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Holstein Kiel holt einen Punkt in Chemnitz

Dritte Liga Holstein Kiel holt einen Punkt in Chemnitz

Wieder kein „Dreier“, aber zumindest ein Sieg der Moral: Beim letztlich gerechten 2:2 (0:1) in Chemnitz präsentierte sich Fußball-Drittligist Holstein Kiel am Sonnabend in Halbzeit zwei als echtes Spitzenteam.

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Keeper Kenneth Kronholm hält das Tor der Störche sauber.

Quelle: Imago

Chemnitz. Dank der Treffer von Dominick Drexler (61.) und Steven Lewerenz (70.) belohnten sich die Störche in einem spannenden und hüben wie drüben leidenschaftlich geführten Spiel für die Willenskraft, auch herbe Rückschläge verdauen zu können.

Mit Drexler anstelle von Mathias Fetsch im Sturmzentrum sowie Luca Dürholtz auf der Spielmacherposition und Alexander Bieler als „falschem“ Flügel wollte Holstein-Cheftrainer Markus Anfang Reize gegen die Torflaute setzen. Dies gelang in Durchgang eins allerdings nur bis zur 12. Minute. Als Anton Fink seinen Kieler Kontrahenten Dominick Schmidt ohne Pfiff des Schiedsrichters Patrick Alt ausgehebelt und mit einem präzisen Diagonalpass Sturmkollege Daniel Frahn bedient hatte, war es erstmals um die Störche geschehen. Mit einem knallharten Schuss aus zehn Metern  bestrafte Frahn den Sekundenschlaf von Störche-Youngster Anre Sicker mit dem Führungstor des Chemnitzer FC.

Die Kieler protestierten wütend beim Unparteiischen, erreichten aber nichts, sondern brachten sich selbst aus der Ruhe. Immer wieder über seine FF-Achse, Fink und Frahn, der im vergangenen Winter auch an der Förde als potenzieller, aber als zu teuer befundener Neuzugang gehandelt worden war, kamen die Himmelblauen zu Torchancen. Frahn (21., 26.) sowie Drittliga-Rekordtorschütze Fink (22.) hätten den CFC-Vorsprung ausbauen können.

Die Holstein-Offensiv-Herrlichkeit war derweil bis zum Halbzeitpfiff trotz sichtbaren Bemühens um Dominanz gegen robuste Chemnitzer verflogen. Zu kompliziert waren die Ballstafetten angelegt. Nur einmal drohte den jetzt fünf Mal in Folge ungeschlagenen Gastgebern Gefahr, als Kingsley Schindler alleine aufs Chemnitzer Tor hätte zusteuern können. Wenn nicht der Schiri Alt den überaus deutlichen Vorteil nach CFC-Foul abgepfiffen hätte.

Zurück aus der Kabine steuerte Anfang strategisch und personell volles Risiko. Niklas Hoheneder kehrte zurück in die Innenverteidigung, Bieler übernahm dessen Part als „Sechser“ und der afghanische Jung-Nationalspieler Milad Salem brachte zusätztliche Geschwindigkeit auf der Außenbahn. Der Druck der Nordlichter nahm erheblich zu. Doch als Fink (60.) zu einem 55-m-Heber der Extraklasse über den weit vor seinem Kasten postierten Kenneth Kronholm angesetzt hatte, schien das Schicksal der Störche besiegelt. Der Ball prallte aber gegen den Pfosten. Ein Weckruf für die Kieler Seele.

Keine 60 Sekunden später staubte Drexler zum umjubelten 1:1 ab. Jetzt erlebten die 6262 Zuschauer (unter ihnen 136 Kieler Schlachtenbummler) ein Wechselbad der Gefühle fast im Minutentakt. Frahn (62.) veredelte mit der Fußspitze einen nicht konsequent genug abgeblockten Fink-Schuss zur erneuten CFC-Führung. Immer aggressiver gingen beide Mannschaften zur Sache. Ingesamt sechs Gelbe Karten verteilte Alt.

Dann nahm sich der ebenfalls eingewechselte Lewerenz (70.) ein Herz, zirkelte die Kugel mit Vehemenz von der linken Strafraumgrenze zum 2:2 ins Netz der Sachsen. Fetsch, Holstein-Joker Nummer drei, hätte wie Lewerenz und Drexler in der spannenden Schlussphase gar den zweiten Auswärtssieg der trotz zehnstündiger Busanreise am Vortag bis zum Schlusspfiff quicklebendigen Kieler eintüten können. Auf der Gegenseite reagierte Kronholm bei einem Versuch von Jamil Dem aus kurzer Distanz (80.) glänzend.

Markus Anfang fühlte sich nach den intensiven 90 Regenminuten von Chemnitz emotional zwischen Baum und Borke: „Für die Leistung in Halbzeit zwei muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment zollen. Für die Einstellung, für die Moral. Es ging nicht um den Punktgewinn, alle haben gesehen, wir wollten gewinnen.“ Dass es „nur“ zum dritten Remis in Serie gereicht hatte, nervte den 42-Jährigen dennoch gewaltig. Immerhin, so stellte Anfang final fest, sei es ein Unentschieden gewesen, das besser zu verkraften sei als die vorherigen.

Statistik               

Chemnitzer FC: Kunz – Stenzel, Conrad, Reinhardt, Bittroff – Danneberg, Jopek (59. Dem) – Grote, Fink, Mast (84. Türpitz) – Frahn.

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Sicker (46. Salem) – Hoheneder – Schindler (60. Lewerenz), Siedschlag (71. Fetsch), Dürholtz, Bieler – Drexler.

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler) – Tor: 1:0 Frahn (12.), 1:1 Drexler (61.), 2:1 Frahn (62.), 2:2 Lewerenz (70.) – Zuschauer: 6262 – Gelbe Karten: Frahn, Stenzel, Jopek - Dürholtz, Schindler, Herrmann.   

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