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Stürmer vom VfB Lübeck in Kiel attackiert

Neue Fan-Feindschaft? Stürmer vom VfB Lübeck in Kiel attackiert

Wenn der VfB Lübeck und Holstein Kiel aufeinandertreffen, ist Brisanz garantiert. Diese Derbys gelten längst bei Polizei und Schleswig-Holsteinischem Fußballverband (SHFV) als Sicherheitsspiele. Neuerdings sind Spieler aber auch außerhalb des Fußballplatzes nicht mehr sicher.

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Mit dem Kopf wuchtet Christopher Kramer am 10. Mai noch im Trikot des VfR Neumünster gegen die Lübecker Aleksander Nogovic und Henrik Sirmais den Ball zum 1:1-Ausgleich ins VfB-Tor. Jetzt steht der Lübecker Stürmer wegen seines Pokal-Treffers gegen die Holstein Kiel im Fokus.

Quelle: Jörg Lühn

Kiel. Am 5. August wurde Lübecks Torjäger Christopher Kramer in einem Billard-Salon in der Kieler Bergstraße um 2.35 Uhr morgens von Personen, die sich zur Holstein-Szene bekannt haben sollen, verprügelt. Passiert sein soll Folgendes: Der ehemalige Störche-Stürmer ließ mit einem Bekannten die Kugeln rollen. Plötzlich schlugen andere Besucher auf Kramer ein, der 25-Jährige taumelte, Blut floss, Kramer musste in die Klinik, die Platzwunde über dem linken Auge wurde genäht. Zuvor hatte die alarmierte Polizei die Personalien der Täter aufgenommen.

 Grund für den Angriff soll das 1:0-Siegtor von Kramer im Landespokal-Finale gegen die KSV Holstein gewesen sein. Kramer wollte sich zu diesem Vorfall gestern auf Anfrage nicht äußern. Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer der Störche, erklärte: „Für Chris tut es mir natürlich sehr leid. Sollte sich herausstellen, dass es tatsächlich Holstein-Fans waren, ist das auf das Schärfste zu verurteilen. Das geht gar nicht. Aber anstatt Vorverurteilungen abzugeben, muss ich mich erst einmal informieren. Wir haben den offiziellen Polizeibericht angefordert.“

 „Wir können bestätigen, dass es ein Ermittlungsverfahren gibt“, erklärte Silke Man-they von der Polizeidirektion Kiel, „wir versuchen jetzt, die Hintergründe aufzuklären“. Gerhard Stelke von der Bundespolizei-Inspektion Kiel fürchtet, dass der Angriff auf den VfB-Spieler ein weiteres Indiz dafür ist, dass die Fan-Feindschaft zwischen Holstein Kiel und dem VfB Lübeck neu entfacht werden könnte. In den vergangenen Jahren war es deutlich ruhiger in der Szene gewesen. „Man muss davon ausgehen, dass sich die Lübeck-Fans den Angriff auf ihren Spieler nicht gefallen lassen, sollte sich herausstellen, dass es Holstein-Fans gewesen sind. Dadurch würde die Brisanz von Begegnungen beider Klubs wieder deutlich steigen“, glaubt Stelke. Dies gelte auch für Regionalliga-Begegnungen wie TSV Schilksee gegen den VfB Lübeck. Die Bundespolizei, die sowohl in Kiel als auch in Lübeck fankundige Beamten im Umfeld der Klubs einsetzt, rechnet künftig mit einem deutlich erhöhten Personalbedarf bei solchen Spielen.

 Das nächste Aufeinandertreffen der alten Rivalen aus Kiel und Lübeck könnte das Halbfinale im Landespokal im Oktober auf der Lohmühle sein, falls Drittligist Holstein das Viertelfinale am 9. September bei Flensburg 08 gewinnen sollte. Schon am 26. August (18 Uhr) tritt der VfB bei Regionalliga-Aufsteiger Schilksee an.

 Beim Landespokal-Finale zwischen dem VfB und der KSV vor vier Wochen hatten Ordnungskräfte den Lübecker Block räumen müssen. Dabei waren Nebeltöpfe und Sturmhauben sichergestellt worden. Das Sportgericht des SHFV hat den VfB wegen der Pyrotechnikaktionen zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt, womit es deutlich unter der Höchststrafe von 5000 Euro blieb. VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra räumte ein: „Im Wiederholungsfall müssen wir mit einer weit höheren Strafe rechnen. Nun sind unsere Fans in der Pflicht.“

 Von Bastian Modrow und Peter-Wulf Dietrich

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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