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Karsten Neitzel hat die freie Auswahl

Holstein Kiel Karsten Neitzel hat die freie Auswahl

Mit Respekt, aber ohne den geringsten Anflug von Furcht konzentriert sich Fußball-Drittligist Holstein Kiel auf den Gang zum Liga-Primus Dynamo Dresden. Dort werden am Sonnabend (14 Uhr) fast 30000 Zuschauer erwartet – der ultimative Stimmungs-Höhepunkt dieses Spieljahres für die Störche.

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Die Stärke des kompaktes Kieler Kollektivs: Der gebürtige Dresdner Maik Kegel (li.) will mit seinen Holstein-Kollegen beim Auftritt in seiner Heimatstadt den Dynamos den geplanten Aufstiegsspaß verderben.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Läuft alles optimal für die Sachsen, droht ob des Lärmpegels in der Arena sogar Tinnitus-Gefahr für die Gäste. Denn bei einem Heimsieg und einem Osnabrücker Patzer (Niederlage, Remis) zeitgleich in Erfurt ist für die Dynamos der Zweitliga-Aufstieg fünf Spieltage vor dem Saisonende perfekt.

 „Zumindest mir geht es so, dass ich lieber vor einer derartigen Kulisse spiele als in einem leeren Stadion“, sagt Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel. Und ergänzt: „Wir spielen als Tabellenachter gegen einen Zweitligisten. Wir haben nichts zu verschenken und in Dresden keine Niederlage eingeplant.“ Soll heißen, die Nordlichter wollen den Gelb-Schwarzen schon aus eigenem sportlichen Interesse den Feiertag versauen. Schließlich benötigen die Störche zum endgültigen Klassenerhalt noch fünf bis sechs Punkte. Doch auch aus einem anderen Grund ist der Auftritt für Neitzel ein ganz besonderer. Der 48-Jährige ist in Dresden geboren, hat dort das Fußball-ABC erlernt, das ihm in die Junioren-Nationalmannschaften der ehemaligen DDR verhalf. „Meine ganze Familie wird im Stadion sein“, erklärt Neitzel voller Vorfreude.

 Gefühle, die Holstein-Spielmacher Maik Kegel nur zu gut nachvollziehen kann. Auch der 26-Jährige hat in Dresden das Licht der Welt erblickt, dazu von 2000 bis 2012 das Dynamo-Trikot getragen. Beim bislang letzten Sprung ins Bundesliga-Unterhaus (2011) zählte Kegel gar zu den Aufstiegshelden aus Elbflorenz. Die tiefe Verwurzelung mit Dynamo hindert den Mittelfeld-Techniker indes nicht an einer professionellen Denkweise: „Wir wollen versuchen, mindestens einen Punkt mitzunehmen. Von mir aus können sie ruhig erst nächste Woche feiern.“ Familiären Zwist bei der Umsetzung dieses Ansinnens befürchtet Kegel laut „Bild-Zeitung“ nicht. „Meine Mama und meine Schwester werden zuschauen – und die stehen voll hinter mir.“

 Bis auf die nach Kreuzbandrissen weiter im Aufbau befindlichen Kenneth Kronholm und Marlon Krause fehlt an diesem Wochenende nur Manuel Janzer (Muskelfaserriss). Die durchaus angenehme Qual der Wahl in Sachen Anfangsformation blendet Neitzel aus, verweist stattdessen auf den Pluspunkt „einer starken Bank“. Er wolle Dynamo mit der Aufstellung vielleicht etwas überraschen, selbst eine Nominierung von Fabian Schnellhardt als zweite Sturmspitze sei vorstellbar. Heiße Herzen und kühle Köpfe fordert Neitzel von seinen Profis, eine ähnliche Leistung wie beim 1:0 in Magdeburg.

 Die dürfte auch tatsächlich erforderlich sein. Denn neben anderen Stärken stellt das beste Team der Konkurrenz auch die Torfabrik der Liga. 36 der insgesamt 63Treffer gingen auf das Konto von Justin Eilers (19) und Pascal Testroet (17), der vor seinem bereits dritten Zweitliga-Aufstieg steht. Kein anderes Sturm-Duo war seit Einführung der Dritten Liga im Jahr 2008 erfolgreicher.

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