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Die Angst vor dem Abstieg

Holstein-Gegner Energie Cottbus Die Angst vor dem Abstieg

Dem kommenden Holstein-Kiel-Gegner Energie Cottbus droht der erste Viertliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte. Woran es bei den Lausitzern vor allem krankt, ist die Torausbeute: Mit 23 Treffern liegt Energie am Ende der Liga-Statistik.

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Am 31. Januar feierten die Fans von Energie Cottbus den 50. Vereinsgeburtstag mit einer tollen Choreografie.

Quelle: imago/Steffen Beyer

Cottbus. 31. Januar 2016, Stadion der Freundschaft, Cottbus: 12655 Zuschauer feiern beim 0:0 gegen Fortuna Köln den 50. Geburtstag des örtlichen Fußball-Drittligisten FC Energie. Lassen die Erfolge der Lausitzer Revue passieren. Die 17 Jahre zwischen 1997 und 2014 in der Ersten und Zweiten Liga. Den Einzug ins DFB-Pokalfinale am 14. Juni 1997 (0:2 gegen VfB Stuttgart) unter der Regie von Kult-Trainer Eduard Geyer, der nach seinem Amtsantritt im Sommer 1994 in 57 Pflichtspielen am Stück mit seinem Team ungeschlagen geblieben war. Dem heute 71-Jährigen wurde an diesem 31. Januar sogar ein eigenes Plakat bei der Jubiläums-Choreografie gewidmet.

 14. Mai 2016, Stadion der Freundschaft, Cottbus: Die Menschen an der polnischen Grenze weinen. Soeben ist ihr Fußball-Stolz am letzten Spieltag erstmals in der Vereinsgeschichte in die Vierte Liga abgestiegen. Nur eine Fiktion? Nicht unbedingt, denn vor dem Auswärtsauftritt bei Holstein Kiel am Sonnabend (14 Uhr) belegt Energie den vorletzten Tabellenplatz – Blickrichtung Regionalliga. Was würde passieren, wenn dieser schlimmste aller Fälle Realität werden würde: Gehen dann in der ohnehin strukturschwachen Region um Cottbus nicht nur die Fußball-Lichter aus? „Mit Horrorszenarien beschäftigen wir uns nicht, so lange wir die realistische Chance auf den Klassenerhalt haben. Dem ordnen wir alles unter“, sagt Ralf Lempke.

 Seit dem 23. Februar ist der 59-Jährige nicht nur Marketingchef des FC Energie, sondern auch noch Teammanager. Der sportliche Leiter Roland Benschneider wurde an diesem Tag beurlaubt. Offizielle Begründung: mangelnde Akzente sowie unterschiedliche Auffassungen bei der Kaderzusammenstellung, -planung und Personalführung. Präsident Wolfgang Neubert sprach Klartext: „Mit den eingesetzten Mitteln von fast vier Millionen Euro in die aktuelle Mannschaft sind wir im oberen Drittel der Liga angesiedelt, das spiegelt sich in der Tabelle leider ganz und gar nicht wider.“

 Benschneider seinerseits hatte am 24. September des vergangenen Jahres das ehemalige Vereinsidol Vasile Miriuta als Nachfolger für Stefan Krämer auf dem Cheftrainerstuhl präsentiert. Personalrochaden als Zeichen einer tiefen Krise. Zu einem Zeitpunkt, als die Ost-Brandenburger entgegen der eigenen, höher angesiedelten Erwartungen auf Platz 17 rangierten. Immerhin, unter Miriuta verloren die Energie-Profis nur drei von 17 Spielen. Zu den drei Siegen zählte auch das 1:0 in Dresden, die einzige Heimniederlage des Liga-Primus. Doch elf Unentschieden brachten Cottbus auch mit neuem Coach tabellarisch nicht voran. Wie auch das 0:0 am Mittwochabend gegen Aue, als Energie eine der besten Saisonleistungen bot. „Die Art und Weise hat gezeigt: Die Mannschaft ist intakt, sie lebt, sie stemmt sich mit aller Macht gegen den jüngsten Negativtrend. Ja, daraus sollten wir Kraft schöpfen“, sagt Lempke.

 Woran es bei den Lausitzern vor allem krankt, ist die Torausbeute: Mit 23 Treffern liegt Energie am Ende der Liga-Statistik. Auf der Gegenseite ist der erste von Chemnitz belegte Nicht-Abstiegsplatz nur zwei Zähler entfernt. Und gegen den CFC kann Cottbus im Nachholspiel am 24. März noch punkten. Oder endet die Serie von zuletzt acht sieglosen Partien in Folge gar schon in Kiel? „Ich kann nicht versprechen, dass gegen Holstein die Wende gelingt. Geredet wurde zudem genug in den vergangenen Wochen“, meint Lempke und fordert Taten. Damit der 14. Mai nicht zum lokalen Trauertag mutiert.

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