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Holstein Kiels Manko: Effektivität

0:1 in Magdeburg Holstein Kiels Manko: Effektivität

Das Auswärtsspiel für Fußball-Drittligist Holstein Kiel endet mit einer denkbar schmerzhaften Niederlage. In Magdeburg kassierten die Störche kurz vor Schluss den spielentscheidenden Treffer zum 0:1. Christian Beck traf für die Bördestädter in der 85. Minute.

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Hatte die letzte Chance für Holstein Kiel zum Ausgleich in Magdeburg: Dominic Peitz.

Quelle: Uwe Paesler (Archiv)

Magdeburg. Die Magdeburger Fans tanzten und feierten nach dem vierten Dreier ihrer Mannschaft in Folge. Doch niemand konnte ernsthaft erklären, warum der 1. FCM gegen Holstein Kiel den regennassen Platz als Sieger verlassen hatte. Torjäger Christian Beck (85.) bewies in seiner einzig starken Szene mit seinem goldenen Treffer Killerinstinkt. Eine Qualität, die den in weiten Teilen überlegenen Störchen speziell in einer aus ihrer Sicht famosen ersten Hälfte mit fünf hochkarätigen Chancen an diesem Sonnabend abging.

„Wenn du so ein Ding verlierst, denkst du, du bist im falschen Film“, haderte auch KSV-Cheftrainer Markus Anfang mit den höheren Fußball-Mächten: „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, da kann ich der Mannschaft absolut keinen Vorwurf machen. Einziges Manko ist unsere Effektivität. Natürlich ist diese Niederlage superbitter. Aber unser Weg ist richtig, wir lassen uns davon nicht abbringen.“

Solidarität in der Subkultur

Begonnen hatte die Partie mit elfminütiger Verspätung. Die Kieler Schlachtenbummler mussten bei ihrer Zug-Anreise am Bahnhof Uelzen auf Geheiß der Bundespolizei aus Sicherheitsgründen eine Stunde ausharren, um so den St. Pauli-Anhängern auf deren Weg nach Hannover ausweichen zu können. In der Magdeburger MDCC-Arena standen die 300 Fans im Gästeblock dann Seite an Seite mit der in Kiel mit Hausverbot sanktionierten „Sektion Spielsucht“. Deren Banner war über den Spruchbändern „Wir bleiben“ und „Gegen Kollektivstrafen“ aufgehängt – Solidarität in der Kieler Fußball-Subkultur.

Die Gastgeber hingegen hatten zunächst andere Sorgen. Schwindelig drohte den FCM-Profis teilweise zu werden, derart wurden sie von den Ballstafetten der vor Selbstbewusstsein strotzenden Störche durcheinander geschüttelt. Der große Holstein-Fehler: Weder Steven Lewerenz (5./Latte) noch Mathias Fetsch (30.) gelang der Führungstreffer. Übertroffen wurde dieses Duo in Sachen fahrlässiger Chancenverwertung indes von Dominick Drexler. Als Spielgestalter verdiente sich der Ex-Aalener eine Spitzennote, als „Knipser“ blieb er gleich bei vier Riesen (21., 31., 33., 44.) ein Zwerg.

Rustikale Stilmittel gegen spielerische Dominanz

Der spielerischen Dominanz der Kieler hatten die zuletzt dreimal am Stück siegreichen Magdeburger wenig entgegenzusetzen. Als jedoch die zuvor sattelfeste KSV-Defensive erstmals in Verwirrung geriet und Manuel Farrona Pulido (36.) aus 18 Metern nur den Pfosten traf, stockte auch dem Kieler Trainerduo Markus Anfang/Tom Cichon kurzzeitig der Atem.

Nach dem Seitenwechsel standen die Gastgeber noch tiefer und kompakter – und setzten rustikale Stilmittel gegen den spielerischen Glanz der Nordlichter. Alles deutete auf eine Punkteteilung. Dann flankte Tobias Schwede, verlängerte Christopher Handke per Kopf, rauschte Beck (85.) an den Ball und ließ mit seinem siebten Saisontreffer die Kieler Störche den Glauben an die Gerechtigkeit verlieren.

1. FC Magdeburg - Holstein Kiel 1:0 (0:0)

1. FC Magdeburg: Glinker – Handke, Hammann, Schiller – Sowislo, Lohmannsröben – Butzen, G. Müller (59. Chahed), Schwede (88. Sprenger) – Farrona Pulido (77. Razeek), Beck.

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Hoheneder, Sicker – Peitz – Schindler, Bieler, Drexler, Lewerenz (84. Janzer) – Fetsch (75. Sane).

Schiedsrichter: Henry Müller (Cottbus) – Tor: 1:0 Beck (85.) – Zuschauer: 15.149 – Gelbe Karten: Sowislo, Schiller, Razeek – Peitz, Hoheneder, Schmidt.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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