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Joe Roman, der "verrückte Deutsche"

Defensecoach der Baltic Hurricanes Joe Roman, der "verrückte Deutsche"

Sommerpause für den Football-Erstligisten Kiel Baltic Hurricanes. Während die Spieler ihre Verletzungen auskurieren oder ganz einfach mal Kraft für denn Rest der Saison tanken, hält Defensecoach Joe Roman im Schulungszentrum in Dietrichsdorf die Stellung.

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Joe Roman ist auch Buch-Autor und Video-Produzent in Sachen Football.

Quelle: Helmut Schwalm

Kiel. Der 69-jährige in Chicago geborene US-Amerikaner arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte lang als Trainer in den USA und pflegt ein ganz besonderes Verhältnis zu Deutschland.

  Herr Roman, eigentlich könnten Sie mit der Halbzeitbilanz zufrieden sein. Die Abwehr überzeugte. Nur einmal bei der 43:44-Niederlage in Düsseldorf nicht. Was sind die Gründe dafür?

 Unsere Defense ist okay, aber wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Wir lassen zu viele Punkte zu. Düsseldorf hat Touchdowns aus 40 und 50 Yards erzielt. Das darf nicht sein. Es ist meine Philosophie, dass ich die Spieler richtig vorbereite. Deshalb übernehme ich die Verantwortung.

Laut Statistik hat Linebacker Michael Tauiliili die beste Bilanz. Der Amerikaner ist der Abwehr-Chef. Welche Absprachen gibt es mit ihm?

 Mike ist ein Anführer und sehr trainierbar. Wir sprechen viel und er setzt es um. Auch wenn er sieht, dass andere Spieler Fehler machen, versucht er, das auszubügeln.

Abwehrspieler Falk Horn hat eine gute Serie. Was geben Sie dem Talent mit auf dem Weg?

 Er ist sehr intelligent. Seine Fehler sind alle nicht gravierend und korrigierbar. Und ich habe es vor, dies zu tun.

Wie wichtig ist der Franzose Brice Cherif, der gerade wieder zum Team gestoßen ist?

 Brice ist ein großer Körper, der ein Loch mehr als ausfüllt. Er ist schnell, derzeit nicht 100-prozentig fit und dennoch blockt er zwei Leute. In Düsseldorf hatte er drei oder vier Nationalspieler vor sich und hat sie gut in Schach gehalten

Eine private Frage: Ihre Leidenschaft sind deutsche Schlager. Ob Andrea Berg oder Hans Albers – Sie mögen diese Musik. Wie kam es dazu?

 Roman (schmunzelt): Von 1962 bis 64 war ich als Soldat in Bayern stationiert und es gab immer irgendwo ein Dorf- oder Bierfest. Dort habe ich diese Musik lieben gelernt.

Die Freude daran ist kein Geheimnis. Was sagen die Spieler?

 Erst kommt „Oh, Gott, Coach!“ Aber sie können alle Texte mitsingen. Während meiner Zeit am Joliet College (2000 – 2002, d. Red.) habe ich einmal ein Tape zusammengestellt, dass über die Stadionanlage zum Aufwärmen lief. Es begann mit Wolfsgeheule, da unser Teamname Wolves war, und dann kamen Rocksongs wie „Welcome to the Jungle“ und Schlager wie Wolfgang Petrys „Hölle, Hölle“ und DJ Ötzis „Hey Baby“. Die Jungs fanden das klasse und die Eltern wollte eine Kopie. Und wenn ich im Winter nach Arizona nach Hause kam, sagten meine Nachbarn immer: „Der verrückte Deutsche ist wieder da.“

Sie haben in Österreich, Hannover, Hamburg und in Marburg gecoacht. Was unterscheidet Kiel von den anderen Teams?

 Patrick Esume macht einen tollen Job. Außerdem ist dies das bestorganisierte Team, in dem ich bisher war. Vom Management bis hin zu den ehrenamtlichen Helfern – alle leisten großartige Arbeit.

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