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Vorsicht: Die Ball-Jäger kommen

Holstein Kiel trifft auf VfB Stuttgart Vorsicht: Die Ball-Jäger kommen

4:0 führte Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart am Sonnabend im Härtetest der Saisonvorbereitung. Nicht kurz vor dem Abpiff und auch nicht gegen irgendeinen unterklassigen Gegner. Der hieß Manchester City – und das Zwischenresultat strahlte nach nur 36 Minuten von der Stadionleinwand. „Nahezu perfekt“, beschrieb Offensivkraft Martin Harnik das schwäbische Treiben der ersten Hälfte. Von Sigor Paesler

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Stuttgarts Spielmacher Daniel Didavi (li. hier gegen Eliaquim Mangala) nutzt bislang seine neuen Freiheiten.

Quelle: afp

Stuttgart. Dennoch trat VfB-Neu-Coach und Ex-RB-Leipzig-Chef Alexander Zorniger mit Blick auf den Pokalauftritt am Sonnabend (20.30 Uhr) bei Holstein Kiel kräftig auf die Euphoriebremse: „Wir wären nicht die ersten, die in einem Testspiel gegen ein Top-Team gewinnen und eine Woche später im Pokal gegen einen Drittligisten rausfliegen.“

 Sportvorstand Robin Dutt warnte ergänzend: „Ich habe schon viele Aufbruchstimmungen erlebt, die dann sechs Wochen später schon am Boden zerstört waren.“ Immerhin aber liegen die Stuttgarter im aktuellen Formcheck der Erstligisten auf der Pole-Position: 40:10 Treffer in sechs Begegnungen mit fünf Siegen zieren die Vorbereitungsbilanz. In Torlaune präsentierte sich bislang vor allem das Doppel-D: Daniel Didavi (7) und Daniel Ginczek (6).

 Gnadenloses Pressing und ab durch die Mitte – so lautet Zornigers Erfolgsrezept von Überfall-Fußball, das Dutt „Ball-Jagen“ nennt. Drei der vier VfB-Tore gegen die himmelblaue Millionen-Auswahl von der Insel resultierten aus Kombinationen durch das gegnerische Abwehrzentrum. Gut 40.000 Zuschauer feierten in der VfB-Arena die Gala-Show, die auch durch die beiden Gegentreffer (84./89.) zum 4:2-Endstand kaum Schattenseiten offerierte. Kein Zweifel, beim Fußball-Stolz aus dem Ländle herrscht Aufbruchstimmung. 29.000 Dauerkarten wurden bereits verkauft – Vereinsrekord!

 Das variable 4-1-3-2-System Zornigers verlangt extreme Laufbereitschaft, Einsatz und Kreativität. Edel-Techniker Didavi bringt das mit und hat – abgesehen von kollektiven Defensivaufgaben – viele Freiheiten. Und die nutzt der zumeist von der rechten Seite kommende „Zehner“. Unterstützt von seinen Angriffskollegen Harnik und Ginczek.

 Sorgen bereitete dagegen in der jüngeren Vergangenheit die Abteilung Defensive. Gleich 60 Mal hatte es in der abgelaufenen Serie eingeschlagen. Dazu kam die Verletzung von Nationalverteidiger Antonio Rüdiger. Doch das neue Alpha-Tier auf der Trainerbank zauberte neue Namen für die Viererkette aus seinem Hut. Nicht die erprobten Georg Niedermaier und Daniel Schwaab sichern die Deckungsmitte, sondern der Youngster Timo Baumgartl und der zuvor als Auslaufmodell abqualifizierte Tscheche Adam Hlousek. Noch haben nicht alle VfB-Profis das Prinzip Zorniger inhaliert. „Wir müssen dem Trainer in dieser Beziehung vertrauen. Heute hat er viel Vertrauen gewonnen“, sagte Harnik stellvertretend nach dem Sieg über ManCity. Ein Statement für eine sich anbahnende Berufsliebe?

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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