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Stark gestartet, stark nachgelassen

Kiel Baltic Hurricanes Stark gestartet, stark nachgelassen

Alles sprach für einen souveränen Erfolg der Baltic Hurricanes im Auswärtsspiel bei den Berlin Adlern: die Allzeit-Statistik, der Ausfall des besten Spielers beim Gegner und die Halbzeitführung von 37:0. Als am Ende ein 37:7 (9:0, 37:0, 0:0, 0:7)-Erfolg zu Buche stand, machte sich bei den Gewinnern Ernüchterung breit.

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Als sicherer Passempfänger mit reichlich Raumgewinn präsentierte sich in Berlin der Kieler Benedikt Englmann (re.).

Quelle: Michael Zelter

Berlin. Allen wurde deutlich: Einen Spannungs- und Leistungsabfall wie im zweiten Durchgang darf sich das Team von Headcoach Marcus Herford in den schweren und für die Playoff-Teilnahme wichtigen Spielen nach der dreiwöchigen Sommerpause nicht erlauben.

 Der letzte Sieg über die Canes war den Adlern im German Bowl 2009 (28:21) gelungen, danach folgten 14 Niederlagen in Serie. Und am Sonntag fehlte ihnen auch noch ihr Allrounder und Top-Scorer Devon Francois, der sich wegen eines tragischen Unglücksfalls in der US-Heimat aufhielt. Ein enger Freund des Amerikaners war in New Orleans auf offener Straße erschossen worden.

 Bei aller Anteilnahme an dem Drama konzentrierten sich die Gäste auf den Sport, und das effizient und elegant. Quarterback Logan Schrader hat seinen Wankelmut wohl endgültig abgelegt und glänzte erneut, wobei seine eigenen Läufe nach angetäuschten Ballübergaben für Running Back Chris McClendon sowie Pässe auf Wide Receiver Benedikt Englmann die größten Raumgewinne brachten. Die erneut bärenstarke Defense steuerte das Ihrige zu klaren Dominanz im ersten Durchgang bei. Das fiel es gar nicht auf, dass mit Defense Back Falk Horn (Lebensmittelvergiftung), Defense Liner Austin Teitsma (USA-Rückkehr) und Wide Receiver Xavier Mitchell (Verstauchung im Fußgelenk) drei Säulen nicht auf dem Platz standen.S

 Die glänzende Performance trübte sich nach der Pause erheblich ein. Zwar ließ Herford ein paar neue Details ausprobieren und wechselte Ergänzungsspieler ein, während sich die Berliner Abwehr steigerte, doch all das kann die Punktausbeute von null im dritten und vierten Quarter nicht erklärbar machen. „Man muss in der GFL gegen jede Mannschaft fokussiert bleiben. Und das war in der zweiten Halbzeit bei uns nicht mehr der Fall“, befand der Kieler Coach. Ein notorisches Problem bekommt Herford offenkundig nicht unter Kontrolle: die hohe Strafenquote, die sich die Canes selbst gegen einen klar schwächeren Gegner wie die Adler erlaubten. Die Liste der Vergehen gipfelte am Sonntag in der Tätlichkeit von Philipp Tolksdorf, der von Hauptschiedsrichter Jörg Voigtländer (Leipzig) des Feldes verweisen wurde und somit im nächsten Match gegen die Berlin Rebels gesperrt ist.

 Zu allem Überfluss ließ Schrader in seiner finalen Aktion den Ball fallen und ermöglichte so den Gastgebern, drei Sekunden vor Schluss wenigstens zu sieben Ehrenpunkten zu kommen. Der 23-Jährige blieb dennoch optimistisch: „In der zweiten Halbzeit haben wir die Angriffszüge nicht mehr gut umgesetzt. Aber das sehe ich bei einem 37:7-Erfolg nicht dramatisch, das können wir in Zukunft alles vermeiden. Jetzt können wir erst mal in einer freien Woche die Köpfe wieder klar bekommen, bevor die Vorbereitung auf das Spiel gegen die Rebels beginnt. Mein Ballverlust kurz vor Schluss ist natürlich ärgerlich. Aber so etwas passiert im Football.“ Dem fügte sein Trainer schließlich hinzu: „Hauptsache gewonnen.“ Damit war an diesem Tag alles gesagt.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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