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Zum Jubiläum ein „Dreier“, bitte!

100. Mal Cheftrainer Karsten Neitzel Zum Jubiläum ein „Dreier“, bitte!

Ausgerechnet im Epizentrum des närrischen Treibens will Fußball-Drittligist Holstein Kiel am Sonntag das Lachen endgültig zurückgewinnen. Das Ziel: das dritte Zwei-Siege-in-Folge-Erlebnis dieser bislang so wechselhaften Saison. Das Problem: Die Störche gastieren ab 14 Uhr bei Fortuna Köln.

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Blickrichtung Fortuna Köln: Trainer-Jubilar Karsten Neitzel steht mit den Kieler Störchen am Sonntag bei der Drittliga-Mannschaft der Stunde vor einer reizvollen Bewährungsprobe.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Jener Mannschaft der Stunde, die vier Siege und ein Remis in den vergangenen fünf Spielen verbuchte und die letzte ihrer ohnehin nur zwei Niederlagen im heimischen Südstadion am 3. Oktober 2015 (0:3 gegen Würzburg) kassierte.

 Ein ambitioniertes Ansinnen der allerdings auswärts durchaus starken und mit vier Siegen auf Platz fünf dieser Liga-Statistik platzierten Kieler. Eingerahmt wird der Trip in die sich im karnevalistischen Ausnahmezustand befindlichen Domstadt von einem Jubiläum der besonderen Art: Cheftrainer Karsten Neitzel sitzt zum 100. Mal bei einer Drittliga-Partie auf der Bank der Störche. „Diese Zahl macht mich schon ein wenig stolz“, sagt der 48-Jährige: „Sie belegt die Wertschätzung meiner Arbeit und zugleich die im Verein angestrebte Kontinuität.“

 Bis auf die drei Kreuzband-Fälle Kenneth Kronholm, Marlon Krause und Milad Salem sowie die von Muskelfaserrissen geplagten Mittelfeldspieler Maik Kegel und Evans Nyarko stehen Neitzel alle Akteure des Kaders zur Verfügung. Vieles spricht dafür, dass in der Rhein-Metropole zum dritten Mal nacheinander die gleich Startformation auf den Rasen läuft. Konzentration von Beginn an hat der Coach seinen Profis ins Reiseprotokoll geschrieben. „Fortuna ist mit 23 Punkten Tabellenführer der vergangenen elf Spiele. Und das ist kein Zufall. Wenn du in Köln nicht von der ersten Minute an wach bist, hast du schnell ein paar Dinger im Körbchen“, so Neitzel mit Blick auf die jüngste Heimpartie der Westdeutschen. Beim 5:1-Kantersieg gegen Hansa Rostock führten sie schon nach 20 Minuten mit 3:0. Aggressives Anlaufen, viele lange und eroberte zweite Bälle, fußballerisch über dem Schnitt agierende Akteure, mit Marco Königs (zwölf Treffer) und Julius Biada (sieben Tore) das vielleicht stärkste Sturm-Duo der Liga und eine „ordentliche Wucht bei Standards inklusive der langen Einwürfe als taktisches Mittel“ – so beschreibt Neitzel die Qualitäten des Fortuna-Kollektivs.

 Dass 5000 Jecken im Festzelt neben dem Südstadion auch am Sonntagnachmittag ihr „Kölschfest“ feiern und damit für ungewohnt großen Andrang rund um die Fortuna-Heimstatt sorgen (Zuschauerschnitt: 2117), ficht den nicht eben als Karneval-Fan bekannten Neitzel nicht an. Ohnehin gibt es genügend Motivationspunkte, die Dienstreise als Festakt in eigener Sache zu gestalten: Stürmer Manuel Schäffler feiert heute seinen 27., Uwe Stöver (Geschäftsführer Sport bei den Kielern) am Montag seinen 49. Geburtstag.

 Ex-Torjäger Michael Holt (30) – zwischen 2007 und 2010 in Diensten der Störche, zuletzt bei Preußen Münster unter Vertrag und seit dem 1. Juli 2015 vereinslos – kehrt unterdessen nach auskuriertem Achillessehnenriss aus privaten Gründen zur KSV Holstein zurück und verstärkt die zweite Mannschaft.

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Foto: Seit dem fünften Spieltag hat Joe Enochs das sportliche Kommando beim Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück. Seine respektable Bilanz: neun Siege, acht Remis, drei Niederlagen.

Trainer-Entlassungen und die daraus resultierenden Neueinstellungen sind ein zwiespältiger, aber fester Bestandteil des Profifußballs. Dass ein Verein jedoch einem Coach zu Lohn und Brot bei der Konkurrenz verhilft, geschieht höchst selten – Drittligist Holstein Kiel hat’s getan, wenn auch nur indirekt.

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