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Zwischen Ruhe und Jagdszenen

Auswärtsspiel Zwischen Ruhe und Jagdszenen

Die Parallelen stecken in der Statistik, und nur in der Statistik. Sollte Fußball-Drittligist Holstein Kiel sein Auswärtsspiel am Mittwochabend (19 Uhr/Stream auf rbb-online.de) bei Energie Cottbus nicht gewinnen, wäre die Mannschaft von Trainer Karsten Neitzel seit sieben Spielen ohne Sieg.

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Mit seiner Technik und seinen Ideen kann Fabian Schnellhardt (vorn) nach der Gelbsperre die Holstein-Offensive wieder beleben.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Eine Serie ohne Dreier von genau dieser Länge hat bei den Lausitzern am Montag zur Entlassung von Trainer Stefan Krämer geführt. Vergleichbares wird an der Förde natürlich nicht passieren. Nach der glorreichen Vorsaison mit dem ultraknapp verpassten Aufstieg in die Zweite Liga steht Neitzel außerhalb jeder Kritik, zumal die Kieler vor Jahresfrist nach neun Spieltagen ebenfalls nur neun Punkte aufwiesen. „Wenn das für den einen oder anderen Spieler ein Beruhigungsmittel ist, dann habe ich nichts dagegen“, sagt der Coach. Unangenehm sind der 16. Tabellenrang (nur einen Punkt vom ersten Abstiegsplatz entfernt) und dessen Ursachen allemal. In den ersten Saisonspielen schwächelte die Abwehr. Seit diese sich stabilisiert hat, passiert vor dem gegnerischen Tor wenig bis nichts. Die fehlende Balance zwischen Defensive und Offensive ist in diesen Tagen auf dem Projensdorfer Klubgelände die meistbenutzte Zustandsbeschreibung.

 Wie es zur Herstellung eines Gleichgewichts nötig ist, bleibt Karsten Neitzel ganz ruhig. Er will die Defizite in der Mannschaft „nicht zu sehr thematisieren“ und wies die Spieler in Wort und (Trainings-)Tat lediglich darauf hin, nicht so kompliziert wie zuletzt in der zweiten Halbzeit gegen Rostock, sondern einfacher zu spielen. Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit möchte der 47-Jährige auf „45 Punkte“ reduzieren. „Die zu holen, das ist die Aufgabe in dieser Saison.“ Dabei räumt er durchaus ein, dass der Relegationsplatz in der alten Serie die neue Herausforderung „schwierig macht. Wir müssen bis zum letzten Spieltag punkten“.

 Die Ruhe speist sich aus dem Vertrauen, das der Trainer hat, in den Kader, in sich selbst. „Bei den Spielern ist immer Luft nach oben. Es geht um die Bewegung mit und ohne Ball. Es geht darum, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen“, verweist der gebürtige Dresdner darauf, dass Fußball im Grunde ein einfaches Spiel ist.

 Dennoch dürfte die heutige Partie im Stadion der Freundschaft ein schwerer Gang werden, nicht zuletzt durch den Trainerwechsel. Bis Klublegende Vasile Miriuta übernimmt, steht Co-Trainer Rene Rydlewicz in der Verantwortung. „Ich gehe davon aus, das Rene die Spieler mit Messer zwischen den Zähnen auf uns hetzen wird. Darauf müssen wir uns einstellen,“ sagt Neitzel ziemlich lapidar und weist nochmals auf die nötige Balance hin, diesmal in den Köpfen: „Man darf unsere jetzige Situation natürlich nicht wegschieben, aber auch nicht zu schweres Geschütz auffahren.“ Das aktuelle Anforderungsprofil für Mittwoch und das Spiel am Sonnabend (14 Uhr) in Aue ist allerdings klar: „Wir sollten Punkte mitnehmen, aber nicht erst im Oktober.“

 Dabei mithelfen kann wieder Fabian Schnellhardt, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Kleine Zusatz-Motivation für die Mannschaft: Mit einem Sieg rechtzeitig zum runden Geburtstag des Sportlichen Leiters Ralf Heskamp, der am Dienstag 50 Jahre alt wurde, hat es ja nun nicht geklappt. Am Mittwoch soll es wenigstens nachträglich gelingen.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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