eine Situation wie zu Beginn dieser Saison vermieden wird. Zunächst einmal müssen wir uns überlegen, wie unser sechs- bis achtköpfiger Trainerstab aussehen soll. Das kann man nicht an einer Person festmachen, die ganze Gruppe muss passen.

Wie beurteilen Sie die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung der GFL?

Das ist spannend. Es passiert viel in der Liga, besonders mit dem Einstieg von Samsung bei Frankfurt Universe. Dieses Engagement ist für mich ein starkes, positives Signal. Der Footballsport in Deutschland wächst derzeit rapide. Die Zuschauerzahlen lagen bei fast allen Klubs deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Liga war ausgeglichen wie lange nicht. Aber wir in Kiel müssen aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verlieren. An Braunschweig und Frankfurt kommen wir finanziell nicht ran. Wir sind sportlich immer noch präsent, aber das kann man nicht ewig durchhalten.

Sehen Sie Chancen, dass ein Großunternehmen bei den Canes als Sponsor einsteigt?

 Ein Standort wie Kiel hat Vor- und Nachteile. Hier gibt es natürlich nur wenige große Konzerne. Aber wir orientieren uns ja nicht am Fußball, sondern am Handball, der auch in kleineren Orten guten Bundesligasport bietet. Theoretisch ist der Einstieg eines Großsponsors bei uns möglich, weil wir aufgrund unserer Tradition und Erfolge ein attraktiver Partner sind.

Wie müssten die Canes denn finanziell aufgestellt sein, um nach dem bislang einzigen Titelgewinn im Jahr 2010 wieder einmal um die deutsche Meisterschaft spielen zu können?

 Das ist mit einem regional angepassten Budget möglich. Konkret: Wenn wir 100000 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung hätten, könnten wir wirtschaftlich mit den Lions Braunschweig gleichziehen und eine qualitativ höherwertige Mannschaft zusammenstellen.

Ist das Kilia-Stadion im Vergleich zu den Arenen der Konkurrenz ein Wettbewerbsnachteil?

 Ja. Wir müssen viel machen, um es überhaupt wettkampftauglich zu bekommen. Aber es hat auch seinen eigenen Charme, an dem die Fans großen Anteil haben. Das Thema hat für mich zwei Seiten.

Wird es auch in zehn Jahren noch Bundesliga-Football in Kiel geben?

 Davon gehe ich aus (lacht). Hier gibt es seit 28 Jahren Football, davon 14 Jahre in der GFL. Kiel ist eine Football-Traditionsstadt.

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