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Ohne Torjäger geht es nicht

Dritte Fußball-Liga Ohne Torjäger geht es nicht

"Stürmer gewinnen Spiele, die Defensive holt Titel." Eine sattsam bekannte Fußball-Weisheit, die für die Dritte Liga aber nur eingeschränkt gilt. Der Blick in die vergangenen drei Spielzeiten beweist: Ohne den nach dem jüngsten 0:1 in Magdeburg auch für Holstein Kiel vehement geforderten Torjäger geht es nicht.

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Sein vielleicht wichtigstes Tor für den heutigen Fußball-Zweitligisten Würzburger Kickers: Elia Soriano (Mitte) trifft im Relegations-Rückspiel beim MSV Duisburg auf dem Weg zum 2:1-Erfolg zum 1:1-Ausgleich.

Quelle: Imago

Kiel. Das Paradebeispiel liefert Angreifer Elia Soriano vom Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers. Die Franken rangierten im Januar 2016 nach 21 von 38 Spieltagen mit 26 Punkten auf Platz elf der Tabelle, nur zwei Zähler vor den Störchen. Dann wechselte der Deutsch-Italiener von den Stuttgarter Kickers nach Würzburg und landete bei 13 Einsätzen acht wichtige Treffer. Eine nur vordergründig übersichtliche Quote. Denn sechs der Soriano- „Buden“ sicherten den Würzburgern satte zwölf Punkte. Pikanterie am Rande: Ex-Störche-Trainer Karsten Neitzel wollte den 27-Jährigen im Tausch mit Manuel Schäffler aus Stuttgart nach Kiel lotsen, holte sich aber einen Korb.

Zuletzt hatte ein Holstein-Trio Torgier

Sorianos Pendant heißt Pascal Köpke. Der Sohn des ehemaligen Welttorhüters Andreas suchte ebenfalls in der vergangenen Winter-Transferperiode eine neue Herausforderung: Erzgebirge Aue statt Karlsruher SC. 14 von 17 Drittliga-Partien bestritt der 21-jährige Stürmer für die Sachsen und hatte mit zehn Toren entscheidenden Anteil am Sprung der Minimalisten aus Aue ins Bundesliga-Unterhaus. Mageren 42 selbst erzielten Treffern stand die Liga-Bestmarke von lediglich 21 Gegentoren gegenüber.

Dynamo Dresden (Meister 2016) konnte sich auf die Qualität des Duos Justin Eilers (23 Tore) und Pascal Testroet (18) verlassen. Arminia Bielefeld (Meister 2015) lebte von der Qualität eines Fabian Klos (23), Mit-Aufsteiger MSV Duisburg vom Gespann Zlatko Janjic (17)/Kingsley Onuegbu (14). Nur 30 Gegentreffer sowie die Torgier des Trios Rafael Kazior, Marc Heider (je 11) und Manuel Schäffler (10) verhalfen der KSV Holstein zum Einzug in die Relegation 2015.

Bisher steht bei den Störchen die Defensive

Darmstadt 98 bejubelte bei seinem Sensationsaufstieg 2014 gleich 27 Treffer von Dominik Stroh-Engel. Die Leipziger Bullen feierten am Ende der gleichen Saison Daniel Frahn (15) und Dominik Kaiser (14). Auch der 1. FC Heidenheim (Meister 2014) besaß in Marc Schnatterer (13 Tore) eine Galionsfigur in der Offensive. Der Rest der insgesamt 59 Treffer verteilte sich auf 13 Schultern.

Nach einem Viertel der laufenden Saison trennen die Kieler Störche (14 Zähler/Platz elf) nur drei Punkte von Aufstiegsrang zwei (VfR Aalen). Mit sieben Gegentreffern stellen sie trotz der von offensiver Attraktivität und Dominanz geprägten Spielidee des Chefcoaches Markus Anfang die bislang zweitsicherste Deckung, weisen zudem die zweitbeste Tordifferenz auf. Bleibt Angreifer Mathias Fetsch konstant (vier Tore), könnte der 28-Jährige trotz des aktuell gravierenden Missverhältnisses von Chancen und Ertrag am Ende mit 16 Treffern geführt werden. Eine Hypothese, die es bis Weihnachten von Fetsch und Kollegen zu bestätigen gilt.

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Holstein Kiel
Foto: Bei den Störchen ist die Luft raus und der Frust groß.

Sie hätten als strahlender Sieger, als neuer Tabellenzweiter den Rasen verlassen können, stattdessen rauschte der Mannschaftsbus des Drittligisten Holstein Kiel mit einer über alle Maßen ärgerlichen 0:1 (0:0)-Niederlage und einer XXL-Portion Frust im Gepäck aus dem Magdeburger Regen gen Heimat.

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