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Das Runde muss ins Eckige

Chancenverwertung bei Holstein Kiel Das Runde muss ins Eckige

Donnerstagvormittag, Klubgelände der KSV Holstein in Projensdorf: Fußballlehrer Markus Anfang lässt seine Profis auf zwei Tore spielen, die nur rund 20 Meter auseinander stehen; eins gegen eins, Zweikampf, Abschluss.

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Was sollen wir tun? Holsteins Mittelstürmer Mathias Fetsch (li.) diskutiert mit Tim Siedschlag, der im Spiel am vergangenen Sonnabend gegen Rot-Weiß Erfurt die größte Torchance vergab. Auch Dominick Drexler (re.) nutzte einen „Riesen“ nicht.

Quelle: uwe paesler

Kiel. Eine schnelle und intensive Übung, die dem einzigen Defizit geschuldet ist, das der Tabellen-Neunte der Dritten Liga seit Saisonbeginn nicht nachhaltig in den Griff bekommt: die Chancenverwertung. Die versammelte Konkurrenz kann nicht kollektiv irren: Welchen Trainer der dritten Spielklasse man auch fragt, immer wird den Kielern Hochachtung gezollt, meistens auch in Verbindung mit einem Aufstiegsrang am Saisonende. Und eigentlich wird der KSV-Kader dieser Wertschätzung auch gerecht. Eine aufmerksame und stabile Defensive, Tempo und Technik im Spiel nach vorn, effektives Offensiv-Pressing. So werden Chancen erspielt – die allerdings (zu) oft nicht den verdienten, zählbaren Ertrag bringen.

 Hätten die Störche neben ihren fünf Dreiern (in denen sie immerhin jeweils drei Tore schossen) auch jene Spiele gewonnen, in denen sie die bessere Mannschaft waren, aber maximal einen Punkt holten, wären sie Spitzenreiter. Diese verpassten Möglichkeiten sind umso ärgerlicher, weil ein Aufstiegsplatz in dieser Saison womöglich vergleichsweise einfach zu erreichen ist. Ein Überflieger-Team wie in der vergangenen Saison Dynamo Dresden fehlt, nahezu sämtliche Teams suchen auch nach 14 Spieltagen noch nach Konstanz. Ein aktuelles Beispiel: Von den acht Mannschaften, die derzeit in der Tabelle über Holstein stehen, hat am vergangenen Wochenende nur Chemnitz gewonnen. Hätte die KSV aus ihrer drückenden Überlegenheit gegen Erfurt mehr gemacht als das 0:0, wäre sie auf dem Relegationsplatz drei in die Länderspielpause gegangen.

 Naturgemäß stehen bei Torflaute die zentralen Angreifer im Fokus. Mathias Fetsch, nach der Suspendierung von Saliou Sané der letzte Mittelstürmer im Aufgebot, sprach dazu nach der Erfurt-Enttäuschung klare Worte: „Ich finde es zum Kotzen, dass die Misere immer nur an den Stürmern festgemacht wird.“ Markus Anfang pflichtete bei: „Bei uns ist keiner mit einem Verbot belegt, Tore zu schießen.“ Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen. Fetsch ist als Anläufer sowie beim Festmachen und Weiterleiten der Bälle wertvoll, entwickelt jedoch trotz seiner vier Saisontreffer bislang zu wenig Torgefahr. Und seinen Kollegen mangelt es vor dem Kasten häufig an Ruhe und Präzision.

 Holstein-Sportchef Ralf Becker lobt die Spieler zwar für ihr fußballerisch gutes Gesamtpaket, will das Problem Torquote aber nicht schönreden: „Natürlich müssten wir mehr Punkte haben. Die gesamte Mannschaft ist gefordert, jede Chance konsequent zu nutzen.“ Das gilt auch für die Standards, bei denen der 46-Jährige „mehr Effektivität“ einfordert. Neben den Appellen an das derzeitige Personal könnten Verstärkungen für die Offensive in der Winterpause eine Option sein. „Wir warten die restlichen fünf Spiele ab“, sagt Becker. Dann werde er den Präsidiumskollegen und dem Aufsichtsrat „in Abstimmung mit Markus Anfang Vorschläge machen“.

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