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Comeback in kleinen Schritten

Holstein-Gegner Hansa Rostock Comeback in kleinen Schritten

Wer einmal in der Fußball-Bundesliga gespielt hat, will wieder dahin. Das gilt für Spieler, deren Rückkehr-Optionen jedoch naturgemäß zeitlich begrenzt sind, aber insbesondere für Klubs, die nach einem schmerzhaften Niedergang die Beletage erneut anstreben. Auch für Holstein Kiels nächsten Gegner Hansa Rostock.

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Die Entscheidung am 1. März dieses Jahres, als Dennis Erdmann (re.) im bislang letzten Holstein-Auftritt in Rostock das goldene Tor zu Hansas 1:0-Sieg erzielt. KSV-Keeper Robin Zentner ärgert sich maßlos. Erdmann wird den Weiß-Blauen am Sonnabend fehlen, nachdem sich der Defensivspieler am vergangenen Freitag in Wiesbaden einen siebenfachen Nasenbeinbruch sowie eine Quetschung des Augennervs zugezogen hat und operiert werden muss.

Quelle: imago

Rostock/Kiel. Der Weg dorthin kann quälend lang sein, manchmal sogar schier unendlich, wie traurige Beispiele von Traditionsvereinen wie Rot-Weiß Essen oder Kickers Offenbach zeigen. Auch der FC Hansa Rostock, am Sonnabend (14 Uhr) in der Dritten Liga Gastgeber von Holstein Kiel, braucht für das ersehnte Comeback auf höchster Ebene einen langen Atem.

Nach dem Bundesliga-Abstieg 2008 ging es zügig abwärts bis in die dritte Klasse, der die Hansa-Kogge nunmehr im fünften Jahr angehört. Nach den Plätzen 12 und 13 wurde in der Saison 14/15 mit Rang 17 der Absturz in die Regionalliga nur knapp vermieden. Im vergangen Spieljahr liefen die Mecklenburger als Zehnter ein, exakt diese Position belegen sie auch derzeit. Für Christian Brand kein Grund, Trübsal zu blasen: „Als ich im Dezember 2015 als Hansa-Trainer anfing, sah es für den Verein zappenduster aus. Die Mannschaft stand auf einem Abstiegsplatz und hat sich durch eine starke Rückrunde noch hochgearbeitet“, erläutert der 44-jährige Ex-Profi. „Natürlich gehört der Klub in die Bundesliga, aber wir müssen in kleinen Schritten vorangehen.“

Mehr als Mittelmaß

Das Mittelmaß in Liga drei kann den stolzen Ostklub auf Dauer nicht zufriedenstellen und dessen Fans schon gar nicht, von denen im Durchschnitt 12398 die bislang acht Heimspiele besucht haben – Rang drei in der Zuschauertabelle hinter Magdeburg und Duisburg. Die sportliche Statistik nimmt hingegen keine Spitzenposition ein. Von den bislang 16 Saisonspielen schlossen die Rostocker acht mit einem Unentschieden ab, nur der VfR Aalen (neun Remis) agiert ausgewogener. Dabei legten die Hansestädter den Gewinn von jeweils einem Punkt seltsamerweise in zwei torarmen Serien hin: an den Spieltagen drei bis sechs (jeweils zweimal 0:0 und 1:1) sowie in den jüngsten vier Partien, die allesamt 1:1 endeten – ausnahmslos gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel. Eine Kuriosität, die Hansas Chefcoach nicht gefällt: „Besonders in den Spielen gegen Mainz und Bremen hat mich gestört, dass wir unsere Torchancen nicht konsequent genutzt haben. Wir stehen zwar in der Defensive kompakt, aber es bleibt noch viel Arbeit.“ Eine Situation, die der Lage bei Holstein ähnelt. Vor dem 2:1-Erfolg am vergangenen Sonnabend gegen Jahn Regensburg hatten die Störche ebenfalls mit vier Remis in Folge gehadert. Folgerichtig erwartet Brand am Sonnabend „ein enges Spiel auf Augenhöhe, das von Kleinigkeiten entschieden werden wird“.

Das Attribut „ausgewogen“ passt auch zur wirtschaftlichen Lage des FC Hansa, der nach der deutschen Wiedervereinigung diverse finanzielle Turbulenzen zu überstehen hatte. Nun haben die Weiß-Blauen erstmals seit dem Abstieg in die Dritte Liga die Nachlizenzierung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ohne Auflagen bestanden. Finanzvorstand Christian Hüneburg sprach von einem „großen Erfolg“. Die Saison 2015/16 hatte die Kogge mit einem Plus von 1,1 Millionen Euro abgeschlossen. Doch im laufenden Geschäftsjahr rechnen die Verantwortlichen nach Informationen des „kicker“ mit einem Verlust in der gleichen Größenordnung – ein erneuter „Ausgleich“. Wie lange sich dieser rote Faden noch die Geschichte von Hansa Rostock zieht, weiß niemand. Für einen ehemaligen Bundesligisten ist es allemal eine Geduldsprobe.

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