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Von Gedemütigten zu Helden

Football Von Gedemütigten zu Helden

Der „schräge“ Spielplan der German Football League macht’s möglich: Im letzten Match vor der dreiwöchigen Sommerpause bestreiten die Baltic Hurricanes am Sonntag (15 Uhr, Poststadion) bei den Berlin Adlern bereits ihre zweite Rückrundenpartie.

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Der Weg ist frei: Brandon LeBeau (Mitte) kann mit dem Ball zu einem raumgreifenden Lauf ansetzen. Eine Szene aus dem Hinspiel der Canes gegen die Berlin Adler am 4. Juni (54:21).

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Schon Ende Mai hatten die Kieler beide Spiele gegen die Dresden Monarchs binnen einer Woche absolviert. Das vorgezogene Rückrundenspiel in Sachsen und die erste Partie gegen die Adler in Kiel stehen in engem Zusammenhang. Nach dem mit 35:30 gewonnenen Hinspiel gegen die Monarchs mit dem Überraschungsdebüt des neuen Running Backs Chris McClendon waren die Canes zuversichtlich nach Dresden gefahren – und erlebten dort ein 14:56-Debakel. Folgerichtig standen die Grün-Weißen eine Woche später im Kilia-Stadion gegen die Adler unter gewaltigem Rehabilitationsdruck, nicht zuletzt um den angepeilten Playoff-Platz nicht in Gefahr geraten zu lassen. Die Mannschaft von Headcoach Marcus Herford lieferte; mit 54:21 wurden die Hauptstädter nach Hause geschickt.

 Dieser Triumph von Teamwork und Teamgeist markierte einen Wendepunkt. Bis zu jenem 4. Juni war die Inkonstanz die einzige Konstante bei den Canes gewesen, und diesen Wankelmut hatte keiner deutlicher verkörpert als Logan Schrader, der Spielmacher. Seit Saisonbeginn hatten sich beim 22-jährigen Amerikaner schwache und starke Auftritte verlässlich abgewechselt. Doch mit den gegen die Adler in Leistung verwandelten Erwartungen fand auch der Quarterback zu seiner Linie: nicht spektakulär, aber variabel und verlässlich. Es folgten der 52:49-Derbysieg über die Hamburg Huskies sowie das 10:10-„Wunder“ gegen Meister Braunschweig am vergangenen Sonnabend.

 Somit ist die Ausgangslage für das siebte Saisonspiel eine ganz andere als vor dem ersten Duell mit den Adlern. Nicht als Gedemütigte, sondern als Helden reisen die Canes am Sonntag früh kurz nach sechs Uhr nach Berlin. „Die Jungs sind voller Selbstvertrauen. Ich blicke gar nicht auf das Hinspiel zurück. Wir wollen in Berlin erneut zeigen, dass wir mit jedem GFL-Team mithalten können“, sagte Herford am Donnerstag. Allerdings sollte sich kein Hochmut in die gute Stimmung schleichen. Denn im Rennen um die vier Playoff-Plätze dürfen sich die Kieler keinen Ausrutscher erlauben, wenn sie zum zehnten Mal in Folge die K.o.-Runde erreichen wollen.

 Nach der Begegnung in Berlin beginnt für die Canes die kurze Sommerpause, bevor mit zwei Spitzenspielen die heiße Phase der Punkterunde beginnt. Am 23. Juli (16 Uhr) empfängt der Meister von 2010 den noch immer ungeschlagenen Überraschungs-Tabellenführer Berlin Rebels, eine Woche später geht es zum Champion nach Braunschweig, der seinerseits für den Punktverlust im Kilia-Stadion nach Satisfaktion strebt.

 Verzichten müssen die Hurricanes bis auf Weiteres auf Defense Tackle Austin Teitsma. Der 25-jährige Amerikaner reiste aufgrund einer Krankheit, die ihn seit dem siebten Lebensjahr begleitet und im Mai dazu führte, dass sich sein Zustand stark verschlechterte, zurück in die USA. Ob und wann er wieder in Deutschland Football spielen kann, bleibt vorerst offen.

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