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Wunschträume kontra Siegzwang

Kiel Baltic Hurricanes Wunschträume kontra Siegzwang

Die Hildesheim Invaders haben als Tabellenfünfter rechnerisch noch die Chance auf die Teilnahme an der K.o.-Runde. Am Wochenende trifft die Mannschaft auf die Kiel Baltic Hurricanes.

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Invaders-Quarterback Zachary Cavanaugh (2. v. li.) kann Pass- und Laufspiel variiren.

Quelle: Michael Zelter

Hildesheim/Kiel. Sollte dem Aufsteiger im ersten der beiden noch ausstehenden Verfolgerduelle gegen die Kiel Baltic Hurricanes am Sonnabend (16 Uhr) auf dem Homefield am Philosophenweg ein Sieg gelingen, könnte der Playoff-Wunschtraum zu einer realisierbaren Option werden. In ihrer ersten GFL-Saison seit 1991 haben die Invasoren nach vier Siegen aus neun Partien den Verbleib im Oberhaus so gut wie gesichert. Denn das immer noch punktlose Schlusslicht Düsseldorf Panther dürfte bei seinem schweren Restprogramm gegen die vier führenden Teams nicht mehr aus dem Keller hinaus finden. Der 51:20-Auswärtssieg zum Saisonstart in Düsseldorf war denn auch eine Initialzündung, die sich bis heute positiv auf das Selbstvertrauen der Niedersachsen auswirkt.

 Das 80-köpfige (!) Team von Headcoach Joe Roman, der von 2012 bis 2014 Defensive Coordinator der Canes war, überzeugte bislang vor allem im Laufangriff um den mobilen Quarterback Zachary Cavanaugh und Running Back Reggie Bullock. Im Vergleich mit den anderen 15 GFL-Klubs haben die Invaders die zweitgefährlichste Rushing Offense und erlaufen im Schnitt 188,4 Yards pro Spiel. Aber auch mit Pässen auf die Wide Receiver kann Cavanaugh glänzen. Also kommt nach den intensiven Spielen gegen die Rebels und die Lions Braunschweig erneut eine schwere Aufgabe auf die Defense der Kieler zu.

 Hingegen hat die Abwehr der Hildesheimer, zu Saisonbeginn noch das Prunkstück, nach mehreren, langwierigen Verletzungen von Leistungsträgern an Wehrhaftigkeit eingebüßt. Im Durchschnitt haben sie ihren Gegnern bislang die zweitmeisten Yards pro Spiel (452,6) in der GFL gestattet. Ein Defizit, an dem Roman akribisch arbeitet. Der 73-Jährige, in der zweiten Saison bei den Invaders, gilt als Taktik-Tüftler und überlässt nichts dem Zufall. Schon montags serviert der US-Amerikaner seinen Spielern eine ausführliche Video-Analyse vom nächsten Gegner, die dann bereits in die Trainingseinheiten am Dienstag und Mittwoch einfließt. Die Spiele verfolgt Roman vorzugsweise auf erhöhten Positionen. So steigt er mit seinem Headset auch gerne mal auf einen Hubwagen, um einen besseren Überblick zu bekommen. In Hildesheim scheint er im Herbst seiner Karriere eine neue Heimat gefunden zu haben. „Wenn man mir eine Grabplatte auf den Friedhof stellt, dann bleibe ich hier“, sagte der Routinier augenzwinkernd gegenüber der „Hildesheimer Allgemeinen Zeitung“.

 Auch im Umfeld haben die Invaders Einiges getan. Nach dem Aufstieg hat der Klub mit vielen freiwilligen Helfern die Tribünen-Kapazität der in die Jahre gekommen Arena auf 2000 Zuschauer verdoppelt. Zu den bisherigen vier Heimspielen pilgerten insgesamt 6700 Zuschauern in den Philosophenweg, für einen Aufsteiger ein beachtlicher Wert. Für Stimmung dürfte gegen den Tabellenvierten aus Kiel, der keinen Punkt mehr abgeben will, also gesorgt sein.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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