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Fröhling will Wehen Wiesbaden retten

Gegner von Holstein Kiel Fröhling will Wehen Wiesbaden retten

In der Dritten Liga läuft so einiges sportlich überraschend: Die finanziell und infrastrukturell vergleichsweise sehr gut situierten Hessen von Wehen Wiesbaden gastieren am Sonnabend (14 Uhr) bei Holstein Kiel – und das im krassen Gegensatz zur eigenen Erwartungshaltung als Tabellenvorletzter.

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Das vorerst letzte Duell mit den Kieler Störchen: Der heutige Wiesbadener Coach Torsten Fröhling (li.) als Cheftrainer des TSV 1860 München beim Relegations-Drama vom 2. Juni 2015 in der Allianz-Arena an der Seite seines damaligen Assistenten Collin Benjamin.

Quelle: fpr: Frank Peter

Wiesbaden. Mitunter neigt der Zuhörer bei dieser Beschreibung der Dritten Fußball-Liga zu einem Anflug von Langeweile: „Die Liga ist so ausgeglichen, da kann jeder jeden schlagen. Es kann in der Tabelle schnell nach oben, aber noch schneller nach unten gehen.“ Dass diese Sätze keine Phrasen sind, dafür steht das Beispiel SV Wehen Wiesbaden.

 Die Bilanz der vergangenen acht Partien liest sich dramatisch: sechs Niederlagen, zwei Unentschieden, letzter Platz in der Wertung 2016. Seit fünf Begegnungen haben die Wiesbadener kein Tor mehr erzielt. Nach dem 0:4 in Rostock zogen die Verantwortlichen die Reißleine, beurlaubten Cheftrainer Sven Demandt und verpflichteten am 14. März Torsten Fröhling als dessen Nachfolger.

 Zur Premiere des 49-Jährigen gab’s ein 0:0 zu Hause gegen Cottbus, nach sieben Spielen in Folge mit mindestens einem Gegentreffer war es das erste ohne. „Das war zumindest schon einmal ein Anfang“, sagt Fröhling. Dessen Name steht in einem besonderen Verhältnis zur KSV Holstein. Als Interimslösung für den damals an der Förde entlassenen Falko Götz holte der ehemalige Profi des HSV, des FC St. Pauli und des VfB Lübeck vom 16. September bis zum 4. Oktober 2009 in drei Partien zwei Siege mit den Nordlichtern, ehe er „mangels Perspektive“, so der offizielle Tenor, wieder als Coach der U23 zurückgestuft wurde. Am 2. Juni 2015 feierte er beim Relegationsdrama von München auf der Bank von 1860 den Last-Minute-Klassenerhalt der Löwen, die ihn aber nur vier Monate später feuerten. Jetzt also Wehen Wiesbaden. „Einfach ist überhaupt nicht mein Ding!“ Nie war Fröhlings in Zitatform gepacktes Berufsmotto aus Kieler Tagen aktueller als heute.

 „Das Ende des letzten und der Beginn dieses Jahres war trügerisch. Mit einem derartigen Absturz hat in Wiesbaden niemand gerechnet“, sagt Fröhling, der mit Bernd Heemsoth einen Assistenten an der Seite hat, der ebenfalls auf eine Kieler Vergangenheit zurückblicken kann, zu seiner neuen Mission. Die mangelnde Qualität vor dem gegnerischen Gehäuse ist ein zentraler Punkt der Mängelliste. Selbst im Landespokal-Halbfinale gegen den Verbandsligisten FC Ederbergland am Gründonnerstag reichte es nur zu einem 1:0-Sieg durch einen Treffer in der Nachspielzeit. „Immerhin haben wir mal wieder ein Tor gemacht. Wenn du so ein Pflichtspiel nicht gewinnst, ist Holland in Not. Dann hätten wir einen Psychiater gebraucht“, orakelt Fröhling und vertraut weiter der Klasse seiner Angreifer Torsten Oehrl (fehlte zuletzt wegen Grippe), Luca Schnellbacher oder David Blacha.

 Gerät das Gastspiel in Kiel gar zum zweiten Teil der späten Abrechnung mit den Störchen? „Das Thema ist abgehakt. Wir können ohnehin nur auf uns schauen. Ich würde punktemäßig gerne mit Holstein tauschen. Meinetwegen kann am Sonnabend auch der Schlechtere gewinnen, wenn wir das sein sollten.“ Der Grund für diesen Wunsch liegt auf der Hand. Oder in Fröhlings Worten formuliert: „Ich möchte auch in der nächsten Serie wieder nach Kiel kommen.“

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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