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Fall und Aufstieg eines Fußballklubs

Dynamo Dresden Fall und Aufstieg eines Fußballklubs

Mit einem Heimsieg gegen Holstein Kiel (Sonnabend, 14 Uhr) will Dynamo Dresden den Aufstieg in die Zweite Liga feiern, aber nur, wenn zeitgleich Osnabrück in Erfurt nicht gewinnt.  Die Weichen für den sportlichen Erfolg stellte die Klubführung im vergangenen Sommer mit einem radikalen Personalschnitt.

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Volle Hütte: 26910 Zuschauer pilgerten im Saison-Durchschnitt zu den bislang 15 Heimspielen von Dynamo Dresden.

Quelle: imago

Dresden/Kiel. Eine Mini-Zeltstadt wurde zum Symbol für schier grenzenlose Euphorie. 30 Anhänger des Fußball-Drittligisten Dynamo Dresden campten seit Sonntagnachmittag vor dem Fanshop am Stadion, um 40 Stunden später zum Start des Ticket-Vorverkaufs für das Auswärtsspiel am 16. April in Magdeburg auf der sicheren Seite zu sein.

Zwar kann der souveräne Spitzenreiter mit einem Heimsieg bereits am kommenden Sonnabend (14 Uhr) gegen Holstein Kiel den Aufstieg in die Zweite Liga feiern, aber nur, wenn zeitgleich Osnabrück in Erfurt nicht gewinnt. Gelingt den Veilchen von der Bremer Brücke indes der Dreier, will die SG Dynamo spätestens in der Woche darauf im Ostderby mit 2000 mitreisenden Fans den größten Erfolg seit dem Zweitliga-Aufstieg im Jahr 2011 feiern.

 Die Partie gegen Holstein ist längst ausverkauft, lediglich das Kieler Kontingent von rund 2300 Karten wird wohl nicht voll ausgeschöpft werden. Wenn Osnabrück „mitspielt“, soll Dynamos Power mit dem 19. Saisonsieg vor 27000 unter Starkstrom stehenden Verehrern die ersehnte Rückkehr in die Zweitklassigkeit realisieren.

 Das Ziel wäre erreicht – davon konnte man nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga vor zwei Jahren nicht zwingend ausgehen. „Damals lag bei uns sportlich und wirtschaftlich alles in Schutt und Asche, Intensivstation“, erläutert Dynamos Sportdirektor Ralf Minge (55) gegenüber den Kieler Nachrichten. Die wirtschaftliche Konsolidierung hatte höchste Priorität. Insbesondere galt es, die Verbindlichkeiten gegenüber dem Leipziger Medienunternehmer Michael Kölmel zu tilgen, der Dynamo im Jahr 2000 mit einem Darlehen in Höhe von umgerechnet rund 5,25 Millionen Euro vor der Insolvenz bewahrt hatte. Da war Platz sechs am Ende der vergangenen Drittliga-Saison fast schon ein kleines Wunder. Ein umsichtiges und seriöses Finanzgebaren, flankiert von Einnahmen aus einer Mitglieder-Umlage und einem Benefizspiel gegen Bayern München, hat schließlich zum Ziel geführt: Seit Mitte März sind die Sachsen erstmals seit 25 Jahren schuldenfrei.

Radikaler Personalschnitt bei Dynamo Dresden

 Die Weichen für den sportlichen Erfolg stellte die Klubführung im vergangenen Sommer mit einem radikalen Personalschnitt. Für Trainer Peter Nemeth kam Uwe Neuhaus mit der Empfehlung von sieben erfolgreichen Jahren beim Zweitligisten Union Berlin. 14 Spieler gingen, 15 kamen, darunter mit Pascal Testroet von Arminia Bielefeld ein Mittelstürmer (bislang 17 Treffer), der gemeinsam mit Rechtsaußen Justin Eilers (19) die Drittliga-Torjägerliste anführt.

 Das kongeniale Angriffsduo ist nicht die einzige Erfolgskomponente, die in der Dritten Liga für Rekorde sorgt. Seit dem 3:1 gegen Rot-Weiß Erfurt am dritten Spieltag stehen die Dresdner ununterbrochen an der Tabellenspitze, lediglich zwei Niederlagen (0:1 gegen Energie Cottbus, 2:3 in Erfurt) belegen die konstante Leistungsstärke, die auch zum 2:1-Hinspielsieg in Kiel führte. Getragen wird das jüngste Team der Liga, das auch die Fairplay-Wertung anführt, nicht zuletzt von seinem Publikum. 26910 Zuschauer pilgerten im Durchschnitt an den bislang 15 Heimspielen in das städtische Stadion (Kapazität: 32066), dessen 46 Millionen Euro teurer Umbau nach zweieinhalb Jahren im Dezember 2009 abgeschlossen worden war. Deutschlands größte Einrang-Arena war damit in dieser Saison im Schnitt zu 84 Prozent ausgelastet – Werte, von denen die Drittliga-Konkurrenz nur träumen kann.

 Dennoch stehen die Dresdner im Aufstiegsfall laut Minge „vor einer schwierigen Saison. 70 Prozent des Kaders werden wir in die Zweite Liga mitnehmen und dabei auch auf unsere Perspektivspieler setzen“, ergänzt der 36-malige DDR-Nationalspieler.

 Und wie will Dynamo das Schicksal des MSV Duisburg vermeiden, der als Aufsteiger abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Zweiten Liga dümpelt? Ralf Minge antwortet ohne zu zögern: „Wenig Fehler machen und die Nerven behalten.“

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