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Neitzel weiß, wo es langgeht

DFB-Pokal Neitzel weiß, wo es langgeht

Satt grün empfängt der gemähte Trainingsplatz im Nachwuchsleistungszentrum Projensdorf die Profis des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel zur Vormittagsschicht, die erste ernsthafte Einheit zur Vorbereitung auf das DFB-Pokalheimspiel gegen Bundesligist VfB Stuttgart am Sonnabend (20.30 Uhr). Die Sommersonne lacht, Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel schärft mit lauter Stimme die Sinne der Spieler: „Wach werden!“

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Spielformen, um das Spiel zu formen: KSV-Trainer Karsten Neitzel erklärt (v. li.) Fabian Schnellhardt, Evans Nyarko und Maik Kegel, worauf es gegen den VfB Stuttgart ankommt.

Quelle: Frank Molter

KIEL. Das hat gewichtigen Hintergrund. Die arrangierten Spielformen sind auf die aggressive Taktik der Schwaben ausgerichtet. „Ball jagen“, nennt es VfB-Sportdirektor Robin Dutt. „Überfall-Fußball“ hieß es in der Presse nach dem 4:2-Erfolg des VfB gegen das Star-Ensemble von Manchester City. „Die haben klasse Fußballer in ihren Reihen und rennen wie die Irren auf den ballführenden Spieler zu“, weiß Neitzel aus seinen Analysen, was Risiken und Chancen für den Außenseiter Kiel beinhalte. Kurze Anspiele aus dem Strafraum auf den nächsten Kollegen seien für KSV-Torwart Niklas Jakusch beispielsweise strikt verboten. Gelinge es aber, mit Ballstafetten die erste Stuttgarter Angriffswelle im Gefahrendrittel vor dem eigenen Tor zu überwinden, biete sich Raum für eigene Attacken, so Neitzels Theorie. „Einfach strukturiert spielen, das hat Manchester nicht geschafft“, erläutert der 47-jährige Fußballlehrer.

 Hier und da unterbricht Neitzel die Übungen, weist auf Fehler hin. Dann wieder bestärkt er positive Ansätze: „Guuut, Kohle“. Gemeint ist Patrick Kohlmann. Der Linksverteidiger, vom Fachblatt „Kicker“ in die Drittliga-Elf des Spieljahres 2014/15 gewählt, fehlte in den vergangenen zwei Wochen. Die Adduktoren. „Das ist heute die erste Einheit mit der Mannschaft. Ich bin schmerzfrei geblieben. Mal abwarten, wie sich alles entwickelt“, sagt der 32-jährige Routinier. Neitzel schließt nicht aus, dass Kohlmann vielleicht schon am Sonnabend zum Aufgebot zählen könne. Wie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Stürmer Saliou Sane, der nur kurz mittrainiert, um sich auf einen 30-Minuten-Einsatz am Abend im U23-Team der Störche gegen Flensburg 08 vorzubereiten. „Wir müssen 'Sali' nach dessen Knieverletzung behutsam aufbauen“, sagt Neitzel über Sane, der beim 2:0-Sieg in Halle für ein paar Minuten Drittliga-Luft schnuppern durfte.

 Für Mittelfeld-Neuzugang Nyarko – Vorname in Lautschrift „Iwäns“ – kommt nach sechswöchiger Verletzungspause (Faserriss im Hüftbeuger) das Pokalduell trotz Belastbarkeit zu früh. Die hat sich beim am Knie verletzten Torwart Kenneth Kronholm durch eine Infektion verzögert. Auch Flügelflitzer Manuel Janzer (Muskelfaserriss in der Wade) muss noch alleine Runden unter Anleitung von Fitnesscoach Timm Sörensen drehen. Ein spezielles Pech für die Störche-Neuverpflichtung, gastiert doch am Sonnabend mit dem VfB Stuttgart jener Klub an der Förde, dessen Trikot der 23-Jährige zehn Jahre lang trug.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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