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Canes erleben Debakel in Dresden

Football Canes erleben Debakel in Dresden

Zu einem Debakel geriet das dritte Saisonspiel der Baltic Hurricanes in der German Football League (GFL). Nur eine Woche nach dem 35:30-Hinspielsieg verloren die Kieler bei den Dresden Monarchs auch in dieser Höhe verdient mit 14:56 (0:21, 0:14, 7:7, 7:14).

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Die Canes hatten in Dresden keine Chance.

Quelle: Birgit Krauch

Dresden. Für die Gäste aus Schleswig-Holstein verlief die Partie streng nach „Murphys Gesetz“: Alles was schief gehen konnte, ging auch schief. Auf der anderen Seite spielten sich die „Königlichen“ mit freundlicher Unterstützung der Canes in einen wahren Spielrausch, in dem auch hochriskante Aktionen mit Punktgewinnen belohnt wurden. „Es gibt solche Spiele eben. Wir sind am Nullpunkt angekommen. Jetzt kann es nur noch aufwärts gehen“, rang Geschäftsführer Gunnar Peter der bitteren Niederlage noch einen positiven Aspekt ab.

Die Spieler des deutschen Meisters von 2010, von denen niemand Normalform erreichte, zogen unisono das selbstkritische Fazit, dass nach dem umjubelten Erfolg vor einer Woche über den Mitfavoriten auf den Titel 2016 die notwendige Einstellung gefehlt habe. Neu ist dieses Defizit in der noch jungen Spielzeit allerdings nicht. Bereits die 17:19-Niederlage zum Saisonauftakt bei den Berlin Rebels war der Tatsache geschuldet, das die Gastgeber den größeren Siegeswillen gezeigt hatten.

Das Desaster am Sonnabend zeichnete sich schon früh ab. Bis zur Halbzeit hatten die Monarchs mit sechsmaligem Angriffsrecht fünf Touchdowns erzielt, eine Demütigung für die Kieler Defense, die immer noch zu den stärksten in Deutschland zählt. Doch am Sonnabend bekamen Thiadric Hansen, Falk Horn und Co. Monarchs-Quarterback Brandon Conette, die Wide Receiver sowie Runningback Joseph Bergeron nicht unter Kontrolle. Die gleichzeitige Punktausbeute des Kieler Angriffs: null Punkte.

Zur Halbzeitpause hielt Headcoach Marcus Herford noch auf dem Rasen des Heinz-Steyer-Stadions eine fünfminütige, lautstarke Ansprache, bevor seine wie paralysiert wirkenden Männer in die Kabine durften. Doch der Effekt war lediglich ein Strohfeuer. Zwar zeigten die Gäste nach dem Wechsel Kampfgeist und kamen mit einem Touchdown nach einem Acht-Yards-Lauf von Spielmacher Logan Schrader zu ihren ersten Punkten. Doch als Conette kurz darauf ein 76-Yards-Pass (!) auf den Vollstrecker Hendrik Hinrichs gelang, war die Moral der Canes endgültig gebrochen. Auch der erste Touchdown von Canes-Neuzugang Chris McClendon zum Endstand (mit Zusatzversuch von Hansen) fiel nur noch in die Rubrik Schadensbegrenzung.

Während Coach Herford, sichtlich aufgebracht, lediglich äußern wollte, das „wir verdient verloren haben“, zog Peter die Schuld und den Druck weg von der Mannschaft, hin zur Klubführung. „Wir haben in der Saisonvorbereitung schwerwiegende Personalentscheidungen treffen müsen. Wir müssen uns als Organsation fragen, warum das passiert ist, auch wenn wir nicht alles zu verantworten haben“, spielte der Geschäftsführer auf die Demissionen von Cheftrainer Dan Disch Anfang März und Defense Coordinator Troy Shaffer vor zwei Wochen an. „Mit dieser Unruhe im Trainerbereich hatte die Mannschaft heute keine Chance. Das Wichtigste ist jetzt, dass wir keine Schuldzuweisungen machen und an uns glauben. Die Saison fängt jetzt für uns neu an.“ Gleichwohl werden mit 2:4 Punkten nach drei Spielen große Anstrengungen nötig sein, um die Playoff-Runde der acht besten deutschen Mannschaften zu erreichen.

 

Dresden Monarchs – Kiel Baltic Hurricanes

56:14 (21:0, 14:0, 7:7, 14:7)

1. Quarter: 7:0 Touchdown (TD) Sagne nach 3-Yards-Pass von Connette, Zusatzversuch (PAT) Kammel; 14:0 TD Sagne nach 31-Yards-Pass von Connette, PAT Kammel; 21:0 TD Kyei nach 11-Yards-Pass von  Connette, PAT Franz Kammel.

2. Quarter: 28:0 TD Bergeron nach 8-Yards-Lauf, PAT Kammel; 34:0 TD Kyei nach 53-Yards-Pass von Connette, PAT Kammel.

3. Quarter: 42:0 TD Bergeron nach 20-Yards-Lauf, PAT Kammel; 42:7 TD Schrader nach 8-Yards-Lauf, PAT Hansen;

49:7 TD Hinrichs nach 76-Yards-Pass von Connette, PAT Kammel.

4. Quarter: 56:7 TD Gacek nach 55-Yards-Interception-Return, PAT Finke; 56:14 TD McClendon nach 47-Yards-Lauf, PAT Hansen.

Hauptschiedsrichter: Christian Ball (Bayern) – Zuschauer: 2620.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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