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Störche als emotionale Grenzgänger

0:0 gegen Magdeburg Störche als emotionale Grenzgänger

Großer Aufwand, zu geringer Ertrag: Das 0:0 gegen den 1. FC Magdeburg war die vierte Nullnummer des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel in den vergangenen fünf Partien. Nicht zuletzt die in der spannenden Schlussphase ausgelassenen Torchancen machten die seit fünf Begegnungen ungeschlagenen Störche zu emotionalen Grenzgängern.

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Für Holstein Kiel hat es am Freitag gegen den 1. FC Magdeburg nur zum Unentschieden gereicht.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Schade und enttäuschend vom Ergebnis. Wir haben mehr Ballbesitz und mehr Tormöglichkeiten, machen aber keinen Treffer. Das ist super, super ärgerlich“, resümierte Geschäftsführer Wolfgang Schwenke.Dabei hatte der äußere Rahmen zu Spielbeginn Großes versprochen: Mit 6515 Zuschauern gut gefüllte Ränge, optimales Fußball-Wetter, Flutlicht-Atmosphäre. „Wir wollen unbedingt den zweiten Heim-Dreier der Saison. Mit dann 16 Punkten kannst du sagen: Hallo, wir sind wieder da“, hatte Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel im Vorfeld der Partie gesagt.

49 Sekunden waren gespielt, da schien es, als wollte Marc Heider die Vorgaben seines Chefs im Blitzverfahren umsetzen. Doch den 25-m-Hammer der Kieler Angreifer entschärfte Magdeburg-Keeper Jan Glinker mit einer prächtigen Flugparade.Wie erwartet bildeten die leidenschaftlich zu Werke gehenden Gäste einen vielbeinigen und gut organisierten Abwehrriegel vor ihrem Hoheitsgebiet. Wechselten von einer Fünferkette bei Ballbesitz der Störche auf eine Dreierkette, wenn sie denn selbst Offensivversuche starteten. Die zuletzt vier Mal in Folge unbesiegten Störche taten sich gegen dieses Bollwerk schwer. Unübersehbar war, trotz der teils zu kompliziert angelegten Stafetten und der beim finalen Zuspiel fehlenden Präzision, das Bemühen um Spielkultur. Wie in der 35. Minute, als die Kugel flüssig durch die Holstein-Reihen lief. Nach einer Kombination über die Stationen Evans Nyarko, Patrick Herrmann und Heider kam der Ball in der Magdeburger Box zu Manuel Schäffler, der jedoch nur das Außennetz traf.

Zu diesem Zeitpunkt allerdings hätten die Kieler bereits in Rückstand liegen müssen. Nach einer der wenigen Unachtsamkeiten in der KSV-Defensive kam Manuel Farrona-Pulido frei gegen Robin Zentner zum Schuss, doch der Holstein-Torwart parierte glänzend. Den Abpraller aus 16 Metern zirkelte FCM-Torjäger Christian Beck auf das verwaiste Gehäuse der Gastgeber, Patrick Kohlmann aber rettete per Kopf auf der Linie. Riesenglück für die Störche in der 28. Minute.Der zweite Durchgang begann aus Kieler Sicht mit einem personallen Rückschlag. Innenverteidiger Dominik Schmidt musste nach einem Zweikampf mit Farrona-Pulido mit einer Platzwunde über dem Auge in der 56. Minute ausgewechselt werden. Immer weniger passende Lösungen produzierte das Kieler Kreativzentrum in der Folge. Im Gegenteil, die Magdeburger wurden stetig selbstbewusster und mutiger. Nach 62 Minuten lautete das Eckenverhältnis 0:2 aus Sicht der Störche. Zentner musste nach Kopfball von Steffen Puttkammers (63.) höllisch aufpassen. Die Kieler Fans hielten ihren Farben die Treue, feuerten die Blau-Weiß-Roten unermüdlich und lautstark an.

Und plötzlich legte das Neitzel-Team noch eine gewaltige Schippe drauf. Nach Vorarbeit des eingewechselten Tim Siedschlag verfehlte Nyarko (68.) das Ziel nur knapp. Die Mannen aus Sachsen-Anhalt gerieten ob des zunehmenden Drucks der Nordlichter ins Schwimmen. Der Aufsteiger reagierte mit rustikalem Zweikampfverhalten, nahm auch fünf Gelbe Karten in Kauf. Letztlich verhinderte aber Glinker den Kieler Sieg. Sowohl gegen Saliou Sane (86.) als auch gegen Schäffler (90.+1) bewies der Routinier zwischen den FCM-Pfosten exzellentes Können. „Das waren zwei Weltklasse-Paraden“, lobte Magdeburgs Coach Jens Härtel später.

Kollege Neitzel indes haderte nur mit dem Ergebnis: „Darüber sind wir natürlich alle enttäuscht. Wir sind aber nicht enttäuscht, über die Art und Weise wie wir gespielt haben. Wir schaffen es im Moment nicht, den Ball über die Linie zu drücken.“ Sprach’s, lobte die gewonnene defensive Stabilität (nur ein Gegentor in den vergangenen fünf Begegnungen) und versprach seinen Schützlingen für die kommende Woche eine „intensive Trainingsdichte“.Die nächste Chance zum nächsten Sieg bietet sich beim SV Wehen Wiesbaden am 17. Oktober.   

Rund ums Spielfeld verlief der Abend nach Polizeiangaben weitesgehend friedlich.

Holstein Kiel : Zentner – Herrmann, Schmidt (56. Weidlich), Czichos, Kohlmann – Nyarko (82. Sane), Kegel – Lewerenz (66. Siedschlag), Schnellhardt – Schäffler, Heider.

FC Magdeburg : Glinker – Bankert, Puttkammer, Hainault, Niemeyer (26. Chahed) – Altiparmak – Kruschke (72. Razeek), Brandt, Sowislo, Farrona-Pulido (82. Hebisch) – Beck.Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler) –Zuschauer: 6515 – Gelbe Karten: Kegel (5.)/Puttkammer, Altparmak, Kruschke, Razeek, Sowislo.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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