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Ticket-Ärger bei Holstein Kiel

Fußball Ticket-Ärger bei Holstein Kiel

Ärger um die Dauerkarten- und Ticketpreise bei Holstein Kiel: Zur neuen Saison müssen rund 170 Dauerkartenbesitzer auf der Haupttribüne ihre Jahres-Tickets abgeben – weil Platz für die Mitglieder des Störche-Sponsorenclubs benötigt wird.

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Ärger um die Dauerkarten- und Ticketpreise bei Holstein Kiel: Zur neuen Saison müssen rund 170 Dauerkartenbesitzer auf der Haupttribüne ihre Jahres-Tickets abgeben – weil Platz für die Mitglieder des Störche-Sponsorenclubs benötigt wird.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Zudem hebt der Verein die Kartenpreise an und verlangt zusätzlich einen Euro Aufschlag beim Kauf eines Tickets an der Tageskasse. Zahlreiche KSV-Fans können das nicht verstehen.

Besonders in den sozialen Netzwerken äußern die Anhänger ihren Unmut. „Ja, ich weiß, ich zahle für meine beiden Dauerkarten nur rund ein Fünftel dessen, was ein Förderer jährlich dem Verein zukommen lässt. Aber: Ich besuche die Spiele der KSV Holstein seit 1966 und bin mit dem Verein durch Dick und Dünn gegangen“, schreibt Burkhard Leo bei Facebook, der jetzt seinen Dauerkartenplatz auf der Haupttribüne räumen soll. „Da sind Gesichter dabei, die ich noch als Jugendliche vor mir habe. Jeder Besuch eines Heimspiels ist wie ein Besuch bei alten Freunden, man kennt sich, man schätzt sich, man redet (und lästert auch manchmal...) über Holstein.“

Martin Vollack, Mitglied des Fanklubs Bagaluten, bemängelt vor allem die mangelnde Transparenz: „Es geht mir in erster Linie gar nicht darum, dass die Ticketpreise erhöht wurden. Viel schlimmer finde ich, dass die Hintergründe seitens des Vereins nicht kommuniziert und der Fan vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Natürlich ist auch ein wenig verwunderlich, warum ausgerechnet Holstein zu den teuersten Stadien der dritten Liga gehören muss.“ Anke Thode und Arne Asmussen wünschten sich jedenfalls eine Ausnahmeregelung für Jugendliche. „Junge Fans, die sich noch keine Dauerkarte leisten können, werden bestraft, weil sie an der Tageskasse jetzt einen Euro mehr zahlen müssen.“

Im Ticketpreisvergleich der dritten Liga liegt Holstein Kiel mittlerweile weit oben. Die Kieler führen zur neuen Spielzeit das Ranking bei den Stehplatz-Karten zusammen mit Hansa Rostock an (13 bzw. 14 Euro/Tageskasse, vergangene Saison 12 Euro). Den günstigsten „Steher“ gibt es in Mainz und Wiesbaden (9 Euro). Im Durschnitt kostet ein Stehplatz in der dritten Liga etwa 11,30 Euro. Beim Kauf eines überdachten Sitzplatzes rangiert Holstein im Ranking auf Platz zwei (28 Euro), nur in Osnabrück müssen die Fans noch mehr bezahlen (30 Euro). Der Durchschnittspreis liegt bei rund 19,20 Euro. Holsteins Geschäftsführer Wolfgang Schwenke begründet den Tageskassenzuschlag mit dem erforderlichen Personal an den Ticketschaltern. „Das muss auch bezahlt werden, wenn am Spieltag nur 100 Zuschauer zusätzlich kommen.“ Und auch das Bahn- und Bus-Angebot für die Stadionbesucher bleibe weiter bestehen.

Schwenke will alle Anhänger, denen die Dauerkarte auf der Haupttribüne gekündigt wurde, am 22. Juni zu einem Info-Abend einladen. Sie sollen auf einen neuen Sitzplatz auf der Gegengeraden oder der Vortribüne wechseln; unter der Berücksichtigung, weiter direkt mit den alten Freunden zusammensitzen zu können. „Mir ist klar, dass das für einige unserer treuen Fans eine einschneidende Geschichte ist. Das sind schon kleine Dramen, aber wir wollen uns wirtschaftlich weiterentwickeln. Ich habe Verständnis für die betroffenen Personen, bitte aber auch um Verständnis. Jeder hilft damit dem Verein“, so Schwenke. „Wenn wir irgendwann die Haupttribüne erweitern, haben die jetzt betroffenen Personen ein Erstzugriffsrecht auf die neu geschaffenen Plätze.“

Von Sven Hornung, Andreas Geidel und Matthias Hermann

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Dass die Kommerzialisierung des Fußballs auch in der Dritten Liga nicht mehr aufzuhalten ist, bekamen jetzt rund 170 treue Anhänger von Holstein Kiel zu spüren, denen der Verein mitteilte, dass sie ihre Plätze für Sponsoren hergeben müssen.

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