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Der schlafende Riese ist aufgewacht

Holstein-Gegner Magdeburg Der schlafende Riese ist aufgewacht

Als der 1. FC Magdeburg vor wenigen Wochen den zweiten Tabellenplatz in der Dritten Fußball-Liga zierte, dürften sich aufmerksame Anhänger von Holstein Kiel an die Saison 2013/2014 erinnert haben. Auch die Störche, am Freitag (19 Uhr) Gastgeber des FCM, waren damals als Liga-Neuling aus dem Stand in die Top 3 geprescht. Am Ende stand in Kiel der Abstiegskampf.

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Hoch soll er leben: Magdeburgs Spieler bejubeln nach dem 3:1-Sieg im Relegations-Rückspiel bei den Kickers Offenbach am 31. Mai mit ihrem Trainer Jens Härtel den Aufstieg in die Dritte Liga.

Quelle: imago

Magdeburg. 50 Jahre lang hatte man an der Friedrich-Ebert-Straße immerhin auf diesen einen Tag gewartet. Und sehr wahrscheinlich wird dieser 31. Mai so schnell nicht wieder in Vergessenheit geraten: Nach zwei erfolgreichen Relegationsspielen gegen die Kickers Offenbach gelang den Magdeburgern erstmals seit Vereinsgründung in diesem Frühjahr der Sprung in den Profifußball. Danach feierte die ganze Stadt. Endlich war der Europapokal-Sieger von 1974 dort angekommen, wo er nach Meinung seiner Fans als zuletzt schlafender Riese hingehört. Nicht umsonst sagt FCM-Trainer Jens Härtel: „Die Stadt ist blau-weiß, sie lebt und liebt Fußball.“

 Neben Dynamo Dresden, Chemnitzer FC, Hallescher FC, Rot-Weiß Erfurt, Energie Cottbus, Hansa Rostock und Erzgebirge Aue sind die Magdeburger mittlerweile der siebte ehemalige DDR-Oberligist in der Dritten Liga. Ein Umstand, der eine große deutsche Wochenzeitung dazu veranlasste, eine eigene Serie ins Leben zu rufen. 26 Jahre nach dem Mauerfall hat sich eine Art „Bundesliga des Ostens“ gebildet – mit Magdeburg, das 2025 Kulturhauptstadt Europas werden will, wachsende Einwohnerzahlen vermeldet und 2013 zur dynamischsten Stadt Deutschlands gekürt wurde.

 Wer wie der Klub von der Elbe lange gewartet und viel investiert hat, um aufzusteigen, gibt als oberstes Ziel nicht ganz überraschend den Klassenerhalt aus. „Es gilt, die Liga mit allem, was wir haben, zu verteidigen und immer an die Schmerzgrenze zu gehen. Dafür hat die Aufstiegsmannschaft das Vertrauen verdient“, sagte Härtel, der aus dem Nachwuchsbereich von RB Leipzig zum FCM gewechselt war, vor dem Saisonstart. Dieser hielt für den Neuling gegen Erfurt, Halle und Chemnitz gleich drei Höhepunkte bereit, die die Fans verzückten: Alle drei Spiele wurden gewonnen. 21000 Zuschauer pilgerten zudem gegen RWE in die schicke Magdeburger Arena, die 2006 eröffnet wurde und 27000 Fans Platz bietet.

 Eine neue Vision wurde in Magdeburg längst ins Visier genommen: Zum 1. Januar kommenden Jahres wird die Ausgliederung der Profi-Abteilung vorbereitet. Sportlich hat sich nach dem furiosen Saisonstart die (Ergebnis)-Euphorie allerdings etwas gelegt. In den vergangenen sechs Begegnungen reichte es für die Sachsen-Anhalter nur zu einem Sieg. Wie bei Holstein zwangen viele Verletzte aus der Defensivabteilung Jens Härtel zum ständigen Improvisieren. Am Freitag steht zudem Mittelfeldakteur Jan Löhmannsröben nach seiner fünften Gelben Karte nicht zur Verfügung.

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