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Störche finden ihre Balance

2:1-Auswärtssieg in Cottbus Störche finden ihre Balance

Der Befreiungsschlag ist gelungen, schweres Aufatmen, von den Herzen fallende Steine: Mit dem 2:1 (1:0)-Erfolg bei Energie Cottbus hat Drittligist Holstein Kiel die dunkle Serie von sechs Spielen ohne Sieg beendet.

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Vorbereiter zum 1:0-Führungstreffer in Cottbus: Holstein Kiels Fabian Schnellhardt.

Quelle: Frank Molter

Cottbus. Bei den Lausitzern, die allerdings auch mit neuem Trainer fußballerisch und mental angeschlagen wirkten, stimmte wieder die Balance zwischen sicherer Defensive und dynamischer Offensive. Als einziges Manko blieb die mangelhafte Chancenverwertung.

Die Erwartung von Holsteins Trainer Karsten Neitzel, dass Energies Interimscoach Rene Rydlewicz seine Männer mit „Messern zwischen den Zähnen“ auf den Gegner hetzen würde, erfüllte sich nicht. Zu verunsichert waren die Lausitzer, die inoffiziell aufsteigen wollen, offiziell aber seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen haben. Mit einer defensiven 4-4-2-Formation zollten sie Holstein jenen Respekt, der sich im Spielverlauf als angemessen herausstellen sollte.

Eine zentrale Rolle bei den technisch und taktisch überlegenen Störchen spielte Fabian Schnellhardt, der nach seiner Gelbsperre die Offensive als „freischaffender Künstler“ hinter den Spitzen veredelte. Schon nach sieben Minuten schlenzte er einen Freistoß auf den Kopf des aufgerückten Innenverteidigers Dominik Schmidt, dessen feine Auflage Manuel Schäffler jedoch aus zehn Metern knapp am linken Tor vorbeischoss. Neun Minuten später fiel die verdiente Führung für Holstein, als Flügelflitzer Steven Lewerenz einen tiefen Pass von Schnellhardt aufnahm und aus acht Metern verwandelte. Nach zwei torlosen Spielen war der Bann gebrochen.

Und nicht nur das: Die ersehnte Balance zwischen Defensive und Offensive war wieder hergestellt. Das Pressing der Gäste behagte den Cottbusern überhaupt nicht, und wenn sich die Platzherren doch einmal dem KSV-Strafraum näherten, behielt die Viererkette jederzeit die Kontrolle, ohne das Maximum abrufen zu müssen. Torhüter Robin Zentner erlebte eine stressfreie erste Halbzeit.

Obgleich sich die Cottbuser als guter Aufbaugegner für die Holstein-Profis erwiesen, die ja bis dato ebenfalls sechs Spiele sieglos waren, blieb doch ein kleiner Wermutstropfen: die weiterhin karge Chancenverwertung. Schnellhardt zog einen Schuss aus 18 Metern knapp am linken Pfosten vorbei (28.), nach einem feinen Pass von Kapitän Maik Kegel scheiterte Schäffler aus sechs Metern (37.). Ein 2:0 zur Pause hätte es schon sein können, um die Nerven noch weiter zu beruhigen.

Das Gegenteil trat ein. Fünf Minuten waren nach dem Wechsel gespielt, als Zentner – leicht behindert von mehreren Cottbus-Spielern – eine Flanke von Robin Szarka nicht festhalten konnte und Joni Kauko zum Ausgleich abstaubte. Die Kieler Spieler protestierten wütend, doch Schiedsrichter Benedikt Kempkes nutzte seinen Interpretationsspielraum korrekt. Doch der Zorn verrauchte schnell, Holstein gab die richtige Antwort. Eine Ecke von Lewerenz köpfte Schmidt dynamisch zur erneuten Führung ein (54.).

Die Atmosphäre wurde hitziger. Energie antwortete mit wütenden, gleichwohl planlosen Angriffen, die Holstein nicht vor ernsthafte Probleme stellte. Die besseren Chancen hatten die Gäste: Schäffler scheiterte an Renno (56.), Schmidt setzte einen Kopfball nach Lewerenz-Ecke knapp neben das Tor (65.). Fazit: Verdient gewonnen, aber viel zu knapp.

KSV-Trainer Karsten Neitzel war erleichtert und machte seiner Mannschaft „ein Kompliment für einen guten Auswärtsauftritt. Unserer Situation war ja ähnlich wie die in Cottbus. Um so stärker ist zu bewerten, dass die Mannschaft den Gegner überzeugend angelaufen hat und hinten sicher und kompakt stand. Jetzt werden wir kurz die Spannung abflauen lassen und rechtzeitig vor dem Spiel in Aue wieder aufbauen“.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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