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„Werfe alles für Werder in die Waagschale“

Ex-KSV-Kapitän Rafael Kazior „Werfe alles für Werder in die Waagschale“

Ex-Holstein-Kapitän Rafael Kazior sagt den Störchen vor dem Drittliga-Duell am Sonntag den Kampf an. Der 32-jährige Muster-Profi will als neue Führungskraft und Kapitän der U23 des SV Werder Bremen seinen Ex-Klub noch tiefer in den Abstiegskampf verstricken.

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Blickrichtung Klassenerhalt: Der Ex-Kieler Rafael Kazior (li., hier im Duell mit dem Osnabrücker Anthony Syhre) will als Werder-II-Kapitän den Störchen den Jahresauftakt vermiesen.

Quelle: imago

Bremen. Insgesamt fünf Jahre lang trug Rafael Kazior das Trikot des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel, erzielte in 152 Punktspielen 25 Tore, war auch in der vergangenen Saison als rechte Hand von Cheftrainer Karsten Neitzel unbestrittener Flugleiter der Störche. Am Sonntag (14 Uhr/wegen des vereisten Rasens nicht auf „Platz 11“, sondern im Weserstadion) will der 32-jährige Muster-Profi als neue Führungskraft und Kapitän der U23 des SV Werder Bremen seinen Ex-Klub noch tiefer in den Abstiegskampf verstricken – beim Heimspiel des Tabellenvorletzten (21 Punkte) zum Auftakt der 17-teiligen Restserie gegen den 15. des Rankings von der Kieler Förde (24 Zähler).

Herr Kazior, aus Respekt vor den ehemaligen Kollegen und vor allem Ihrem Ex-Trainer ist es doch wohl selbstverständlich, dass Sie sich am Sonntag für das Heimspiel gegen Holstein Kiel freistellen lassen?

Kazior (lacht): Natürlich nicht, ich spiele Fußball aus Leidenschaft und würde mich nie freiwillig freistellen lassen. Ich bin seit dem vergangenen Sommer beim SV Werder angestellt und freue mich auf jedes Spiel in dieser Dritten Liga. Und damit auch auf das gegen Holstein Kiel.

Im Ernst, mit einem Sieg zieht Ihr Team tabellarisch mit Holstein gleich. Ein Sechs-Punkte-Spiel im Abstiegskampf?

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ein normales Spiel, in dem es um drei Punkte geht. Da wird in der Abstiegsfrage noch nichts entschieden. Aber es wäre natürlich schön, mit einem Sieg ins Punktspieljahr zu starten. Doch das wünscht sich wohl jede Mannschaft nach der kurzen Vorbereitung.

Frage: Ein Sieg bei den Stuttgarter Kickers, drei Unentschieden gegen Aalen, Rostock und zuletzt in Cottbus – Sie haben mit Ihrem Team in den letzten vier Spielen des vergangenen Jahres nicht mehr verloren. Glauben Sie, 2016 diesen Trend fortsetzen zu können?

Das hoffe ich doch. Wir haben durch individuelle Fehler und andere Kleinigkeiten in den ersten 21 Partien dieser Saison einige Punkte liegen gelassen. Das Unberechenbare ist typisch für eine U23-Ausbildungsmannschaft. Für viele Talente ist die Dritte Liga der erste große Schritt in den Profifußball. Da gibt es riesige Lerneffekte in Spielen wie gegen Hansa Rostock, Energie Cottbus oder eben halt auch Holstein Kiel.

25 Tore nach 21 Spielen sind für einen Neuling durchaus akzeptabel. Mit 37 Gegentreffern stellt Werder II auf der Gegenseite die Schießbude der Liga. Ein Themenschwerpunkt im Trainingslager in Belek?

 Natürlich wissen wir, dass wir viele Gegentore gefangen haben. Wir haben in der Türkei am Gesamtpaket gearbeitet. An der spielerischen Weiterentwicklung, an der Minimierung unserer Fehler. Dazu haben wir auch Situationen im Defensivverhalten simuliert. Jedem Spieler ist klar, dass in dieser Liga 100-prozentige Konzentration gefordert ist. Wir gehen ruhig und sachlich mit den Dingen, die es zu verbessern gilt, um.

Sie sind der Leitwolf der Werder-Youngster. Ist das manchmal ein nerviger Job, nicht nur wegen leichtsinniger Fehler auf dem Feld, sondern auch bei der Musikauswahl in der Kabine oder bei Auswärtstouren?

Was die Musik angeht, bin ich von „Jockel“ (gemeint ist Niklas Jakusch, Torwart und Mannschafts-DJ der KSV Holstein/Anm. der Redaktion) und seiner Playlist einiges gewohnt. Man lernt immer neue Interpreten kennen. Ich bin offen für alles und freue mich, wenn es in der Kabine laute Musik gibt. Das ist ein Zeichen für gute Stimmung.

Hat der Abstiegskampf der Bundesliga-Mannschaft Einfluss auf die sportliche Entwicklung in der U23?

Wir sind hier bei Werder Bremen ein Verein. Es ist normal, dass man schaut, wie es bei den Profis läuft. Aber wir in der U23 konzentrieren uns voll und ganz auf uns. Außerdem vertraue ich der Qualität des Bundesliga-Kaders. Ich bin davon überzeugt, dass Werder die Klasse halten wird.

Hand aufs Herz, würden Sie – Stand heute – folgendes Szenario unterschreiben: Werder II tütet am letzten Spieltag den Drittliga-Klassenerhalt ein, die KSV Holstein steigt dadurch ab?

 Oh je, das ist eine schwierige Frage. Ich spiele jetzt für Werder, dafür werfe ich alles in die Waagschale. Die Dinge, die bei Holstein passieren, sind nicht mehr meine Baustellen. Von den Kielern schenkt mir mit Sicherheit auch keiner den Sieg. Es wäre super, wenn beide Teams ihre Ziele erreichen. Und ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass Holstein nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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