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Kampf um die Quote

Dritte Liga im NDR Kampf um die Quote

Das NDR-Fernsehen hatte es vor der Saison angekündigt und zeigt regelmäßig Drittliga-Fußball live. Doch noch stimmen die Zuschauerzahlen nicht. Vielleicht ändert daran die Partie am Sonnabend, Hansa Rostock gegen Holstein Kiel, etwas.

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Einmarsch: Wie hier bei der Partie Holstein gegen Regensburg stehen die NDR-Kameras fast an jedem Sonnabend im Stadion eines Nord-Drittligisten.

Quelle: Uwe Paesler

Hamburg/Kiel. Den Fußball-Interessierten freut es, der Quoten-Kontrolleur wundert sich: Auch am kommenden Sonnabend setzt der Norddeutsche Rundfunk (NDR) sein zu Saisonbeginn angekündigtes Vorhaben um, an jedem Spieltag ein Drittligaspiel live in seinem Fernseh-Programm zu übertragen. Diesmal ist ab 14 Uhr im Rahmen des „Sportclubs“ das Duell um die Ostsee-Meisterschaft zwischen Hansa Rostock und Holstein Kiel in voller Länge zu sehen. Spannung scheint garantiert, doch wie viele Zuschauer tatsächlich ihr TV-Gerät zu diesem Zweck einschalten, steht eher in den Sternen.

 Am vergangenen Sonnabend, so sagt Matthias Cammann, der NDR-Redaktionsleiter Sport-Fernsehen, habe der Marktanteil bei der Live-Konferenz VfL Osnabrück – Lotte/Holstein Kiel – Jahn Regensburg lediglich bei 3,5 Prozent (rund 90.000 Zuschauer) gelegen. „Wir haben zwar keine Quotenvorgabe“, so der 51-Jährige, gewünschtes Ziel sei aber ein Wert von fünf Prozent plus x. Den Bestwert dieses Spieljahres beziffert Cammann mit sechs Prozent (150.000 Kunden).

 In Sachen Zuschauerinteresse führt Hansa Rostock das Nord-Ranking laut Cammann deutlich vor Osnabrück und den Störchen an. Die zweite Mannschaft von Werder Bremen spiele bei den Planungen der Fernsehmacher eine untergeordnete bis gar keine Rolle. Kriterien für die Spielauswahl seien das Heimrecht, der Tabellenstand und der Wunsch der ARD-Sportschau, die sonnabends vor der Bundesliga von 18 bis 18.25 Uhr Ausschnitte aus der Dritten Liga sendet. Mit überragenden Marktanteilen von bundesweit beständigen rund 20 Prozent (3 bis 3,5 Millionen Zuschauer).

 Spiele der Nordklubs per Live-Konferenz zu übertragen, sei eher selten, erklärt Cammann. Dem NDR stehe grundsätzlich nur ein Ü-Wagen für den Drittliga-Fußball zur Verfügung. Auch Partien am Sonntag oder an Wochentagen fallen ob feststehender Sendeplätze anderer Programmpunkte aus dem Planungsraster der NDR-Sportredaktion. Ausnahme der Regel: Relegationsspiele zur Zweiten Liga. Wie bei der KSV Holstein am Ende der Serie 2014/15, als bis zu zwölf Prozent beim Drama gegen 1860 München vor der Mattscheibe saßen.

 „Wie der NDR die Dritte Liga in dieser Saison begleitet, ist fast durchweg positiv“, sagt Wolfgang Schwenke, kaufmännischer Geschäftsführer der Kieler Störche. Lediglich das Verhältnis der gesendeten Spielminuten bei Konferenzen sei mitunter diskutabel, so Schwenke mit Blick auf die geringen Sequenzen während der Holstein-Partie in Wiesbaden am 22. Oktober.

 736.000 Euro erhalten die Störche in dieser Saison aus dem TV-Pool. Das sind 17.000 Euro weniger als im Vorjahr. Eine Konsequenz aus der geringeren Zahl an zweiten Mannschaften von Bundesliga-Klubs, die nicht an den Drittliga-Fernsehgeldern partizipieren. Nach dem Abstieg des VfB Stuttgart II verteile sich die Gesamtsumme, so Schwenke, nunmehr auf 18 statt zuvor auf 17 Klubs.

 Sollte den Störchen bei Hansa der zweite Auswärtssieg dieser Serie gelingen, lockt neben möglichen Tabellensprüngen und Prämien noch eine weitere Belohnung. „Dann werden wir mit großer Sicherheit beim nächsten Heimspiel gegen Großaspach mit unseren Kameras im Holsteinstadion sein“, sagt Cammann.

 Holstein-Cheftrainer Markus Anfang beantwortet im Video Leser-Fragen: Am Donnerstag ab 19.12 Uhr auf www.kn-online.de/holsteinkiel

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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