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Ein Riese für das Holstein-Tor

Robin Zentner Ein Riese für das Holstein-Tor

Fußball-Drittligist Holstein Kiel ist auf der Suche nach einem Nachfolger für den verletzten Torwart Kenneth Kronholm fündig geworden. Vom FSV Mainz 05 wechselt Robin Zentner an die Förde. Der 20-Jährige unterschreibt bei den Störchen einen Einjahresvertrag.

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KSV-Trainer Karsten Neitzel (links) und der Sportliche Leiter Ralf Heskamp (rechts) mit Neuzugang Robin Zentner.

Quelle: mah

Kiel. Nur 14 Stunden nach dem verpassten Heimsieg gegen Fortuna Köln (2:2) präsentierte Fußball-Drittligist Holstein Kiel gestern Vormittag einen neuen Hoffnungsträger: Robin Zentner von Mainz 05 soll die Lücke schließen, die nach dem Kreuzbandriss von Torwart Kenneth Kronholm vor acht Tagen entstanden ist. Ist die Rückennummer eins, die der 20-Jährige bei den Störchen erhält, Programm? „Ich hoffe es. Jedenfalls ist das der Plan“, sagt Zentner, der auf Leihbasis bis zum 30. Juni 2016 in den Norden übersiedelt und schon am Sonnabend (14 Uhr) in der Partie beim VfL Osnabrück den internen Konkurrenten Niklas Jakusch zwischen den KSV-Pfosten verdrängen könnte.

Neun Jahre trug der ehemalige U17-Nationalkeeper das Mainzer Trikot, durchlief die gesamte Torwartschule des Bundesligisten, sammelte in 21 Spielen Drittligaerfahrung, erhielt trotz einer Meniskusverletzung im Herbst 2014 bei den 05ern Ende April dieses Jahres eine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2017 und saß zu Beginn dieser Saison als offizielle Nummer zwei hinter Loris Karius im DFB-Pokal sowie den beiden ersten Punktspielen gegen Ingolstadt und in Mönchengladbach als offizielle Nummer zwei auf der Bank des Erstligisten. Der verpflichtete aber Mitte dieses Monats Gianluca Curci vom AS Rom.

Von dieser Personalplanung waren die Holstein-Offiziellen informiert, die bereits bei Kronholms erster Knieverletzung Anfang Juli in Sachen Zentner Kontakt zu den Mainzern aufgenommen hatten. „Direkt nach Kenneths zweitem Trainingsunfall habe ich mit den Mainzern wieder telefoniert, am Tag danach war Robin mit seinem Berater in Kiel“, berichtet Holsteins Sportlicher Leiter Ralf Heskamp. Das Torwarttalent zeigte sich begeistert vom Kieler Trainingszentrum: „Super, die haben hier ja mehr Trainingsplätze als in Mainz.“ Nun wurde das Leihgeschäft mit positiver Bestärkung der Mainzer Verantwortlichen besiegelt. „Wir sind vom Potenzial von Robin Zentner überzeugt, aber für seine persönliche Entwicklung ist es wichtig, dass er in dieser Saison regelmäßig spielt“, sagt 05-Manager Christian Heidel.

Und auch für den persönlichen Reifeprozess ist der Ortswechsel für den 1,94 Meter großen und 96 Kilo schweren Torhüter mit Gardemaß ein Riesenschritt. Denn bislang wohnte Zentner im knapp 15 Autominuten vom Mainzer Stadion entfernt gelegenen Heimatort Eltville bei seinen Eltern. „Ich war als Kind einmal in Hamburg und einmal auf Sylt. Ansonsten kenne ich den Norden nur durch die Auswärtsspiele“, sagt der Mann mit Schuhgröße 47, der Familie und seine ebenfalls in Eltville lebende Freundin zumindest vorübergehend zu Gunsten des Berufes hinter sich lässt: „Ich suche eine Zwei- bis Drei-Zimmerwohnung. Es wird spannend, jetzt auf eigenem Fuß zu leben.“

Eine nicht eben schöne Erinnerung hat Zentner aber dann doch ans Holsteinstadion, in dem er am Dienstagabend die Partie der Störche gegen Köln vor Ort verfolgte und von der „klasse Stimmung“ überrascht war. Am siebtletzten Spieltag der Vorsaison kam er in der Partie gegen die Störche einen Tick zu spät an den Ball und foulte Rafael Kazior elfmeterreif. Den Strafstoß verwandelte der damalige KSV-Kapitän zum 1:0-Endstand. „Daran musste ich sofort denken, als der Anruf kam“, so Zentner.

Dass sein neuer Arbeitgeber eine sehr offensive Deckungsweise bevorzugt („eine so hoch stehende Defensive ist einmalig in der Dritten Liga“) und er als Torwart dadurch mitunter in die Rolle eines Liberos gedrängt wird, bereitet Zentner kein Kopfzerbrechen: „Ich hatte bisher keine Probleme mit dem Ball am Fuß.“ Notfalls eine Abwehr auch lautstark zu dirigieren, auch das habe er in Mainz gelernt. „Wenn ich die Namen drauf habe, sollte man mich auch hören“, lacht Zentner. Zumindest den eines neuen, alten Kollegen kennt er sicher. „Mit Steven Lewerenz habe ich ja schon in Mainz zusammen gespielt.“

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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