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„Dritte Liga stärker als erwartet“

Storch Eidur Sigurbjörnsson „Dritte Liga stärker als erwartet“

Ob Europameister-Trainer Dagur Sigurdsson oder THW-Coach Alfred Gislason – isländische Handballer sind seit fast 30 Jahren ein echter Exportschlager. Bei Holstein Kiel präsentiert sich aber auch ein isländischer Fußballer: Eidur Sigurbjörnsson.

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Das Spiegelbild täuscht: Neu-Storch Eidur Sigurbjörnsson ist einziger Isländer in der Dritten Liga.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Speziell in Deutschland. Nach erfolgreicher Qualifikation für die EM-Endrunde in Frankreich ziehen die Fußballer nach. Auch Eidur Sigurbjörnsson, Innenverteidiger des Drittligisten Holstein Kiel, folgte dem Gislason-Motto: „Wer im Sport weiterkommen will, dem ist Island bald zu klein.“

 Mit 21 Lenzen verließ der heute 25-Jährige die 330000 Einwohner zählende Insel im Atlantik, wechselte nach Schweden zum Erstligisten Örebro SK, suchte sein Glück zwischenzeitlich auf Leihbasis beim norwegischen Klub Sandnes Ulf, um im Dezember einen bis zum 30. Juni 2017 befristeten Vertrag bei den Störchen zu unterzeichnen. „Die Liga hier ist stärker als ich erwartet habe“, sagt Sigurbjörnsson, einziger Vertreter seines Landes in der 20 Klubs umfassenden Konkurrenz, nach bislang zwei Punktspielen im Holstein-Trikot und vor dem Auftritt bei Fortuna Köln am Sonntag (14 Uhr). Zahlreiche Menschen seines Umfeldes seien verwundert gewesen, als er seine Entscheidung pro Kiel getroffen habe. „Weder bei uns in Island noch in Schweden weiß jemand etwas über die Dritte Liga in Deutschland“, so Sigurbjörnsson.

 Er ist gespannt auf das, was im Rahmen seines persönlichen Abenteuers noch kommt. Die fußläufig vom Trainingszentrum erreichbare Drei-Zimmer-Wohnung, in der Holsteins neuer Nordmann mit Freundin Gudny und dem knapp drei Jahre alten Töchterchen Emilia lebt, ist mittlerweile eingerichtet. Mitte dieses Monats geht es für Emilia in den Kindergarten, im Frühjahr soll der Barbecue-Grill im zum Appartement zählenden Garten eingeweiht werden. „Die privaten Dinge standen bislang im Mittelpunkt“, so Sigurbjörnsson, deshalb seien auch die Kontakte zu den Kollegen abseits des Trainings- und Spielbetriebs eher gering gewesen. „Aber das kommt noch“, ergänzt der 1,87 Meter große Profi. Auch sein Trainer Karsten Neitzel glaubt, dass das Abwehr-Ass noch nicht alle Karten offen gelegt hat: „Eidur ist ein geerdeter Typ. Er bringt das auf den Platz, was wir zuvor bei ihm beobachtet haben. Aber da ist noch Luft nach oben. Man sieht, er hat Respekt vor der Liga.“

 Ein Deutsch-Kurs soll die Kommunikation erleichtern, bislang verständigt sich Sigurbjörnsson außerhalb der eigenen vier Wände auf Englisch. Heimweh plagt den Mann von den rauen Westmännerinseln nicht. Auch deshalb, weil ihn das aktuelle Wetter an der Förde an die Heimat erinnere. Und weil er täglich via Skype oder Facetime mit der Familie verbunden ist. Auch mit seinem 23-jährigen Bruder Theodor. Der spielt als Außen bei IBV Vestmannaeyjar Handball, steht auf dem Sprung zur isländischen Nationalmannschaft – und ist laut Eidur mit Gudnys Schwester liiert. Perfekte Voraussetzungen für den nächsten Export „made in Island“.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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