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Dominick Drexler: Nichts versprechen, alles halten

Holstein Kiel Dominick Drexler: Nichts versprechen, alles halten

Dominick Drexler zu jenen bislang vier Neuzugängen, die der KSV helfen sollen, in der Saison 2016/17 in jene Tabellenregionen vorzudringen, in denen der Zweitliga-Aufstieg mehr sein könnte als ein (heimlicher) Wunsch. Wir trafen den 26-Jährigen zwischen Medizincheck und Wohnungssuche.

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Entspannen am Wasser gefällt ihm, „und das ist ja in Kiel sehr schön möglich“: Dominick Drexler an der Kieler „Seebar“.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Der Mann sitzt bei sommerlichem Traumwetter in der „Seebar“ an die Kiellinie, nippt an seiner Apfelschorle („naturtrüb bitte“) und lächelt so tiefenentspannt wie jemand, der eine ebenso bedeutsame wie richtige Entscheidung getroffen hat. Die Entscheidung: die Mitte Mai gesetzte Unterschrift in einem Dreijahresvertrag beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Damit gehört Dominick Drexler zu jenen bislang vier Neuzugängen, die der KSV helfen sollen, in der Saison 2016/17 in jene Tabellenregionen vorzudringen, in denen der Zweitliga-Aufstieg mehr sein könnte als ein (heimlicher) Wunsch. Die Kieler Nachrichten trafen den 26-Jährigen zwischen Medizincheck und Wohnungssuche.

 Dominick Drexler ist erfahren und clever genug, um sich nicht auf das Glatteis einer konkreten Zielvorgabe ziehen zu lassen, schon gar nicht bei 27 Grad über der sanft plätschernden Ostsee: „Der Verlauf der Dritten Liga ist ganz schwer einzuschätzen, wie man exemplarisch an den Aufstiegen von Aue und Würzburg sehen kann. Unser Ziel muss es sein, eine gute Rolle zu spielen.“ Gute Rolle heißt Platz eins bis sechs? Der 1,82 Meter große Offensiv-Allrounder mit der Erfahrung von 112 Drittliga- und 33 Zweitliga-Spielen widerspricht nicht, sondern ergänzt: „Es muss in die Köpfe der Spieler rein: Wir wollen dominant auftreten, besonders zu Hause.“

 Die Konkurrenz soll in Zukunft nicht nur Respekt vor dem potenziellen Leistungsvermögen der Störche haben, sondern vielmehr vor der realen Performance, Konstanz und viele Dreier inklusive. Dazu will der ablösefreie Neuzugang vom Ligarivalen VfR Aalen einen nicht unerheblichen Beitrag leisten. Er hatte Angebote von mehreren Zweitligisten, „aber diese Gespräche verliefen nicht so gut wie die bei Holstein“, bekräftigt der Rechtsfuß, den beim Tabellen-14. der Vorsaison „das Gesamtpaket“ überzeugte. Bestehend aus: „Trainer Karsten Neitzel, der sich sehr um mich bemüht hat und mich ja schon 2012 zum VfL Bochum holen wollte, die guten Trainingsbedingungen in Projensdorf, die Tradition und der gute Ruf von Holstein Kiel, der gute Kader, der mit den Verstärkungen (Alexander Bieler, Luca Dürholtz, Dominic Peitz, d. Red.) noch mehr an Qualität gewonnen hat.“ Das Wichtigste sei, ein gutes Gefühl zu haben, denn nur dann könne man optimale Leistung bringen. „Früher war ich anders drauf. 2013 wechselte ich zum Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth, ohne zu wissen, was mich erwartet.“ Drei Jahre später will er sich bei Holstein „langfristig engagieren“.

 Für den gebürtigen Bonner sind erholsame Freizeitgestaltung und eine enge Bindung zur Familie wichtige Komponenten für ein ausgeglichenes und damit erfolgsförderndes Gemüt. Mit seinem Zwillingsbruder Patrick („nicht eineiig, er ist eine Minute älter und sieht ganz anders aus als ich“) und Schwester Larissa machte er direkt nach Saisonschluss eine Woche Wellness-Urlaub in Südtirol. Die meisten Tage bis zum Trainingsbeginn in Kiel am 19. Juni verbringt der Single im Elternhaus in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Doch purer Müßiggang ist nicht angesagt, denn der Fitnessplan von Holsteins Athletik-Coach Timm Sörensen sei „ausführlich“. Ist die Arbeit getan, entspannt sich Drexler gern vor dem Fernseher mit passivem Fußball und Serien oder tut einfach mal nichts, zum Beispiel am Wasser, „wie das jetzt in Kiel sehr schön möglich ist“.

 Auf dem Platz hingegen ist Laissez faire kein Thema. „Ich will Stammspieler sein, ein Leistungsträger, und viele Scorer-Punkte machen“, fordert Drexler von sich selbst. Am liebsten setzt er als hängende Spitze oder von der linken Seite aus seine Mitspieler ein, sucht aber auch selbst den Torabschluss. „Meine Schwäche ist das Kopfballspiel.“ Sein Kopf arbeitet anderweitig: In Kürze wird Dominick Drexler ein Fernstudium in Sportmanagement in München aufnehmen. So viel Weitsicht muss sein.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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