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Dezimierte Canes bieten Drei-Mann-Show

Dramatischer 30:28-Sieg Dezimierte Canes bieten Drei-Mann-Show

Im bislang spannendsten Saisonspiel in der German Football League haben die Kiel Baltic Hurricanes die Berlin Rebels in buchstäblich letzter Minute mit 30:28 (3:0, 14:21, 7:0, 6:7) geschlagen und sich somit vorzeitig für die im September anstehende Playoff-Runde qualifiziert.

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Und wieder ist der Kieler Runningback Christopher McClendon mit dem Ball in der Mitte der Berliner Abwehr durchgebrochen.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. 54 Sekunden vor dem Ende einer denkwürdigen Regenschlacht vor 1833 durchnässten Zuschauern lagen die Canes noch mit 27:28 in Rückstand, ehe der 20-jährige Kicker Tim Albrecht mit seinem dritten Fieldgoal den Endstand herstellte und damit zum gefeierten Matchwinner avancierte. Dass es im Kilia-Stadion zu einem dramatischen und außergewöhnlichen Match kam, lag in der Verletzung des Kieler Quarterbacks Jared Stegman begründet, der sich vor zwei Wochen im Spiel gegen Meister Lions Braunschweig einen Bänderriss im linken Fuß zugezogen hatte und am Sonnabend nur als inoffizieller Assistent von Headcoach Marcus Herford an der Seitenlinie agieren konnte.

Ohne Stegman keine Pässe

Ohne den australischen Nationalspieler konnte der Tabellenzweite der GFL-Nordgruppe gegen die vierplatzierten Hauptstädter überhaupt kein Passspiel aufziehen. Die Laufspielzüge initiierten die Verlegenheits-Spielmacher Lukas Rehder, der den Ball immer wieder auf Star-Runningback Christopher McClendon durchsteckte, und Xavier Mitchell, der es mit eigenen Runs versuchte. Obwohl die Rebels diese "Taktik" natürlich schnell durchschauten, konnten sie nicht verhindern, dass dem schnellen Wide Receiver Mitchell zwei Touchdowns und McClendon ein "Sechser" gelangen. Die restlichen Punkte steuerte Albrecht mit seinen Fieldgoals sowie drei gelungenen Zusatzversuchen bei.

Bärenstarke Offense Line

Dass die durch Stegmans Ausfall erzwungenen Improvisationen im Angriff dennoch zu 30 Punkten für die Gastgeber führten, lag in erster Linie an der erneut bärenstarken Offense Line, die für McClendon die Lauflinien freischaufelten. Der Amerikaner konnte so viele Yards Raumgewinn verbuchen und diverse Turnovers (Verluste des Angriffsrechts) verhindern. Für die Spannung sorgten die Canes quasi selbst. Die Abwehr war im zweiten Quarter völlig desorientiert und gestattete den Gästen in diesen zwölf Minuten gleich drei Touchdowns. Darüber hinaus war die Fehlerquote erneut viel zu hoch. Gleich drei eigene Touchdowns machten die Platzherren durch überflüssige Fouls ungültig. So verdankten sämtliche Routiniers den Last-Minute-Sieg ausgerechnet ihrem bis in die Haarspitzen coolen Nachwuchsmann Tim Albrecht. "Ich wusste, dass es durch den Ausfall von Jared Stegman ein sehr harter Kampf werden würde", sagte Canes-Cheftrainer Herford. "Aber die Jungs haben diese Herausforderung mit heißem Herzen angenommen und am Ende - sicherlich auch mit etwas Glück - gemeistert."

Statistik

Kiel Baltic Hurricanes – Berlin Rebels 30:28 (3:0, 14:21, 7:0, 6:7).
1. Quarter: 3:0 Albrecht mit 37-Yards-Fieldgoal (FG).
2. Quarter: 10:0 Touchdown (TD) Mitchell nach 2-Yards-Lauf, Zusatzversuch (PAT) Albrecht; 10:7 TD White nach 20-Yards-Lauf, PAT Andersen; 10:14 TD Smith nach 25-Yards-Lauf, PAT Andersen; 17:14 TD Mitchell nach 47-Yards-Lauf, PAT Albrecht; 17:21 TD McCoy nach 1-Yard-Lauf, PAT Andersen.
3. Quarter: 24:21 TD McClendon nach 5-Yards-Lauf, PAT Albrecht; 27:21 Albrecht mit 28-Yards-FG.
4. Quarter: 27:28 TD Smith nach 19-Yards-Lauf, PAT Andersen; 30:28 Albrecht mit 25-Yards-FG.

Hauptschiedsrichter: Thomas Denker (Weyhe) - Zuschauer: 1833.

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