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Talentschmiede hat jetzt einen Namen

Ein Stern für die Störche Talentschmiede hat jetzt einen Namen

Lange hat’s gedauert, jetzt hat Kiels größter Fußball-Talentschuppen einen Namen: Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Drittligisten Holstein Kiel heißt ab sofort „Citti Fussball Park“.

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„Citti Fussball Park“: Werbeanlagenmonteur Carsten Fritsch (vorn) und Azubi Philipp Christiansen montieren das neue Namensschild des Holstein-Trainingszentrums.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Veredelt wurde die Namensgebung durch eine positive Kunde seitens der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sie zeichneten das NLZ der Störche in Projensdorf im Rahmen der Zertifizierung mit einem Stern aus.

Pro Stern 125 000 Euro

Eine für bundesweite Reputation sorgende Belohnung für die jahrelange Aufbauarbeit beim Traditionsklub, die zudem einen materiellen Nutzen bringt. 25000 Euro überweist der DFB für einen drei Jahre gültigen Stern, den er aufgrund von Kriterien wie die Anzahl der hauptamtlichen Trainer und Fußballlehrer, der Infrastruktur und des Gesamtkonzeptes vergibt. Zusammen mit dem Sockelbetrag von 50000 Euro für die Anerkennung eines NLZ (2007) und den 50000 Euro für die Zertifizierung dürfen sich die Kieler künftig also pro Jahr über einen Zuschuss in Höhe von 125000 Euro freuen.

 Was auf den ersten Blick als eine üppige Summe erscheint, relativiert sich in der Gegenrechnung des Kaufmännischen Geschäftsführers Wolfgang Schwenke: „Das Nachwuchsleistungszentrum kostet uns inklusive der Personalkosten und der Instandhaltung etwas über eine Million Euro im Jahr.“ Diskussionswürdig ist zudem die deutlich höhere Finanzspritze der Verbände für die 18 Zweitligisten, für die ein NLZ im Gegensatz zu den Drittliga-Vertretern Grundlage bei der Lizenzvergabe ist. Im Bundesliga-Unterhaus werden pro Stern 125 000 Euro ausgeschüttet, zusammen mit dem Sockelbetrag von 300000 Euro fließen somit 425000 Euro im Kieler Vergleichsfall auf das Konto eines Zweitligisten. Zusammen mit den 5,317 Millionen Euro aus dem TV-Pool (Dritte Liga: 750000 Euro pro Klub per anno), die Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers als Letzter dieses Rankings erhält (Spitzenreiter Hannover 96: 11,928Millionen Euro), wird deutlich, dass der Sprung von Liga drei in Liga zwei auch wirtschaftlich neue Dimensionen öffnet.

Jetzt fehlt nur noch ein Internat

 „Dieser Stern ist für unsere Arbeit Ansporn und Verpflichtung zugleich“, sagt Fabian Müller, seit sechs Jahren NLZ-Leiter in Kiel: „Der DFB hat uns in der letzten Zertifizierung Empfehlungen gegeben, die wir erfolgreich umgesetzt haben.“ Betrachte man das Ergebnis, werde eine klare Qualitätssteigerung innerhalb der Fußball-Ausbildung deutlich. „Jetzt ist fast alles perfekt“, meint auch Gerhard Lütje, Geschäftsführender Gesellschafter der Citti-Märkte, der mit seinem Unternehmen einer der beiden Hauptsponsoren der KSV Holstein ist. Der Kaufmann gilt auch als Gründervater des NLZ. Vor mehr als 15 Jahren hatte die Stadt das Gelände mit einem Rasen- und einem Grandplatz verpachtet. Inzwischen imponiert das 4,5 Hektar große Gelände unter anderem mit sechs Natur- und zwei Kunstrasenplätzen sowie einer Kunstrasen-Halle und einem Kraftraum. „Es fehlt uns nur noch ein Internat“, sagt Lütje und spricht damit ein Kardinalproblem zur Optimierung der Nachwuchsausbildung im schleswig-holsteinischen Hochleistungssport insgesamt an.

 Zu den Vorzeige-Spielern für die NLZ-Arbeit zählen der beim Bundesligisten Ingolstadt unter Vertrag stehende Hauke Wahl, dessen Wechsel nach Paderborn im Sommer 2015 den Störchen mit 800000 Euro den höchsten Transfererlös der Vereinsgeschichte in die Kasse spülte, sowie der 19-jährige Linksverteidiger der aktuellen Drittliga-Mannschaft, Arne Sicker.

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