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Holstein vor dem Realitäts-Test

„Sektion Spielsucht“ Holstein vor dem Realitäts-Test

Am kommenden Sonnabend schließlich soll die nach wie vor umstrittene Sanktion gegen die "Sektion Spielsucht" bei der Heimpartie gegen Werder Bremen II (14 Uhr) erstmals realisiert werden. Für Spannung(en) auch außerhalb des Spielfelds ist weiter gesorgt.

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Bengalos und Rauch beim Drittliga-Spiel zwischen Holstein Kiel und dem VfL Osnabrück am 16. September: der Ausgangspunkt für das Hausverbot.

Quelle: okpress

Kiel. 16. September, 29. September, 15. Oktober – das sind die elementaren Daten eines in der Dritten Fußball-Liga bislang einmaligen Vorgangs. Mitte des Vormonats wurde wie berichtet im Punktspiel zwischen Holstein Kiel und dem VfL Osnabrück (0:1) ein Zuschauer durch den Einsatz von Pyrotechnik verletzt. Zwei Wochen später verhängte Störche-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke in Ermangelung eines ermittelten Täters ein Hausverbot für die gesamte Fangruppe „Sektion Spielsucht“.

 Nachdem ein Raketen-Irrläufer bei einem Zuschauer auf der Haupttribüne ein Knalltrauma verursacht hatte, sah sich Schwenke zum Handeln gezwungen. Obwohl die Polizei keine(n) Täter ermitteln konnte, gingen und gehen die KSV-Verantwortlichen von der „Sektion Spielsucht“ als Quelle des Übels aus. Der Klub ordnete ihr vor zwei Wochen rund 50 bis 70 Personen zu. Es war insbesondere diese Zahlenangabe, die für kontroverse Diskussionen sorgte. „Auf welchen Daten und Fakten die Mitgliederanzahl von 50 bis 70 Personen unserer Gruppe besteht, ist uns ein Rätsel“, heißt es in einem Facebook-Eintrag der „Sektion Spielsucht seit 2013“.

 Auch das Fanprojekt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Kiel sieht sich in einem Zwiespalt. „Auf der einen Seite ist es für uns verständlich, dass Holstein Kiel aus den Vorkommnissen beim Spiel gegen Osnabrück Konsequenzen zieht“, so Fanprojektleiter Jerome Schneider. „Auf der anderen Seite ist es aus unserer Sicht notwendig, eine differenzierte Betrachtung vorzunehmen, um personenbezogene Sanktionen durchführen zu können.“

 Solche Gedanken hat sich offenkundig auch Schwenke selbst gemacht und ist mittlerweile von seinem Zahlenwerk „50 bis 70“ abgerückt. „Der harte Kern der ,Sektion Spielsucht’ besteht aus rund 20 Personen, die uns bekannt sind“, sagte der Kaufmännische Geschäftsführer am Montag. Diesen werde der Sicherheitsdienst ebenso den Stadionzutritt verwehren wie allen Zuschauern, die sich mit T-Shirts, Jacken oder Bannern zur „Sektion Spielsucht“ bekennen, „egal, ob es zehn oder 100 sind“.

 Gleichzeitig bekräftigte Schwenke, zum Dialog mit der Gruppe bereit zu sein, auch wenn sie im Gegensatz zu anderen Gruppierungen nicht an den regelmäßigen Fanratssitzungen mit Vertretern der KSV teilnehme. Dem entgegnet die „Sektion Spielsucht seit 2013“auf Facebook: „Wir wurden von keiner Person des Vereins jemals darüber informiert, dass es bei Holstein Kiel eine Fanratssitzung gibt.“ Das wiederum lässt Schwenke „so nicht gelten. In den entsprechenden Foren kursieren doch die Termine“. Darüber hinaus „wäre es uns auch lieber, keine Kollektivstrafe aussprechen zu müssen. Aber im Interesse der Sicherheit aller Zuschauer haben wir keine andere Alternative gesehen“. Vorfälle wie die am 16. September dürften sich auf keinen Fall wiederholen. In diesem Sinne bittet die KSV ihre Besucher, frühzeitig zum Werder-Spiel anzureisen, denn die Einlasskontrollen werden verstärkt.

 Hilfreich ist es außerdem, die Begriffe Hausrecht und Stadionverbot (nach den Richtlinien des DFB) nicht zu vermengen. Ersteres gibt Holstein die Befugnis, jedem den Zutritt zur Kieler Arena zu verwehren. Zweiteres ist eine Sanktion gegen identifizierte Täter über maximal fünf Jahre. So lange wird der Konflikt zwischen der KSV und der „Sektion Spielsucht“ wohl kaum dauern.

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