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Canes müssen jetzt alles gewinnen

Ende der Punkterunde Canes müssen jetzt alles gewinnen

Der Anspruch ist hoch, gemessen an der aktuellen Ausgangslage womöglich zu hoch. Dennoch: Die Baltic Hurricanes wollen am Ende der Punkterunde in der Nordgruppe der German Football League als „Erster oder Zweiter“ einlaufen, wie Geschäftsführer Gunnar Peter betont.

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Logan Schrader versucht den Alleingang. Der Quaterback hat in der Hinrunde die meisten Punkte für die Canes erzielt.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Dies sei der feste Wille der Mannschaft. In der derzeitigen GFL-Sommerpause, die am 23. Juli mit dem Heimspiel gegen die Berlin Rebels endet, stehen die Canes mit 9:5 Punkten auf dem vierten Rang und somit eine Position tiefer als in der Abschlusstabelle des vergangenen Jahres. Damals scheiterte der Meister von 2010 im anschließenden Playoff-Viertelfinale beim Süd-Zweiten Allgäu Comets mit 27:39. Das soll sich in dieser Saison nicht wiederholen.

 Das mutige Ansinnen speist sich aus dem K.o.-Modus: Die jeweils beiden Erstplatzierten im Norden und im Süden genießen im Viertelfinale Heimrecht gegen den Vierten bzw. Dritten der jeweils anderen Gruppe. Wäre die Vorrunde jetzt beendet, müssten die Canes beim bislang verlustpunktfreien Vizemeister Schwäbisch Hall Unicorns antreten – ein Szenario, dass die Mannschaft von Headcoach Marcus Herford ebenso vermeiden will wie ein erneutes Duell mit dem Süd-Zweiten, derzeit Frankfurt Universe. „Heimrecht im Viertelfinale, das muss unsere Zielsetzung sein. Und um das zu erreichen, müssen wir die restlichen Punktspiele gewinnen“, fordert Peter.

 Was der ehemalige Nationalspieler nicht sagt, aber meint: Die Canes können ihre Heimstärke naturgemäß nur in Heimspielen zur Geltung bringen, während ein Gastspiel bei einem der führenden Süd-Teams als, sagen wir einmal, kompliziert eingestuft wird. Mit dem aktuellen Platz vier ist Peter „natürlich nicht zufrieden“. Seine Zuversicht, die angepeilte Siegesserie hinlegen zu können, basiert auf der Konstanz in den vergangenen vier Spielen, von denen drei gewonnen wurden – plus ein überragendes 10:10 gegen Meister Lions Braunschweig. Die frühen Niederlagen beim Überraschungs-Spitzenreiter Berlin Rebels und in Dresden waren in erster Linie den kurzfristigen Trainerwechseln zu Saisonbeginn (Herford für Headcoach Dan Disch, Neil Harrell für Defense Coordinator Troy Shaffer) geschuldet, die eine rechtzeitige Automatisierung der Spielzüge unmöglich machten.

 „Die Mannschaft wächst jetzt zusammen, die Chemie stimmt“, sagt Peter und deutet damit an, dass sich neben dem Erfolgshunger der Teamgeist zum tragenden Element für die Rückrunde entwickeln könnte.

 Doch es bleiben zwei ungeklärte Komponenten. Die eine heißt Hildesheim Invaders. Die Euphorie des Aufstiegs hat die Niedersachsen auf Rang fünf getragen (6:8 Punkte). Die „Eindringlinge“ sind das einzige Team, gegen das die Canes noch nicht gespielt haben, während die Rückrundenpartien gegen die Berlin Adler und die Dresden Monarchs bereits absolviert sind – der seltsame Spielplan macht’s möglich. „Hildesheim ist die große Unbekannte unter den fünf Kandidaten für die ersten vier Plätze“, stellt Peter fest.

 Das zweite Handicap der Canes ist hausgemacht. Herford ist es bislang nicht gelungen, die hohe Strafen-Quote zu senken, mit der sich das Team immer wieder selbst schwächt. Peter nimmt den Cheftrainer aus der Schusslinie: „Das Problem haben wir seit zwei Jahren. Unsere Kaderdecke ist zu dünn. Die Strafen entstehen nicht aus Undiszipliniertheiten der Spieler, sondern aus Ermüdung, weil wir nicht genug Wechsel-Optionen haben. Das haben der damalige Headcoach Dan Disch und ich zu verantworten.“ Aus diesem Defizit resultiert auch die Bedrohung, dass Verletzungen die Playoff-Träume schnell beenden könnten.

 Für Klarheit dürften bereits die kommenden drei Spiele sorgen. Nach dem Gastspiel des Tabellenführers treten die Canes in Braunschweig und in Hildesheim an. „Danach wissen wir“, prognostiziert Gunnar Peter, „wohin die Reise geht.“

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