23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Rückkehr eines Aufstiegshelden

Ex-Storch Marcel Gebers Rückkehr eines Aufstiegshelden

Der Hochsommer ist zurück in Zwickau. Und dies nicht nur aus meteorologischer Sicht. Sonnenschein und 30 Grad standen am Dienstag als Symbol für den Fußball-Aufschwung in Westsachsen.

Voriger Artikel
2:0: Holstein zieht ins Halbfinale ein
Nächster Artikel
Becker ist noch immer auf der Suche

Keine Scheu vor großen Namen: Der Neu-Zwickauer Marcel Gebers (2. v. li.) attackiert den Hamburger Nicolai Müller.

Quelle: imago/Eibner

Zwickau. Mit dem Drittliga-Aufstieg im Juni gelang nach 18-jähriger Abstinenz, zwei Insolvenzverfahren (2000/2008) und dem zwischenzeitlichen Absturz in die sechstklassige Landesliga die Rückkehr ins Profigeschäft. Am Montag wurde das neue, 21 Millionen Euro teure Stadion mit einem DFB-Pokalspiel würdig eingeweiht. Dass der Hamburger SV die Erstrunden-Begegnung letztlich knapp mit 1:0 gewann, änderte nichts an der positiven Grundstimmung in Reihen des DDR-Meisters von 1950.

 „Diese Niederlage ist schon verschmerzt. Auf der Leistung vom Montag können wir aufbauen“, sagte der neu verpflichtete Innenverteidiger Marcel Gebers am Tag danach. Der Blick sei bereits wieder nach vorne gerichtet, auf den Liga-Alltag. Und der beschert dem FSV am Sonnabend ein Gastauftritt bei Holstein Kiel. Für Gebers keine Partie wie jede andere. Schließlich trug der 30-Jährige von 2012 bis 2015 das Störche-Trikot, absolvierte insgesamt 65 Pflichtspiele für die Nordlichter, zählte 2013 mit seinem Treffer zum 2:1-Auswärtssieg in der Relegation bei Hessen Kassel zu den Kieler Aufstiegshelden. Und war in der folgenden Drittliga-Saison mit fünf Treffern gefährlichster Abwehrspieler der Konkurrenz.

 Nach dem am 2. Juni 2015 so knapp verpassten Sprung in Liga zwei endete der Kontrakt des gebürtigen Soltauers. Der wechselte zu Kickers Offenbach in die Regionalliga Südwest. Doch nach nur einem Dienstjahr (28 Einsätze) war Feierabend am Bieberer Berg. „Ich wollte unbedingt noch einmal in die Dritte Liga. Deshalb habe ich bei den Kickers auch nur einen Einjahresvertrag unterschrieben. Inklusive einer Option bei Aufstieg. Das hat bekanntlich nicht geklappt, da kam das Angebot aus Zwickau gerade recht“, so Gebers.

 Bis zum 30. Juni 2018 ist sein Arbeitspapier beim FSV datiert. Den Weg in den Osten hat er bislang nicht bereut. Auch nicht wegen der sich auftürmenden Sprach-Barriere. „Die älteren Leute sächseln natürlich ordentlich, aber in der Mannschaft geht’s eher hochdeutsch zu“, lacht Gebers. Groß sei die Vorfreude auf Kiel, sagt der 1,89-Meter-Verteidiger mit dem starken Kopfballspiel. Kontakt habe er noch zu seinen Ex-Kollegen Kenneth Kronholm und Tim Siedschlag.

 Mit bislang vier Punkten aus drei Spielen weist der FSV einen besseren Schnitt als Holstein (vier aus vier) auf. Dass seine Premiere für den FSV am vierten Spieltag mit einem 0:3 gegen Wehen Wiesbaden endete, will Gebers nicht überbewerten. „Wir können drei verschiedene System spielen, agieren entweder mit einer Dreier- oder Viererkette. Wir wollen natürlich auch spielerische Akzente setzen. Zuerst kommen aber Zweikämpfe und Laufarbeit“, beschreibt Gebers die auf defensive Disziplin ausgerichtete Mentalität des FSV.

 Dafür steht Torsten Ziegner, seit 2012 Cheftrainer der Rot-Weißen. Der 38-Jährige ist allerdings auf die Mitarbeit seiner Assistenten Danny König und Steffen Süßner angewiesen. Denn Ziegner muss nach dem Drittligaaufstieg seine Lizenz zum Fußballlehrer machen, drückt dazu für zehn Monate von Montag bis Mittwoch die Schulbank in der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef. Erst donnerstags kann Ziegner sein Team selbst unter die Fittiche nehmen. Vielleicht der einzige Schatten im aktuellen Zwickauer Sommerhoch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3