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Holstein Kiel setzt sich im Keller fest

1:2 (0:1) bei Werder Bremen II Holstein Kiel setzt sich im Keller fest

Willkommen im Theater der großen Ängste! Mit der überaus vermeidbaren 1:2 (0:1)-Niederlage bei Werder Bremen II hat Fußball-Drittligist Holstein Kiel nicht nur den Jahresauftakt verpatzt, sondern sich zugleich vorerst im Tabellenkeller eingenistet.

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Rafael Kazior (Werder Bremen II) im Duell mit Patrick Herrmann von Holstein Kiel.

Quelle: Imago

Bremen/Kiel. Zwei individuelle Fehler der Störche führten zur Bremer 2:0-Führung durch Treffer durch Julian von Haacke (45.) und Thore Jacobsen (56.). Dass die Gäste zu diesem Zeitpunkt bereits vier Großchancen ausgelassen hatten, interessierte am tristen Nieselregen-Ende fast ebenso wenig wie das Anschlusstor von Steven Lewerenz.

Dabei waren die Kieler mit großer Kapelle ins Weserstadion gekommen. Die Aufsichtsräte Gerhard Lütje und Stefan Tholund fieberten der Partie ebenso entgegen wie das komplette Präsidium und die Damen von der Geschäftsstelle. Gut 700 Schlachtenbummler in der Stehplatzkurve sorgten für einen warmen Empfang der Störche. Ansonsten ähnelte die Atmosphäre in der mit insgesamt 1750 Zuschauern gähnend leeren Arena eher – passend zur tabellarischen Situation der Kontrahenten – einem Geisterspiel.

Das Kontrastprogramm servierten nach zehn durchaus sehenswerten und ausgeglichenen Minuten zunächst die Jungspunde von der Weser, die sich auf der Bühne, auf die sie streben, gedankenschneller und kombinationssicherer präsentierten. Enis Bytyqi (11.) und Giorgi Papunashvili (21.) feuerten erste Warnschüsse ab. Ex-Leitstorch Rafael Kazior forderte seinem Bewacher Eidur Sigurbjörnsson, der wie die beiden anderen Kieler Neuzugänge Willi Evseev und Mathias Fetsch gleich in der Startaufstellung Berücksichtigung fand, höchste Defensivkonzentration ab.

Dann aber stabilisierten sich die Gäste, übernahmen mit erhöhtem Offensivdruck und einer besseren Balance zwischen tiefer Gegneraufnahme und forschem Pressing das Kommando. Binnen 50 Sekunden verpassten Evseev (24.) nach Flanke von Marc Heider und Fetsch (25.) nach Blackout des Bremer Verteidigers Marnon Busch zwei 100-Prozent-Riesen zur Führung im Doppelpack. Heider (26.) und erneut Evseev (40.) trafen in aussichtsreicher Position die Kugel nicht richtig. Und nach Vorarbeit von Steven Lewerenz rutschten sowohl Evseev als auch Heider (44.) drei Meter vor dem gegnerischen Tor am Ball vorbei.

Nachlässigkeiten im Torabschluss

Altbekannte Nachlässigkeiten im Torabschluss, die sich bitter rächten. Im direkten Gegenzug versetzte Julian von Haacke (45.) seinen Verfolger Tim Siedschlag und schoss aus halbrechter Position flach und präzise ins lange Eck zur zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften Werder-Führung ein.

Kaum aus der Kabine zurück, kassierten die Störche die zweite eiskalte Januar-Dusche. Der 18-jährige Thore Jacobsen (56.) düpierte Holstein-Spielmacher Fabian Schnellhardt im Laufduell auf der linken Bahn klassisch, drang in den KSV-Strafraum ein – und schoss, nicht attackiert von den anderen Holstein-Abwehrkräften, unhaltbar aus 14 Metern mit dem linken Fuß zum 2:0 der Hanseaten ein.

Die Vorentscheidung? Noch nicht! Denn mit seiner ersten Ballaktion setzte „Joker“ Manuel Schäffler den Kollegen Lewerenz (69.) in Szene, der mit energischem Einsatz den Ball zum Anschlusstreffer über die Linie drückte. Lautstark unterstützte der Holstein-Anhang die intensiven, aber zumeist einfallslosen Bemühungen der Blau-Weiß-Roten. Immerhin, Siedschlag (83.) hatte die Schusschance zum Ausgleichstreffer, zögerte allerdings im Werder-Strafraum zu lange. Auch die Kieler Brechstange in Form des eingewechselten Dominik Schmidt brachte nicht den erhofften Erfolg. Den hatte stattdessen das Bundesliga-Ausbildungsteam vor Augen. Ousman Manneh (90.) hämmerte die Kugel zum KSV-Glück aber nur ans Aluminium.

Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel haderte vor dem anstehenden Heimspiel gegen den Chemnitzer FC mit dem Schicksal. Er sagte: „Bis zum 0:1 haben wir genau so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir müssen aber ein Tor machen. Bei beiden Gegentreffern haben unsere Spieler im 1:1-Duell den Ernst der Situation zu spät erkannt. Wenn du hier solch’ ein Spiel mit derartigen Chancen verlierst, ist das schon brutal. Wir müssen punktemäßig jetzt zügig in die Spur kommen.“

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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